Der Begriff kommt aus dem Englischen und bezeichnet eine Art Vorhalle zum Herrschenden, in der damals wie heute sehr viel Politik betrieben wird. Das hat vor allem damit zu tun, dass man sich dort etwas inoffizieller zu einer Zigarettenpause treffen kann, um im Plauderton höchst wichtige Entscheidungen zu besprechen und zu beeinflussen.
Lobbyismus als zielgerichtetes Instrument
In der Politik ist die Lobby daher eine Art Interessenvertretung einer bestimmten (eigentlich politisch nicht vertretenen) Gruppe. Eine Lobby zeichnet sich durch Informationsbeschaffung, -Austausch und natürlich den erwähnten Einfluss aus, den sie auf führende Entscheidungsträger auswirkt. Dadurch, dass eine Lobby einen eigentlich unbeteiligten Meinungsgeber vertritt, sind die Ziele des Lobbyismus nicht immer so umfassend oder klar wie bei einer Partei, so dass sich eine Lobby nach Erfolg oder Misserfolg einer einzelnen Sache schnell wieder auflösen und auch anonym bleiben kann.
Interessenvertretung gegen den guten Zweck
Heutzutage wird das Wort des „Lobbyismus“ gerne mit einer verächtlichen Stimmfärbung in den Mund genommen, was daran liegt, dass die Lobbyisten in den politischen Angelegenheiten selten Pläne haben, die der Allgemeinheit dienen, sondern vielmehr gewissen Interessengruppen, die in der Politik aus gutem Grund keinen Einfluss haben.
Die Ziele großer Firmen und religiöser Vertreter mischen sich beispielsweise gerne in Form einer Lobby unter die Politiker und verwischen dadurch die Grenzen der Demokratie.
So, wie man auch auf Arbeit manchmal Vorteile daraus zieht, wenn man in privater Runde ein Gespräch führt, nutzen die Lobbyisten ihre Kontakte, um Entscheidungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Das an sich wäre gar nicht so schlimm, wenn die einflussreichsten Lobbys nur das Beste für die Menschheit und nicht das Beste für sich im Sinn hätten.
