Vom Mittelalter bis zur Gegenwart: Die 10 berühmtesten Hellseher

Unter den Hellsehern und Medien hat es zu allen Zeiten Scharlatane gegeben, aber auch solche mit tatsächlich unerklärlichen Fähigkeiten. Heutzutage gibt es sogar wissenschaftliche Studien, die sich mit diesen Phänomenen auseinandersetzen. In früheren Zeiten waren Hellseher oft hoch angesehen oder aber gefürchtet.

Hellseher: Die Top 10

1

Nostradamus (1503 – 1566)

Der wahrscheinlich berühmteste Hellseher hieß eigentlich Michel de Nostredame und war als Apotheker, Arzt und Astrologe tätig. Er wurde bereits zu seinen Lebzeiten berühmt durch zahlreiche prophetische Gedichte, die bis heute überliefert sind. Diese Gedichte sind relativ vage gehalten und daher vielfältig interpretierbar, es werden weder Namen noch konkreten Daten genannt. Anhänger des Nostradamus behaupten bis heute, er habe zahlreiche Ereignisse hervorgesagt, darunter auch die beiden Weltkriege. Über Nostradamus gibt es viel verschiedene (Sach-)Literatur, sein Leben wurde verfilmt und in Romanen verwendet. Selbst in der Popmusik finden sich Bezüge auf ihn.
2

Jeanne d’Arc (1412 – 1431)

Angeblich hatte Jeanne d’Arc mit 13 Jahren erste Visionen, in denen ihr die Heilige Katharina, die Heilige Margareta und der Erzengel Michael erschienen. Von diesen erhielt sie nach eigenem Bekunden den Befehl, das damals besetzte Frankreich von den Engländern zu befreien und den Thronfolger zum Thron zu führen. Tatsächlich gelang es später der jungen Frau von einfachem Stand, eine Audienz beim Thronerben von Frankreich zu erlangen und sie prophezeite ihm seine spätere Krönung. Er gab der charismatischen Frau daraufhin das Kommando über eine kleinere militärische Einheit und es gelang ihr tatsächlich mit deren und weiterer Hilfe, die Engländer von einer bestimmten Stellung zu vertreiben. Jeanne d’Arc hatte aufgrund ihres Erfolges viele Anhänger und war sehr beliebt. Allerdings wandte sich der später gekrönte Thronerbe Karl VII. von ihr ab, da er andere politische Ziele verfolgte. Jeanne d’Arc wurde 1430 verhaftet, aufgrund „ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“, für schuldig befunden und ein Jahr später auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. 24 Jahre später wurde Jeanne d’Arc vollständig rehabilitiert, nachdem ihre Mutter einen entsprechenden Prozess veranlasst hatte. Jeanne d’Arc wurde 1920 heilig gesprochen. Es gibt zahlreiche Sachbücher und Romane über Jeanne d’Arc, außerdem wurde ihr Leben mehrfach verfilmt für Kino und TV. Zahlreiche Musikstücke verschiedener Genres wurden über die Visionärin verfasst.
3

Marie-Anne Lenormand (1772-1843)

Die französische Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand eröffnete zusammen mit der Wahrsagerin Madame Gilbert ein „Büro für Wahrsagerei“. Sie prophezeite einigen führenden Männern der französischen Revolution, darunter Robespierre und Marat, zutreffenderweise einen gewaltsamen Tod. Zweimal wurde Marie-Anne Lenormand des Hochverrats angeklagt, außerdem wurde ihr zu Unrecht Spionage vorgeworfen und schließlich Hexerei, sie war aber jeweils nur kurzzeitig im Gefängnis, unter anderem auch, weil ihre hochrangigen Anhänger Druck ausübten. Zu ihren Kunden zählten sogar Adlige bis hin zur französischen Kaiserin Josephine und dem russischen Kaiser Alexander I. Nach ihr wurden später die Lenormandkarten benannt, die zum Karten legen bis heute verwendet werden, allerdings hat die Wahrsagerin selbst wahrscheinlich ein anderes Kartendeck benutzt.
4

Edgar Cayce (1877 – 1945)

Edgar Cayce war eines der berühmtesten Medien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ursprünglich war Cayce Fotograf und Buchhändler. In einem tranceähnlichen Zustand war es ihm möglich, oft erstaunlich übereinstimmende Vorhersagen zu treffen, beispielsweise über die Krankheit einer ihm unbekannten  Person, deren Namen, Geburtsort- und -datum ihm zuvor von deren Angehörigen genannt worden war. Später beantwortete er auch Fragen über frühere Leben und empfing angeblich Botschaften über das mystische Atlantis und Gott. Cayce wurde von seinen Zeitgenossen als Hellseher, Mystiker oder gar Prophet bezeichnet. Nach eigenem Bekunden empfing er „Botschaften von einer höheren Ebene“, was heutzutage auch als „Channeln“ bezeichnet wird. Viele dieser Botschaften zeichnete seine Sekretärin auch auf, jedoch erst ab 1923. Edgar Cayce lag mit vielen seiner Vorhersagen richtig, es gibt aber auch zahlreiche irrtümliche Aussagen. Er brachte mehrere Bücher zu esoterischen Themen heraus, die auch heute noch gern gelesen werden.
5

Ewangelia Pandewa Guschterowa (1911-1996)

Die berühmteste Seherin Bulgariens war auch als „Baba Wanga“ oder „Seherin von Petritsch“ bekannt und wurde teilweise wie eine Heilige verehrt. Sie empfing im Frühjahr 1941 eine Vision von schrecklichen Dingen und nur wenig später begann tatsächlich der deutsche Feldzug gegen Jugoslawien. Die Kunde von ihrer Hellsichtigkeit verbreitete sich schnell und sie wurde von Soldaten und Bauern aus der Umgebung konsultiert. 1943 wurde sie sogar von dem bulgarischen König Boris III. aufgesucht und sagte angeblich zutreffend seinen vorzeitigen Tod voraus. Unter dem späteren kommunistischen Regime musste Baba Wanga ihre Tätigkeit als Wahrsagerin einschränken, wurde jedoch in den Sechziger Jahren Angestellte im staatlichen Institut für Suggestiologie. Ihre Wahrsagereien wurden auch wissenschaftlich untersucht, wobei sich eine Trefferquote von 80 % ergab. Baba Wanga war bis zu ihrem Tod eine hoch angesehene Persönlichkeit in Bulgarien, die von Hunderten von Ratsuchenden konsultiert wurde.
6

Aleister Crowley (1875 – 1947)

Aleister Crowley, ein Zeitgenosse Edgar Cayces, war kein Medium im klassischen Sinn, jedoch sehr bewandert in verschiedenen esoterischen Strömungen und okkulten Praktiken, weshalb er in dieser Auflistung nicht fehlen darf. Er beschäftigte sich unter anderem mit der Kabbala, Mystik, Astrologie, Okkultismus, Magie, war Dichter und Verleger. Crowley war zunächst Mitglied im „hermetischen Orden der goldenen Morgenröte“, gründete später den sogenannten „Ordo Templi Orientis“, ferner auch den Orden „Astrum Argenteum“. Außerdem begründete er ein eigenes philosophisch-religiöses System namens „Thelema“. Entgegen zahlreichen Vorurteilen und Gerüchten war Crowley kein Satanist. Crowley veröffentlichte zahlreiche Bücher, unter anderem auch eine Autobiografie. Das Buch „Der Magier“ von William Somerset Maugham basiert auf Crowleys Leben.
7

Erik Jan Hanussen (1889 – 1933)

Erik Jan Hanussen war unter anderem als Hellseher und Hypnotiseur tätig, aber auch als Trickkünstler und gab sogar selbst zu, ein Hochstapler zu sein (in seinem Buch „Meine Lebenslinie“). Trotz seiner jüdischen Herkunft suchte er die Nähe der Nationalsozialisten und sagte unter anderem den Aufstieg Hitlers und den Brand des Reichstagsgebäudes vorher, was sich aber auch erklären lässt durch seine Kontakte zur SA. 1933 wurde Hanussen ermordet aufgefunden, vermutlich handelte es sich bei den Tätern um Mitglieder der SA. Hanussens Leben wurde mehrfach verfilmt.
8

Madame Buchela (1899-1986)

Madame Buchela wurde auch „Seherin von Bonn“ genannt. Mit bürgerlichem Namen hieß sie Margarethe Meerstein. Angeblich sah sie de
n Tod ihres Bruders voraus und entdeckte so zum ersten Mal ihre Hellsichtigkeit. Sie wurde möglicherweise unter anderem konsultiert von Konrad Adenauer, außerdem war sie beteiligt an der Aufklärung von vier Morden, allerdings ganz ohne wahrsagerische Fähigkeiten: Die beiden Täter hatten sie aufgesucht vor den Morden, erschienen ihr allerdings verdächtig.
9

Friederike Hauffe (1801-1829)

Friederike Hauffe wurde bekannt als „Seherin von Prevorst“. Nach einer unspektakulären Jugend zeigten sich um 1825 bei ihr eine „Dämonen- und Geisterbesessenheit“. Angeblich nahm sie Stimmen und Lichtererscheinungen wahr und sagte Ereignisse voraus, die später tatsächlich eintrafen. Sie wurde bis zu ihrem Tode vier Jahre später mit verschiedenen Methoden von dem Oberamtsarzt Justinus Kerner behandelt, der auch ein Buch über sie veröffentlichte. Die Seherin von Prevorst wurde häufig konsultiert. Das Buch ihres behandelnden Arztes wurde zum Bestseller und sorgte dafür, dass ihre Geschichte überregional bekannt wurde.
10

Allison DuBois

Die Amerikanerin Allison DuBois ( Jahrgang 1972 ) sagt von sich selbst, ein Medium zu sein. Sie verfügt angeblich über die Fähigkeit mit Toten kommunizieren zu können, seitdem sie sechs Jahre alt war. Damals empfing sie nach eigenem Bekunden Nachrichten von ihrem verstorbenem Großvater. Ihr Leben wurde verfilmt in der TV-Serie „Medium – Nichts bleibt verborgen“, mit Patricia Arquette in der Hauptrolle. Unter anderem arbeitete DuBois im Büro eines Bezirksstaatsanwaltes. Dort erhielt sie Zugang zu Ermittlungsakten und gab an, beim Betrachten der Ermittlungsbilder Visionen zu haben von der Tat und den näheren Umständen. DuBois angebliche Fähigkeit des Hellsehens wurde auch wissenschaftlich untersucht und größtenteils bestätigt, da sie genaue Informationen über ihr nicht bekannte Verstorbene machen konnte.

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