?Wenn du meinst, das ist das Beste für dein Kind…?

Als wäre es nicht schon schwer genug, einen ordentlichen Job zu finden und auch die Kindsunterbringung zu regeln, meinte nun Inas Mutter, ihrer Tochter wegen des Ganztagsjobs in spe ein schlechtes Gewissen machen zu müssen. Dabei hatte Ina auch als sie noch schwanger war, angekündigt, auf jeden Fall wieder arbeiten zu wollen, zwar nicht Vollzeit, aber immerhin 30 Stunden in der Woche. Warum Inas Mutter nicht schon damals versuchte hatte, ihrer Tochter ihre eigene Meinung („ein Kind braucht seine Mutter und nur die Mutter“) aufzudrücken, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht hatte sie sie nicht ernst genommen.
 
Alles gegeneinander abwägen
 
Nun musste sich meine Freundin jedenfalls in den schillerndsten Farben ausmalen lassen, dass ein Kind, das in einer Kindertagesstätte aufwachse, nicht richtig sprechen lerne und irgendwann sicher kriminell werde. Auf Inas Frage, was ihre Mutter, außer ihr ohnehin schon schlechtes Gewissen zu verschlimmern, überhaupt bezwecke, antwortete sie nur, dass sie ja mal ihre Meinung sagen könne. – Nein, kann sie eben nicht. Wir Mütter machen es uns sicher nicht leicht, wenn wir wieder arbeiten wollen. Es ist weder einfach, einen interessanten, halbwegs ordentlich bezahlten Job zu finden noch gleichzeitig sein Kind gut untergebracht zu wissen. Haben wir endlich alles geregelt und gehen wieder arbeiten, dann haben wir uns das gut überlegt und sämtliche für und wider gegeneinander abgewogen.
 
 
Das Wohl des Enkelkindes
 
Am Wochenende erzählte ich ein paar anderen Freundinnen Inas Geschichte und musste feststellen, dass offensichtlich die meisten  Omas so reagieren, wenn es um ihre Enkel geht, sogar die Alt-68er-Mutter einer Single-Freundin. Und das, obwohl sie ihre eigene Tochter als Einjährige von ihrem damals fünfjährigen Bruder hatte beaufsichtigen lassen. Sie selbst war währenddessen auf Partys gegangen. Nun meinte sie meiner Single-Freundin sagen zu müssen, dass sie von Müttern, die arbeiten gingen, bevor die Kinder drei Jahre alt sind, nicht viel halte. Warum also messen unsere Mütter, sobald sie Großmütter geworden sind, mit zweierlei Maß, warum ist das Wohl der eigenen Tochter, die vielleicht in ihrem Beruf aufgeht, plötzlich egal, und warum ist es offensichtlich wichtiger, dass die Tochter das Enkelkind selbst beaufsichtigt, obwohl sie mit einem Job das Familieneinkommen sichern könnte? Warum können wir nicht unsere eigenen Fehler machen, die Fehler unserer Generation? Und vielleicht haben wir ja sogar Recht!

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