Vorsicht Glatteis: So beugen Sie Stürzen vor

Es muss gar kein Schnee fallen – schon eine frostige Nacht kann, wenn die Luft feucht genug ist, den Bürgersteig und die Straßen in eine Rutschbahn verwandeln. So am vergangenen Samstag geschehen in Norddeutschland. Aber wie kann man sich schützen?


Bei überraschendem Glatt- oder Blitzeis landen selbst junge und sportliche Menschen schnell mal auf dem Allerwertesten. Für ältere Menschen kann ein Sturz weitaus schlimmere Folgen haben. So waren am vergangenen Samstag in Norddeutschland viele Krankenhäuser überlastet, Verbandsmaterial ging teilweise aus. Aber wie kann man sich vor Stürzen schützen, und wie beugt man ihnen vor? Das verraten wir in diesem Artikel.

Unsicher? Bleiben Sie lieber zu Hause!

Orthopäden und Unfallchirurgen raten dringend, sich bei Schnee und Eisglätte nur in Schuhen mit tiefem Profil vor die Tür zu wagen. Wer unsicher geht, sollte bei entsprechender Witterung lieber ganz zu Hause bleiben. Nicht selten landen nämlich im Winter ältere Patienten in der Notaufnahme, die im Alltag extrem bewegungsunsicher sind, aber bei beginnendem Schneefall oder Glätte vor die Tür gehen, um sich zu vergewissern, ob es wirklich schneit. Gehen Sie also bei Gangunsicherheit keine unnötigen Gefahren ein. Bewegungseinheiten und soziale Aktivitäten sollten Sie besser auf sonnige Nachmittage verschieben. Und sorgen Sie vor: Organisieren Sie sich eine Person als Begleitung, damit sie auch bei Frostgraden an die frische Luft kommen.

Winterfeste Gehstöcke

Menschen, die einen Gehstock benutzen, können sich – teils auf Rezept – im Handel einen Gehstockspike, rutschhemmende Gummimuffen und sogar klappbare Schneepickel besorgen, um sich sicherer fortzubewegen. Ein Rollator ist dagegen bei Schnee und Eis keine gute Idee – er ist dafür nicht ausgelegt. Es sei denn, Sie haben ein Modell, bei dem sie die normalen Räder gegen solche mit mehr Grip, also mehr Bodenhaftung bei Glätte austauschen können. Zusätzlich sollten sie auch ihre Schuhe mit Spikes versehen.

Mehr Sicherheit

Sorgen Sie in der dunklen Jahreszeit auch dafür, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen werden können. Helle Kleidung ist darum besser als dunkle. Oder Sie tragen eine Warnweste wie manche Fahrradfahrer. Wer einen Rollator benutzt, sollte ihn mit Reflektoren und Licht ausstatten, zum Beispiel mit Reflektorbändern, die am Rollator aufgeklebt werden.

Knochenbrüche

Der häufigste Bruch in der Winterzeit, der Menschen aller Altersklassen trifft, ist übrigens ein Bruch des Handgelenks, von Ärzten distale Radiusfraktur genannt. Dabei bricht der handgelenknahe Anteil der Speiche, ein Knochen des Unterarms. Kein Wunder: Wer ausrutscht, stützt sich meist reflexartig mit einem Arm ab, um den Kopf vor dem Aufprall zu bewahren. Dabei fängt die Hand die ganze Körper Last auf. Die ist beim Sturz meist so schwer, dass es zum Bruch der benachbarten Speiche im Bereich des Handgelenks kommt.

Vor allem ältere Menschen sind im Winter von Brüchen im Oberarmkopf, im hüftgelenknahen Oberschenkel oder an den Wirbelkörpern betroffen. Das liegt daran, dass mit dem Alter in der Regel die Koordinationsfähigkeit nachlässt, die Reflexe funktionieren nicht mehr so gut. Die Folge: Betroffene stürzen häufig ungebremst auf die Seite. Und weil schon ab dem 30. Lebensjahr die Knochenmasse allmählich abnimmt, sind bei Senioren die Knochen wenig belastbar und brechen leichter.

Foto: Fotolia, 28548769, blueelephant1

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