Wahlanalyse

In Mecklenburg Vorpommern waren am gestrigen Sonntag 1.413.530 Menschen wahlberechtigt. Von ihrem erst 1989 erkämpften, demokratischen Recht machten jedoch lediglich 836.943 Wähler gebrauch. Knapp 600.000 Menschen war es egal, wie es in ihrem Bundesland weitergeht.

Von den gut 800.000 Wählern waren wiederum 18.966 nicht in de Lage oder willens, den Wahlzettel korrekt auszufüllen. Blieben noch 817.976 Wähler die sich aktiv, durch Abgabe der Zweitstimme, beteiligten. [Statistik]

Insgesamt verloren SPD, CDU und PDS/Linkspartei fast 150.000 Menschen an die immer größer werdende Gruppe der Nichtwähler. Allein die NPD konnte 11.000 Menschen aus dieser Gruppe für sich mobilisieren und verdankt dieser Mobilisierung einen großen Teil ihres Erfolges. Insgesamt errang sie 59.674 Stimmen – rund ein Sechstel verdankt sie also den vorherigen Nichtwählern.

Und wer wählt jetzt die Rattenfänger vom rechten Rand? Arbeitslose und junge Männer, überwiegend wohnhaft im Osten des Landes und meist mit niederem oder mittlerem Schulabschluss. So gaben 22 Prozent der 18-24-Jährigen der NPD ihre Stimme, bei den 25-34-Jährigen sind es noch 18 Prozent. 

Interessant in diesem Zusammenhang: FDP und Grüne. Immerhin neun Prozent der Arbeitslosen wählten die FDP und ebenfalls neun Prozent, diesmal aber der Auszubildenden, wählten die Grünen.

Nicht überraschend ist daher, dass die langfristige Parteibindung kaum eine Rolle spielt. Für lediglich 22% der Wahlberechtigten spielte diese oder der Spitzenkandidat eine entscheidende Rolle. Die Konsequenz: auch weiterhin werden sehr breit gestreute, wechselhafte, Stimmungen unterliegende, Wahlergebnisse im Nordosten zu erwarten sein.

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