Wer steuert den Mehrwert?

Ich war nur in der 9. und 10. gut in Mathe. Also bin ich im Folgenden mir nicht 100% sicher. Ich bin auch kein Jurist, Steuerfachmann oder sonst was Derartiges, ich bin einfach nur ein homo sapiens sapiens. (sachichjetzmaso.)

„… und beim Kauf eines XYZ erlassen wir Ihnen bis zum 31.12. die Mehrwertsteuer."

Es gibt kaum eine Autowerbung ohne dieses total unique Markenversprechen. Was ich nicht verstehe, ist das mit der Vorsteuer, denn ein Autohändler verrechnet ja die Mehrwertsteuer, die er für Waren bezahlt, als „Vorsteuer" mit dem Finanzamt ab. (Wenn er etwas für 116 Euro kauft, sind 16 Euro davon „Vorsteuer", die er vom Finanzamt zurückerstattet immer bekommt. Verkauft er aber dieses Teil bspw. für kauft was für 116 Euro, verkauft es an den Endkunden für 174 Euro, dann schuldet er dem Finanzamt 24 Euro Mehrwertsteuer (150 Euro + 16% = 174 Euro), was er mit den 16 Euro Vorsteuer verrechnet, so dass er seinem Finanzamt nur 8 Euro schuldet.

So ist das – zumindest mache ich es so.

Reden wir von Autos. Ich wkaufe eines. Es kostet 34.800 Euro. Das heißt, sollte man der Werbung Glauben, schenkt mir der Händler nach dem kauf den Mehrwertsteuerbetrag von 4.800 Euro, wobei allein sprachlich schon mehr als fraglich ist, ob man von „schenken" sprechen kann, wenn zuvor Druck ausgelöst wurde? (Was ist Nötigung? Was ist Erpressung? Wie gesagt, bin kein Jurist…)

Wenn er mir den Betrag aber schenkt (gehen wir mal davon aus, dass das so sagen kann), dann zahle ich also nur 30.000 Euro. Er aber hat ja den Wagen ja auch gekauft und er muss Vorsteuer und Mehrwertsteuer verbuchen und abrechnen. Wenn ich also 30.000 Euro zahle, muss er 16% davon (4137,93 Euro) an das Finanzamt geben. Er hat mir also nicht die Mehrwertsteuer „geschenkt", sondern seinerseits seine Abgabenlast um etwas weniger als 700 Euro reduziert (wenn auch bei geringerem Umsatz, dafür schnellerer Lagerumschlagshäufigkeit etc.). Also verstehe ich das und ich verstehe nicht, wie man damit eine starke Marke werden will.

Gegenbeispiel:

Bang & Olufsen.
Oxford Street, London

Man geht mit einem Sandwich (die Infotafeln auf Bauch und Rücken) durch die Straßen. Auf den Tafeln steht riesig
0% – Discount*" …. Und der Sternchentext:
Solange der Vorrat reicht."

So geht das. ———– Alles andere ist nur billig. Und statt Mehrwert für die Marke zu schaffen, schafft man den vermeintlichen Kunden. Mich auf jeden Fall …

(und sha-mash, dem ich für die Anregung danke.)

Eine Meinung

  1. Das kann nur funktionieren, wenn der Händler vom Listenpreis ausgeht. „Schenkt“ er die Mehrwertsteuer, reduziert er eigentlich den Preis um 16 %. Wenn man nun davon ausgeht, dass man ohnehin als harter Verhandler zwischen 15 und 25 % des Preises (je nach Marke und da wieder je nach Modell) beim Barkauf senken kann, ist diese aktuelle Werbemasche an sich nichts besonderes.Verhandelte man allerdings des Preis um 20 % runter und bekäme dann noch „die Mehrwertsteuer geschenkt“, dann wäre es ein Wunder. Oder die sonst üblichen Preise wären eine Sauerei. Oder der Händler wäre ruckzuck pleite.

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