Welche sind die populärsten Staatsformen der Welt und in welchen Ländern existieren sie?

Die populärsten Staatsformen der Welt

Populäre Staatsformen – es gibt weltweit völlig unterschiedliche Staatsformen, die uns teilweise sehr überholt vorkommen, so zum Beispiel die im Oman und in Saudi-Arabien herrschende Absolute Monarchie. Noch extremer und noch fremder ist uns auch der in China herrschende Sozialismus, der alles andere als sozial ist.

Absolute Monarchie bedeutet das Wirken eines aus eigener Machtvollkommenheit oft selbst und nicht von Ständischen berufenen tätigen Herrschers, wie z.B. ein König oder Kaiser.

Der Begriff ist geprägt vom Absolutismus, einer Regierungsart, die Europa aus dem 16. und 17. Jahrhundert (teilweise noch während der Revolutionen im 18. Jahrhundert) bekannt ist.

Staatsform in der Bundesrepublik

In Deutschland herrscht größtenteils die Demokratie. Vorwiegend deshalb, weil es nie eine völlige, echte Demokratie gibt.

Demokratie kommt aus dem Griechischen von dēmos, dem Volk und kratía, der Herrschaft.

Der Begriff bezeichnet das Ideal einer durch die Übereinstimmung der Mehrheit der Bürger und die Teilnahmsschaft der Bürger bei wirklich freien Wahlen legitimierten Regierungsform, der echten „Volksherrschaft“.

Parlamentarische Bundesrepublik, wie sich Deutschland (und übrigens auch Äthiopien) nennt, bedeutet: Die mächtigste Person ist hier der Regierungschef. In unserem Fall also Frau Merkel. In der so genannten protokollarischen Rangfolge untersteht die Kanzlerin allerdings dem Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt und dem Bundestagspräsidenten als Repräsentanten des einzig direkt vom Volk gewählten Bundesorgans.

Der oder die Kanzlerin wird vom Parlament mit einfacher Mehrheit gewählt. Das heißt, es obliegt dem Parlament eine Regierung zu wählen, während bei einer präsidialen Republik der Präsident als Staatschef auch Regierungschef ist oder zumindest großen Einfluss auf den Regierungschef hat, so wie z.B. in Frankreich, wo die so genannte semipräsidiale Republik Staatsform ist.
Auch in Italien und Österreich ist die Staatsform die Parlamentarische Republik.
Die Parlamentarische Republik ist sicher eine der moderneren Staatsformen.

Staatschef und Regierungschef können übrigens nicht die gleiche Person sein, daher wird es unter Umständen nie zu einem so absoluten Herrschertum kommen können, wie beispielsweise in der Monarchie.

Amerika, Ägypten und UK

Eine Präsidiale Bundesrepublik sind die Vereinigten Staaten. Hier hat der Präsident als Staatsoberhaupt und Regierungschef die Regierungsgewalt inne.

Auch Ägypten, Argentinien, Armenien und Aserbaidschan sind Präsidialrepubliken.
Aber Vorsicht: Eine Diktatur ist nie eine Präsidialrepublik, auch nicht, wenn sich der Diktator Präsident nennen lässt oder ein von ihm abhängiges Parlament ernennt.

Eine Parlamentarische Monarchie ist die abgemilderte Form der Monarchie, also sozusagen eine demokratische Monarchie, da die Monarchen hier ausschließlich repräsentative Aufgaben haben. So wie man es beispielsweise von Dänemark kennt.

Die im Vereinigten Königreich vorherrschende, so genannte Konstitutionelle Monarchie ist eine Sonderform der Monarchie, in der Kaiser oder König durch eine geschriebene Verfassung (Konstitution) in ihrer Macht mehr oder weniger stark beschränkt werden. Hier regiert das Parlament, allein oder gemeinsam mit dem Monarchen. In einer Mischform, sozusagen.

In der klassischen Monarchie hat nur einer die Alleinherrschaft

Der Monarch ist in Europa meist König bzw. Königin. Ausnahmen sind Luxemburg mit Henri von Nassau-Weilburg als Großherzog von Luxemburg. In Monaco regiert Fürst Albert II. von Monaco. In Japan kennt man sogar noch einen Kaiser, in Kuwait den Emir.

In Deutschland hatten wir noch während des Deutschen Kaiserreich von 1871-1918 eine konstitutionelle Monarchie.

Direkte Demokratie, wie die Deutschen so oft gern hätten, gibt es übrigens nur in der Schweiz, dem sogenannten föderativen Bundesstaat.

Krasse Gegensätze hierzu sind die Volksrepubliken Nordkorea und China, eine so zu bezeichnende Sozialistische Volksrepublik, bei denen eine kommunistische Partei autokratisch regiert. Im Klartext heißt das, es gibt keinerlei freie Wahlen, evtl. auftretende Kleinparteien sind absolut macht- und bedeutungslos. Demokratie gibt es hier de facto nicht. Alle Macht liegt bei der kommunistischen Partei und deren Exekutive, also dem Militär.

Eine Militärdiktatur gibt es z.B. in Myanmar.
Weitere Beispiele für Staatsformen:
Die selbst erkorenen „Gottesstaate“, wie Iran und Afghanistan sind so genannte islamische Republiken.

2 Meinungen

  1. Leider wurden hier – wie auch an anderer Stelle – einige Begriffe durcheinandergeworfen, nämlich Staatsform und Regierungsform.

    Man kann als Staatsform grob in Monarchie und Republik unterscheiden.

    Unter den Begriff der Regierungsform fallen dann, ebenfalls grob gezeichnet, Demokratie und Diktatur oder autoritäre Herrschaft.

    Beispiele: Das Königreich Dänemark hat als Staatsform die Monarchie, als Regierungsform Demokratie.

    Die Bundesrepublik Deutschland hat als Staatsform die Republik mit demokratischer Regierungsform.

    Die Volksrepublik China hat die republikanische Staatsform, ist aber von der Regierungsform her eine Diktatur mit scheindemokratischer Fassade („Volkskongreß“ als Parlament).

    Das Königreich Saudiarabien hat die monarchische Staatsform und als Regierungsform absolutistische Züge. Christopher Boucek, vom Carnegie Endowment for International Peace bestreitet übrigens, daß Saudiarabien eine absolutistische Monarchie ist: „Saudi Arabia is not an absolute monarchy, it’s all about compromise.“ Aber keiner würde Saudiarabien als Demokratie bezeichnen.

    Noch eine Klarstellung. In Großbritannien gibt es keine (geschriebene) Verfassung, weshalb das Land meist als parlamentarischen Monarchie bezeichnet wird. Dort sind dem Monarchen, der Monarchin kaum Rechte verblieben. Verfassungsexperten sagen, die britische Königin habe nur das Recht, konsultiert zu werden, zu ermutigen und zu warnen (Wikipedia: In Bagehot’s words: „the Sovereign has, under a constitutional monarchy … three rights—the right to be consulted, the right to encourage, the right to warn.“) Sollte das britische Parlament die Beseitigung der Monarchie beschließen, wozu es berechtigt wäre, müßte die Königin sogar dieses Gesetz unterzeichnen. Sie hätte keine Möglichkeit, dies zu verweigern.

  2. Kommt ein bisschen rüber wie ein Info-Kasten in einem Geschichts- oder Politik-Schulbuch einer 7. Klasse.
    Der Text gibt nur beispielhafte und oberflächliche Informationen her.
    Bei dem Titel hätte ich ein bisschen mehr statistisches Material erwartet. Für die inhaltliche Relevanz fehlen mir Begriffe wie „Gewaltenteilung“, aber der Artikel ist ja bewusst kurz gehalten.

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