Wie die EU für die Sicherheit unserer Kinder im Netz sorgt

Die Behörden der Europäischen Union kümmern sich um viele Angelegenheiten. Auch, und das dürften nur die Wenigsten wissen, um die Sicherheit unserer Kinder im Internet. Um diesem schwierigen Thema von zweifellos wachsender Bedeutung zu begegnen, lässt die EU seit Jahren an einer großen Untersuchung feilen: Die Eurobarometer-Studie „Safer Internet“ untersucht das Surfverhalten der Euro-Kids und die Einstellungen der Eltern zum Medium Internet. Jetzt liegt die neueste Ausgabe dieser Monster-Studie vor.

Befragt wurden über 3700 Eltern mit Kindern bis 17 Jahren in allen 25 EU-Staaten. Das Ergebnis: Immer mehr Kinder gehen online, nur eine Minderheit der Eltern sorgt sich um die Sicherheit ihrer Kinder im Netz – und Deutschland ist Mittelmaß.

18 Prozent der EU-Eltern sagen, ihre Kinder hätten bereits Bekanntschaft mit den Gefahren des WWW gemacht. Welche Gefahren das sind, wird in der Studie allerdings nicht näher erläutert. Gemeint sind vermutlich pornografische sowie gewaltverherrlichende Seiten und illegale Downloads.

60 Prozent stellen keine Regeln für den kindlichen Gebrauch des Internets auf. Nur eine Minderheit der Eltern hat offenbar eine klare Vorstellung, was ihre Kinder am Rechner dürfen und was nicht. Bei den Eltern, die das Surfen reglementieren, stehen Verbote bestimmte Seiten zu nutzen und eine zeitliche Beschränkung des Online-Budgets an erster Stelle.

24 Prozent der Eltern behaupten, sie würden ihre Kinder nur unter ihrer Aufsicht ins Netz gehen lassen – also jeder vierte Vater oder jede vierte Mutter setzt sich gemeinsam mit dem Kind an den Computer. Das ist ein  relativ hoher und wenig glaubhafter Wert – wenn man nur eine 30-minütige Sitzung täglich annimmnt, müssten viele Eltern neben Beruf und Haushalt eine Menge Zeit für das betreute Surfen aufwenden.

Der Zugang der Kinder zum Netz hängt allerdings auch stark vom Wohnort und nicht nur von den Eltern ab. In den 15 alten EU-Staaten sind im Schnitt 51 Prozent der Kids online. Spitzenreiter sind die jungen Dänen, die zu 71 Prozent verkabelt sind, Schlusslicht sind die Griechen mit lediglich 26 Prozent. Die deutschen Kinder liegen da mit 47 Prozent Onlinezugang knapp unter dem europäischen Durchschnitt.

Surfen ist auch eine Frage des Alters: Fast das Niveau der Fernsehverbreitung hat das Internet mittlerweile bei den 16- bis 17-Jährigen erreicht: In dieser Altersgruppe sind 88 Prozent der jungen Europäer online. Bei den 6- bis 7-Jährigen sind es immerhin schon ein Drittel.

Schlauer werden mit der EU? Der Erkenntnisgewinn der Eurobarometer-Studie hält sich Grenzen. Aber nun wissen die Steuerzahler unter den Eltern wenigstens, wofür ihr Geld ausgegeben wird. Für die Sicherheit ihrer Kinder müssen sie schon selbst sorgen.

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