Verband Deutscher Unternehmerinnen: 61 Jahre aktive Lobbyarbeit

1.600 Unternehmerinnen, 15 Landesverbände, 15 Regionalkreise: Der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VdU) ist das Lobbyinstrument für Unternehmerinnen gegenüber Wirtschaftsverbänden und Politik. Den Verband gibt es bereits seit 61 Jahren: Französische Kolleginnen waren bei der Gründung im Jahre 1954 – als sich zunächst 31 deutsche Firmenlenkerinnen zusammenschlossen – Vorbild, denn diese hatten sich bereits acht Jahre zuvor zu einem Verband zusammengeschlossen. In den 61 Jahren seines Bestehens hat sich der VdU zu einer wichtigen Kraft der deutschen Wirtschaft entwickelt: Die 1.600 Mitglieder erwirtschaften mit ihren Unternehmen 85 Milliarden Euro und beschäftigen zusammen 500.000 Mitarbeiter. Verbandpräsidentin ist die Rechtsanwältin und Steuerberaterin Stephanie Bschorr.

Was macht der VdU?

Die Mitglieder des Verbands Deutscher Unternehmerinnen unterstützen sich gegenseitig, tauschen sich untereinander aus, engagieren sich sozial und gesellschaftlich. Sie können Seminare, Workshops sowie bundesweite und internationale Veranstaltungen besuchen. Der Verband betreibt aktive Lobbyarbeit gegenüber Wirtschaftsverbänden und Politik, ist außerdem im Projekt „Stärkere Präsenz von Frauen in Aufsichtsgremien“ engagiert.

Neben der Stärkung der Akzeptanz, Gleichberechtigung und öffentlichen Wahrnehmung der Frau als Unternehmerin in Wirtschaft und Gesellschaft, fördert der VdU auch den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmerinnern und Existenzgründerinnen. Eine aktuelle Umfrage, für die der VdU und die Deutsche Bank mehr als 300 Mitglieder des Verbands befragten, zeigt: Auch Deutschlands Unternehmerinnen bekommen den Fachkräftemangel immer stärker zu spüren. 42 Prozent haben derzeit Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen – im Vorjahr waren es nur 33 Prozent.

Unternehmen in Deutschland wie zum Beispiel der Fleischwarenhersteller Schwarz Cranz suchen der Umfrage nach insbesondere Fachkräfte mit Berufsausbildung (74 Prozent) und Hochschulabschluss (44 Prozent). Die Unternehmerinnen investieren darum stärker in die Bindung von Mitarbeitern. 67 Prozent der Befragten bieten Weiterbildung an. 63 Prozent setzen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein – dies ist der größte Zuwachs mit einem Plus von zehn Prozentpunkten. Wichtigstes Vereinbarkeitsinstrument ist mit 71 Prozent die Flexibilisierung von Arbeitszeiten. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmerinnen nicht besonders rosig – nur 23 Prozent von ihnen glauben, dass die Lage besser wird. Im vergangenen Jahr waren es immerhin noch 33 Prozent, die an einen wirtschaftlichen Aufschwung glaubten.

VdU: Wie wird frau Mitglied?

Mitglied werden kann jede Antragstellerin, die entweder selbst unternehmerisch tätig ist, mit Kapital an einem Unternehmen beteiligt oder familiär an einen Firmeninhaber gebunden ist. Als ordentliches Mitglied muss frau einen Umsatz von mindestens 250.000 Euro vorweisen oder mindestens drei Mitarbeiter beschäftigen.

Bidlnachweis: Thinkstock, iStock, shironosov

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