Volkskrankheit Parodontose

Parodontose verläuft schleichend und über Jahre hinweg. Klar, es blutet ein bisschen beim Zähneputzen und irgendwie sehen die Zähne auch immer länger aus, aber weh tut’s eigentlich nicht. Fatal: Denn im Mundinneren geht still und heimlich ein gefährlicher Prozess vor sich.
 
Verantwortlich dafür sind bestimmte Bakterien. Diese setzen sie als Belag (Plaque) an den Zähnen fest. Zunächst ist der Belag weich und kann noch recht gut entfernt werden. Passiert dies nicht, wird die Plaque mit der Zeit hart und beginnt sich zwischen Zahn und Zahnfleisch zu schieben. Nun kommt es zu Zahnfleischentzündungen in deren Folge sich kleine Lücken am Zahnfleischsaum bilden, die so genannten Zahnfleischtaschen. Diese werden im Verlauf immer tiefer und die Bakterien krabbeln darin nach unten, bis sie irgendwann am Kieferknochen angekommen sind. Im Verlauf wird das ganze Zahnhaltegerüst abgebaut, die Beißerchen verlieren ihren Halt, fangen an zu wackeln und verabschieden sich.
 
Was ist zu tun: Das Wichtigste ist der Gang zum Zahnarzt. Je nach Zustand ist nun eine Parodontose-Behandlung angesagt. Hierbei werden tiefsitzende Beläge auch unter dem Zahnfleischrand entfernt. In regelmäßigen Abständen, die sich nach dem individuellen Befund richten, sollten bei Parodontose-Patienten anschließend professionelle Zahnreinigungen durchgeführt werden (die man leider selber zahlen muss). Dabei befreit eine Dentalhygienikerin die Zähne von neuer Plaque mit Hilfe von Ultraschallgeräten.
 
Auch die eigene Mundhygiene ist wichtig, um den Bakterien künftig Paroli zu bieten. Neben dem gründlichen 3-4-minütigem Zähneputzen nach jedem Essen, sollte man abends Zahnseide benutzen und morgens Interdentalbürstchen. Was die Ernährung betrofft, ist es ratsam, auf zuckerhaltige und klebrige Speisen, wie Chips und Kekse, zu verzichten. Denn diese Leckereien bleiben an den Zähnen regelrecht haften. Und: Essen Sie täglich zwei Grapefruits. Forscher der Universität Jena haben herausgefunden, dass der Verzehr dieser Zitrusfrüchte gegen Zahnfleischbeschwerden hilft. Grund: In Grapefruit steckt besonders viel Vitamin C. Dieses Vitamin bekämpft die Parodontose erregenden Bakterien und fördert die Heilung des Zahnfleischs. Raucher sollten außerdem ihrer Sucht entsagen. Denn Rauchen fördert die Entstehung von Parodontose und erschwert zugleich den Heilungsprozess, da es u.a. die Durchblutung beeinträchtigt. Deswegen blutet das Zahnfleisch bei betroffenen Rauchern auch weniger. Und genau das führt oft zu einem Trugschluss: Viele Raucher denken, es sei alles in Ordnung. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

5 Meinungen

  1. Chefarztfrauenfreund

    Gibt es irgendeine Untersuchung, die belegt, das die sogenannte professionelle Zahnreinigung irgendetwas bringt, ausser dem Zahnarzt ein gefüllteres Konto?Oder soll man den Beitrag als Promotion für IGEL verstehen?

  2. inwieweit es studien gibt, die das belegen, weiß ich nicht. allerdings weiß ich aus eigener erfahrung, dass mein zahnfleisch dadurch wesentlich besser geworden ist und eben nicht mehr blutet.ich weiß aber auch, dass viele leute diesen teuren behandlungen kritisch gegenüber stehen, aber wenn die bakterien erst einmal unter dem zahnfleisch sind und den knochen abbauen (das kann man ja wirklich auf dem röntgenbild sehen), gibt es wohl kaum alternativen. meine erfahrung ist auf jeden fall: parodontose-behandlungen (die ja von der kasse bezahlt werden) ohne nachsorge bringen nichts.

  3. Was für ein Ausbruch an Scharfsinn!Diese Argumentation! Diese Logik! Diese Stringenz!.Selbstverständlich wissen das ein paar Heilpraktiker besser als die scientific community! Die Heilpraktikers brauchen nur mal Luft zu holen, und schon haben sie eine medizinische Erklärung erledigt.So einfach geht das, wenn man keine Ahnung hat, nicht?.Schon mal was davon gehört, dass mehr als ein Faktor die Rate an Diagnosen beeinflußt? Alleine bessere Diagnostik und erhöhte Aufmerksamkeit würden die Rate an Alzh.-Diagnosen ansteigen lassen.Aber ihre Argumentation, so würden unvoreingenommene Zeitgenossen mit Sicherheit urteilen, die hat die Grenze zur Dummheit wirklich überschritten, wenn Sie das selbst glauben.Träfe Ihr Argument nämlich zu, dann müsste sich die Lebenserwartung in den letzen 30 Jahren nicht mehr erhöht haben. Hat sie aber und zwar nicht schlecht..Soviel Eigentor ist schon nicht mehr zum Aushalten!Dass sowas Menschen behandelt, das ist ein echtes Versäumnis deutscher Gesetze..Etwas Restvernunft würde ja eigentlich empfehlen, in Zukunft das Schreibbedürfnis zu unterdrücken um das Risiko, sich so selbst zu blamieren zu reduzieren…

  4. Bitte obigen Kommentar löäschen. War etwas zu scharf formuliert.

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