Beta Keys sind wie gewöhnliche Seriennummern oder Registrierungsschlüssel, wie sie jeder von seiner Antivirus-Software oder seinem Betriebssystem kennt. Das Besondere: sie schalten Betaversionen frei. Hersteller und Entwickler laden Spieler zu ausgewählten Spielen, die sich noch in der Betaphase befinden, zum Betatest ein.
Beta Key in der Gamerszene aufspüren
Beta Keys aufzuspüren, ist ganz einfach. In schönster Regelmäßigkeit laden Entwickler zum Betatest. Über Google findet man schnell aktuelle Aktionen. Meist kündigen Entwickler die Herausgabe von Beta Keys in Magazinen oder auf den eigenen Websites an. Den ersehnten Beta Key des Lieblingsspiels tatsächlich zu ergattern, kann schon schwieriger sein.
Denn die Beta-Seriennummern sind limitiert. Dann heißt es schneller sein. Oder der Beta Key wartet in einem Wettbewerbstopf auf seinen Besitzer. Für die 5000 Beta Keys zu WoW Cataclysm zum Beispiel mussten Gilden mit Gewinnerabsichten Ingame-Gruppenfotos schießen. Die Gewinner erhalten den Key in der Regel per Email und können das Spiel damit herunterladen. Solche Betatests kann man für alle Plattformen mit Internetanschluss auffinden.
Beta Key kam per Email – und was jetzt?
In der Gamerszene tummeln sich die ambitioniertesten Tester, und sie sind sogar kostenlos. Jetzt ist „Daddeln“ angesagt. Die einzige Gegenleistung, welche die Entwickler wünschen, ist Feedback. Durch die Verlosung soll ein heterogener Durchschnitt von Testern entstehen, welcher für die Endkundschaft repräsentativ ist.
Die Entwickler wollen durch die Tests erfahren, an welchen Stellen nachgebessert werden muss, was den Spielern gefällt und was weniger. Unangenehme Wahrheiten, welche die Probespieler in die Testforen setzen, nehmen sie lieber vor dem großen Startschuss für das vermeintlich fertige Spiel auf als zu spät. So können Entwickler das Schlimmste abwenden. Sie erhoffen sich davon, die Zahl unzufriedener Kunden zu reduzieren und sich teure Patches zu sparen.
Was reizt die Gamerszene daran?
Es gibt viele gute Gründe, bei einem Betatest mitzumachen. Betatesting ist harte Arbeit, die Spaß macht. Als freiwilliger Tester kann man für sich selbst entscheiden, wie viel Zeit man investieren will.
- Exklusivität – für viele ein Anreiz: man darf zu den ersten Spielern gehören.
- Manche Spieler warten so sehnsüchtig auf ein Spiel, dass sie nicht den Release abwarten können. Eine Betaversion ist da die perfekte Gelegenheit zu sehen, ob das Spiel zurecht hoch gelobt wird oder ob sich der Kauf nicht lohnen wird.
- Manche Spieler betrachten ihr Feedback als eine Art Dankeschön, das sie den Entwicklern auf diesem Wege mit Aussicht auf einen positiven Effekt mitgeben können.
- Den Prozess miterleben – wer schon einmal Spiele oder Levels designt hat, weiß, wie spannend (aber auch frustrierend) die Entwicklung an sich sein kann.
- Wieder andere Spieler stellen sich eine Zukunft im Gamesbereich vor und möchten über das Betatesting in die Branche hineinschnuppern.
Betatests haben auch einen Werbeeffekt und kommen für den Hersteller deshalb doppelt günstig. Das Material, das später die Verkaufsware sein wird, macht Werbung für sich selbst und wird gleichzeitig auf die Probe gestellt.
