Will: Alles. Zahle: Nichts.

Geizkragen sind grausame Zeitgenossen, aber machen glückliche Erben.

Soweit wollen wir jetzt jedoch nicht gehen. Lassen wir ihn leben, nennen ihn Kunden und fragen wir uns, was er will.

Er lädt ein, will Ideen für einen Neuauftritt seines Unternehmens sehen, die bekommt er, en masse, eine scheint ihm sogar ganz besonders zu gefallen, er fängt an, sie während der Präse selbst weiter zu denken und umzusetzen, man freut sich, fühlt sich sicher, gut, er fragt: Was koscht? Man sagt „ca. 20 000“ und man hat Glück, dass er keine Einweisungsbefugnis für Psychiatrische Landeskrankenhäuser hat. Völlig cholerisch kommt ein japsendes „Völlig ausgeschlossen.“

OK, 20.000 Euro sind nicht wenig, aber im Vergleich zu seinen jetzigen und anschließenden Umsätzen geradezu lächerlich. Fast schon grotesk gering in Relation zu den Produktions- bzw. Schaltkosten. Und natürlich kämen da aber auch noch Realisierungskosten hinzu, aber er rechnet ja auch Konzept und Realisierung einzel ab. Quod licet Iovi non licet bovi? Scheint so.

 Mag sein, dass der Kunde sich nicht nur als König, sondern gar Gott (Jupiter) wähnt, aber ich bin doch kein Ochse. Ich habe Ehre, Verantwortung und Familie. Es empfiehlt sich wirklich immer, wenn man sauberen Gewissens wirklich fair kalkuliert hat, lächelnd mit dem Hinweis auf das Urheberrecht, was die Inhalte der Präsentation angeht, zu gehen. Besser nichts, als sich unter Wert zu verkaufen.

Eventuell schadet es bei so einem Kunden auch nicht, mal emotional (ohne ausfällig) zu werden. Vielleicht liegt es daran, dass jene (auch Damen und) Herren es einfach nicht mehr gewohnt sind, Widerworte zu erfahren – und schon gar keine gerechtfertigten und  erst recht nicht von einem, den sie unter sich vermuten. Da muss man ihnen halt klar machen, dass man auf Augenhöhe ist: Unternehmer zu Unternehmer. Im Zweifel ist der Kunde der Anlage-N-Ausfüller, also bloß keine falsche Bescheidenheit.

Und dann erlebte ich neulich auch was Schönes, was fast meinen bisherigen Liebling „Was berechnen Sie für einen Claim und wie? Pro Anschlag?“ „Ja, du Plunze, ein $ pro Buchstabe, so wie bei Coca-Cola.“ (aber man sagt ja nicht immer alles was man denkt.) ablöste:


Da wurde erst der Kostenvoranschlag präsentiert und im Detail ver- bzw. runtergehandelt. Da wurde Kosten für Porto oder Stückzahlen für Give-Aways festgelegt etc. pp Erst dann sollte es eine Konzept- und danach eine Ideenpräsentation geben.

Ob es die je gab, weiß ich nicht. Ich bin nach einer Stunde während der ersten Präse mit Hinweis auf meinen Stundensatz gegangen.

Ich denke, in zwei, drei Monaten werden wir wieder angerufen. J

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