Weihrauch – Heilmittel, psychoaktive Droge, rituelles Räucherwerk

Der Weihrauch ist den meisten Menschen vor allem aus der Kirche bekannt. Seine medizinische Wirkung ist zwar seit Jahrhunderten bekannt, jedoch beschäftigen sich Wissenschaftler erst jetzt gezielt mit der Erforschung der Wirkstoffe. Gerade jetzt kurz vor Weihnachten ist es passend, den Weihrauch, seine Geschichte und Auswirkungen auf den Menschen etwas zu beleuchten.

Unter Weihrauch oder Olibanum werden die Harze eines bestimmten Baumes (des Weihrauchbaumes) verstanden, die als Räucherharz weite Verbreitung finden. Jetzt in der Vorweihnachtszeit erinnert er an die biblische Geschichte, in der die heiligen drei Könige Christus die drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe darbieten.

Früher wurde der Weihrauch im Hausgebrauch vor allem wegen seiner hygienischen Wirkung geschätzt, denn er hielt bestimmte Schädlinge fern. Im Mittelalter wurde er sogar gegen die Pest eingesetzt. Heutzutage wird Weihrauch noch immer in Kirchen für einen angenehmen Duft und eine feierliche Atmosphäre eingesetzt. Zusätzlich setzt sich sein Einsatz als Heilmittel bei chronischen Entzündungen zunehmend durch. Diese Wirkung ist auf eine Substanz namens Boswelliasäure zurückzuführen, die aktuell von internationalen Forschern gezielt untersucht wird.

Im Ayurveda, der indischen Naturheilkunde, ist die heilende Wirkung von Weihrauch schon seit Jahrtausenden bekannt. Alte medizinische Schriften beschreiben den Effekt auf rheumatische Erkrankungen, Asthma und Hautkrankheiten sowie weitere Einsatzgebiete.

Neben der entzündungshemmenden Wirkung wurde auch der Einfluss des geräucherten Harzes auf das Gehirn untersucht. Die Substanz Incensol soll Euphorie auslösen, Angst und Depressionen reduzieren und brachte dem Weihrauch den Ruf als psychoaktive Droge ein. Der Rauch soll das Gehirn sowohl stimulieren als auch beruhigen.

Übrigens muss Weihrauch nicht verbrannt werden, um seinen Duft zu entfalten. Es genügt, ihn über einem Teelicht zu verdampfen. Gerade wegen der vermeintlich krebserregenden Stoffe, die während des Abbrennens freigesetzt werden sollen, ist dies die ungefährlichste Benutzung. Zusätzlich gibt es Räucherstäbchen, das reine Harz und verschiedene Räuchermischungen.

2 Meinungen

  1. Hallo, zunächst Danke für den lesenswerten Artikel. Auch wenn noch nicht alle Wirkungen hinreichend erforscht sind, dürfte es inzwischen medizinisch erwiesen sein, dass Weihrauch in vielen gesundheitlichen Bereichen heilsam sein kann. Von den Religionen wird es wohl vor allem verwendet, um „in Stimmung“, mitunter vielleicht sogar in Trance zu kommen. Wer hingegen seinen Kopf nicht vernebeln lassen möchte, um klare Gedanken fassen zu können, wird da eher zurückhaltend sein.

  2. Weihrauch mag helfen, um in Stimmung zu kommen. Bei buddhistischen Meditationen z. B. geht es vor allem um Achtsamkeit. Deshalb finde ich Räucherstäbchen störend, weil sie von dem ablenken, auf das es ankommt. Vielleicht gehört das gar nicht zum Thema „Esoterik“ , denn zumindest der alte Buddhismus ist keine Geheimlehre, sondern eine Weisheitslehre für jeden, der Ohren hat zu hören. Ich fände es gut, wenn gelegentlich hier erklärt würde, was eigentlich „Esoterik“ bedeutet. Ansonsten freue ich mich über Ilgas Esoterik-Blog und wünsche dazu viel Erfolg!

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