Wer ist der beste Tennisspieler aller Zeiten?

Es ist eine ewige Streitfrage unter den Tennisfans, wer denn nun der erfolgreichste, der herausragendste, der beste unter all den Tennisspielern ist. Immer wieder hört man die gleichen Namen, McEnroe, Sampras, Federer, Bjorg. Doch wer nun der wirklich Beste unter all den Spielern war, lässt sich schwer ermittlen. Herrentennis hat eine lange Tradition – so wird bereits seit 1877 das Grand Slam-Turnier in Wimbledon ausgetragen. Das folgende Ranking stützt sich allerdings vor allem auf die messbaren Erfolge: Wer war am längsten an der Spitze der Weltrangliste? Wer hat die meisten Grand Slam-Turniersiege vorzuweisen? Wer stach am meisten aus dem Feld und dominierte die Konkurrenz? Kurzum, wer war der beste Tennisspieler aller Zeiten?

beste Tennisspieler aller Zeiten: Die Top 10

1

Roger Federer

Auch wenn so manche Roger Federers Leistungen aufgrund fehlender ebenbürtiger Herausforderer in seinen erfolgreichsten Jahren gern schmälern, ist am Schweizer Ausnahmespieler kein Vorbeikommen: 16 Grand Slam-Erfolge (und damit mehr als jeder Spieler zuvor), 285 Wochen an der Weltspitze und seine unnachahmliche Spieleleganz sprechen für sich. Auch schaffte der Schweizer mit seinem Sieg bei den French Open 2009 das langgehegte Ziel, alle vier Majors mindestens einmal gewonnen zu haben – ein Erfolg, den der große Pete nicht vorweisen kann. Die Liste seiner Rekorde ist lang: Neben den meisten Siegen kann er mit 23 Grand Slam-Finalteilnahmen auch dort alle anderen Gegner in die Schranken weisen, zudem gewann er fünfmal den Masters Cup und war die längste Zeit ohne Unterbrechung an der Spitze der Weltrangliste. Die Dominanz von Federer ist seit der Wachablösung von Nadal und momentan Djokovic nicht mehr vorhanden, trotzdem ist er noch lange nicht abzuschreiben. Spannende und unglaublich enge Fünfsatzmatches, wie im Halbfinale der US Open 2011, als Federer zwei Matchbälle gegen den Weltranglistenersten Djokovic vergab, bezeugen, dass der Schweizer immer noch in der Lage ist, die jungen Wilden zu besiegen. Der erfolgreichste Spieler der ATP-Geschichte ist in jedem Fall, was Zahlen angeht, absoluter Rekordhalter und der beste Tennisspieler aller Zeiten. Und auch durch seine stets höfliche Art und die angenehme Zurückhaltung seiner Person bei der großen Masse der Tennis-Fans unbestritten die Nummer Eins.
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2

Pete Sampras

Eigentlich gehört er auch irgendwie auf Platz 1, für viele Experten ist Pete Sampras sogar noch mehr als Federer der beste Spieler aller Zeiten, da er zum einen eine Woche länger an der Spitze der Weltrangliste stand, zum anderen aber vor allem deswegen, weil er in einem sehr stark besetzten Konkurrenzfeld das Herrentennis Mitte der 90er dominierte. Er war der herausragende unter so vielen starken Spielern, musste sich unter anderem gegen John McEnroe, Andre Agassi und Boris Becker durchsetzen. 286 Wochen stand er insgesamt an der ATP-Spitze, sagenhafte 14 Grand Slam-Turniersiege konnte er für sich verbuchen. Das Powertennis des US-Amerikaners griechischer Herkunft war legendär, seine starken Aufschläge brachten ihm den Spitznamen „Pistol Pete“ ein.

3

Björn Borg

Mit 11 gewonnenen Einzelsiegen bei Grand Slam-Turnieren darf sich der Schwede Björn Borg ebenfalls ganz weit vorne einreihen. Ende der 70er Jahre begann die fantastische Siegesserie, in dessen Folge er Wimbledon fünfmal hintereinander gewinnen konnte. Vor allen Dingen seine Rückhand war gefürchtet, da der kraftvoll spielende Björg diese mit viel Spin, sehr verdeckt und dadurch für die Gegner spät erkennbar spielte. Er war über Jahre hinweg großer Konkurrent von Connors, sein „Wohnzimmer“ und Abo-Turniere neben Wimbledon waren die French Open, die er insgesamt sechsmal gewinnen konnte.

4

Jimmy Connors

Er ist der beste Tennisspieler aller Zeiten, wenn man der mathematischen Formel einer US-Studie glaubt. Ein Mathematiker aus Illinois wertete alle Spiele seit 1968 aus, und ermittelten anhand der Zahl der Siege gegen hochklassige Gegner ein Ranking. Jimmy Connors schlägt dort mit einem gewaltigen Vorsprung vor allen anderen. Auch ohne diese Grundlage muss er zu den ganz Großen gezählt werden: Er kann 8 Grand Slam-Siege insgesamt verbuchen, bis auf die von Borg gebuchten French Open konnte er alle gewinnen. Auf dem vierten Platz ist er nicht nur in unserem Ranking, sondern auch in der ewigen Bestenliste der Weltrangliste (hinter Sampras, Federer und unserem Platz 5).

5

Ivan Lendl

Ganze 19 Finalteilnahmen bei Grand Slam-Turnieren, und damit so viele wie kein Spieler außer Roger Federer, kann der in Tschechien geborene Ivan Lendl aufweisen. Achtmal ging er dabei als Sieger vom Platz, lediglich Wimbledon konnte er niemals gewinnen. Mit 1071 Profisiegen in seiner gesamten Karriere liegt er auch hier ganz weit vorne, lediglich Connors kann ihn in diesem Ranking schlagen. Seine erfolgreichsten Jahre als Profispieler waren Mitte der 80er Jahre, 1996 beendete Lendl seine Karriere endgültig. Doch er blieb dem Tennissport treu, so war er unter anderem bis 2008 als Berater von Andy Roddick tätig.

6

Rafael Nadal

Er galt lange Zeit als einziger großer Herausforderer von Roger Federer, der jedoch außer auf Sand, wo sein hartes und kraftvolles Grundlinientennis beinahe unschlagbar ist, bezwingbar ist. Doch er zeigte den Kritikern spätestens ab dem Jahr 2008, dass sie sich geirrt hatten und er mehr ist, als der muskelbeladene Sandplatzkönig. Mit seinen mittlerweile 10 Grand Slam-Titeln (auch Nadal ist einer der wenigen Spieler, die alle vier Grand Slams gewinnen konnten), seinem Erfolg bei den Olypmischen Spielen in Peking und seinen insgesamt 102 Wochen als Nummer 1, ist er aufzunehmen in die Liste der besten Tennisspieler aller Zeiten. Und mit dem Einzug ins US-Open Finale 2011, welches damit zum erhofften Traumfinale zwischen der Nummer Eins und Zwei der Welt wurde, kommt vielleicht schon bald noch ein Titel hinzu.
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7

John McEnroe

Er war Anfang der 80er Jahre die dominierende Spielerfigur im Herrentennis: Der Amerikaner John McEnroe konnte im Laufe seiner Karriere sieben Grand Slam-Titel für sich verbuchen, und stand 170 Wochen lang an der Spitze der Weltrangliste. Sein größter Konkurrent war über Jahre hinweg Björn Borg, über dessen Rücktritt vom Tennis sagte McEnroe die wohl wahren Worte: „Wenn du deinen größten Gegner verlierst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst.“ McEnroe war für seine unglaublichen Wutausbrüche auf dem Court bekannt, unter anderem war er bei Balljungen und Schiedsrichtern gefürchtet. Seine cholerische Seite wurde vor allem durch seine „You cannot be serious“-Schreie bekannt:
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8

Rod Laver

Noch vor dem Beginn der ATP-Weltrangliste war es der Australier Rod Laver (nach dem der heutige Center Court bei den Australien Open benannt ist), der sich mit 11 Einzelsiegen bei Grand Slams in die ewige Bestenliste eintrug. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass er einer der wenigen Ausnahmespieler ist, denen es gelang, alle vier Majors innerhalb eines Jahres zu gewinnen – und somit den wirklichen „Grand Slam“, wie dieses Ergebnis genannt wird, erreichte. Er ist zudem der einzige Spieler, der dieses Kunststück wiederholen konnte (1969) und steht somit völlig zurecht auf Platz 8.

9

Andre Agassi

Neben seinen ebenfalls acht gewonnen Grand Slam-Siegen zählt Agassi zu den wenigen (insgesamt gibt es sieben) Spielern, die alle vier Turniere der Grand Slam-Serie mindestens einmal gewinnen konnten. Zu Beginn seiner Profikarriere sorgte der Amerikaner vor allem durch schrill-bunte Kleidung, lange Haare und unkonventionelles Verhalten für ein Image als Rebell des traditionellen Tennissports. 1992 gelang Agassi der endgültige Durchbruch, er stand in seiner Profikarriere insgesamt 101 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. In seiner Krisenzeit Ende der 90er Jahre nahm er, wie er kürzlich in seiner Biographie verriet, Drogen, schaffte jedoch den Absprung und krönte seine Karriere mit einem furiosen Comeback im Jahre 1999. Heute ist der ehemalige Profi mit der erfolgreichsten Spielerin bei den Damen, der Deutschen Steffi Graf, verheiratet.

10

Roy Emerson

Mit insgesamt 12 Grand Slam-Titeln, und damit mehr als so manch anderer vor ihm im Ranking, rundet der Australier Roy Emerson die Top 10 der erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten ab. Er konnte ebenfalls alle vier Majors gewinnen, und zwar sowohl in der Einzel- wie auch in der Doppelkonkurrenz. Von 1964 bis 1965 war er Führender der Weltrangliste, seine Karriere beendete er im Jahre 1977. Fünf Jahre später wurde er in die Tennis Hall of Fame aufgenommen.

Tipps und Hinweise

  • Da eine Top10 sich wohl oder übel auf zehn Spieler beschränken muss, es aber so viele mehr gibt, die wahrscheinlich auch noch namentlich erwähnt werden sollten, hier noch einige kleine Ergänzungen, von Ausnahme-Spielern: Der Brite Fred Perry war nicht nur legendärer Wimbledon-Sieger, sondern ist auch noch bis heute vor allem für seine modeschöpferischen Talente bekannt. Die nach ihm benannte Marke ist weltweit berühmt. Auch der Deutsche Boris Becker, sollte nicht ganz vergessen werden, immerhin ist er bis heute der jüngste Spieler, der Wimbledon jemals gewinnen konnte. Der Australier Lleyton Hewitt konnte lange Zeit die Weltrangliste beherrschen, auch wenn dies in einer Zeit des Herrentennis war, die als die nicht allerstärkste Phase galt. Zum Schluss sollte auch noch der Schwede Stefan Edberg genannt werden, der immerhin sechs Grand Slam-Turniere für sich entscheiden konnte.
  • Und auch wenn er noch nicht in der ewigen Bestenliste ist. Der Serbe Novak Djokovic, der momentan Weltranglistenerster und Titelverteidiger der Australien Open und von Wimbledon ist, sollte hier genannt werden. Noch steht der Serbe am Anfang, jedoch hatten viele ihm nicht den Sprung an die Spitze zugetraut, zu stark schienen Nadal und Federer. Seit dieser Saison ist jedoch klar, dass er das Zeug hat, auch diese beiden in Zaum zu halten. Und in einigen Jahren vielleicht schon so manche ewige Bestenliste mit neuen Rekorden anzuführen.

Eine Meinung

  1. Die Frage „Wer ist der beste Tennisspieler aller Zeiten“ gehört in den Bereich „Fragen, die falsch gestellt sind“. Ich finde gleichzeitig, dass es eine ziemlich deutsche Frage ist. Die einzige Beobachtung, die zu irgendeinem Schluß taugt, ist die, dass in der Hauptsache Fans des Spielers Roger Federer sich zu dieser Frage äußern. Die Bewertung der unzweifelhaft großartigen Leistung von Roger Federer, wie sie in diesem Blog steht, ist, ich kann es nicht anders nennen: ein argumentatives Debakel. Das größte Problem an Roger Federer, wenn ich mir die Berichterstattung der letzten Jahre anschaue, ist das durchgehend störrische aber schlichte Gemüt seiner Fans.

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