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    Start » Wieder 244 km, diesmal HB-HH-HB
    Besser Leben

    Wieder 244 km, diesmal HB-HH-HB

    10. August 20073 Minuten Lesezeit

    Das erste Mal vor Jahren, als ich die Barkasse Blankenese-Neuenfelde nahm, um nach einem Schleswig-Holstein-Trip mit meiner Frau wieder nach Bremen zu radeln, trafen wir auf eine Schulklasse´aus Blankenese, die auf dem Weg war in die Alpen – mit Fahrrädern und drei Lehrern, für 3 Monate. Ein unvorstellbar mutiges Unterfangen, wie ich fand. Ich habe mich spontan bemüht Sponsoren zu finden. Nun war ich wieder mit dem Fahrrad unterwegs: HB-HH-HB. Am ersten Tag kam ich von Bremen, bzw. Lilienthal bis Buxtehude. Dort bellen die Hunde zwar entgegen hartnäckiger Vorurteile nicht mit dem Schwanz, dafür findet man sich in einer Stadt wieder, die winzig und übersichtlich, und trotzdem voller internationaler Gaststätten und netter Menschen ist. Bei Preisen wie in München na, sagen wir mal 1976, würde ich schätzen, läßt es sich gut leben. Auch in einem im Übrigen sehr guten indischen Restaurant am Rande der Altstadt. Dort saß ich und verdaute nicht nur das exellente Essen, sondern auch die 109 km, die ich am ersten Tag zurückgelegt hatte. Ich saß im ersten Stock, und da war gerade eine größere Gruppe aus einem Unternehmen zum Essen. Man hatte etwa fünf Tische zusammengestellt. Nach fünf Minuten war klar, dass eigentlich niemand zu dieser Feier Lust hatte bis auf eine Frau, die ich erst nicht sehen konnte, die aber dauernd grell und schneidend lachte, so dasss das gesamte Gespräch für Sekunden erstarb, und vielleicht noch zwei oder drei Menschen, denen es offenabr schmeckte und die sich mochten. Es war noch nicht einmal 19.00 Uhr und die Gäste suchten schon verzweifelt nach Gründen aufzustehen und zu gehen. "Mein Mann……, ", "Mein Sohn……, ", "Mein Klavieruntericht…..", "…mein Auto aus der Werkstatt…." usw. Als ich gekommen war, ca. 18.30 Uhr, waren es noch etwa 20 Menschen, gegen 19.00 Uhr waren es noch vier. Ich weiss nicht, was der Anlass war, aber irgend jemand hat bezahlt. Mit seinem Geld das Essen und mit seiner Seele das Erlebnis. Denn die Teller waren kaum berührt. Den meisten hatte das Essen gar nicht geschmeckt. Es waren also Höflichkeitsbesucher gewesen. Sie hatten sich weder für das Essen noch für den Anlass oder den/die Einladende(n) interessiert, aber ihre Pflicht (?) erfüllt und waren kurz erschienen, hatten schweigend im Essen gestochert und waren wieder verschwunden. Schade, dachte ich. Eine Beleidigung für den Koch, für die Gastgeberin oder den Gastgeber, eine leidige Zeit für die Höflichen. Im Grunde für jeden der Beteiligten ein ganz großer Mist!

    Wäre hier nicht eine einzige, klare Ent-Täuschung besser gewesen?

    So etwas muss man sich doch nicht antun!

    Herzlichst Ihr Detlef Scheer

    P.S. Das Foto zeigt den Blick vom Anleger in Blankenese rüber nach Neuenfelde bei typischem – herrlichen – norddeutschen Sommer-Wetter. Empfehlenswert! 

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