Thrity Umrigar „The Space between us“

In The Space between us geht es um zwei Familien, die durch ein Arbeitsverhältnis lebenslang aneinander gebunden sind. Sera und Feroz Dubash haben eine Haushälterin oder Mädchen für alles, Bhima, schon seit über 20 Jahren. Umrigar erzählt die Lebensgeschichte beider Frauen, Sera (mistress) und Bhima (servant), die aus gegensätzlichen sozialen Schichten stammen, aber durch viele Gemeinsamkeiten eng miteinander verbunden sind, enger, als sie es jeh zugeben würden. Beide Frauen gingen blauäugig ihre Ehen ein, wurden tief verletzt und enttäuscht. Darüber sprechen sie nicht miteinander, aber die Autorin lässt es den Leser in Rückblenden nachempfinden.

Eine der Szenen, die sich mir am tiefsten eingeprägt hat, handelt von Sera, die von ihrem jähzornigen Mann geschlagen wird. Es gehört sich nicht, darüber zu reden und schon gar nicht, dass die Nachbarn davon wissen. Also bleibt Sera zu Hause und vergräbt sich im Bett. Bhima nimmt die Initiative in die Hand, kocht eine Flüssigkeit mit Öl und Kräutern und streicht sie auf die Wunden ihrer Mistress. The Space between us – Der Raum zwischen uns – wird in dieser intimen Szene aufgehoben: Sera lässt sich zum ersten Mal von Bhima anfassen (einreiben und massieren), ein Tabu wird durchbrochen, denn Bhima lebt in den Slums und ist somit schmutzig, auch wenn sie auf persönliche Sauberkeit achtet. Die Distanz zwischen ‚Herrin' und ‚Dienerin' wird auch deutlich in den ungeschriebenen Gesetzen, die von Bhima befolgt werden müssen: sie kann nicht mit am gleichen Tisch essen wie die Familie, für die sie kocht und sauber macht. Sie darf sich auch nicht auf das Sofa setzen.

Space – Raum oder Lücke – eine Lücke wird überwunden, aufgefüllt, wenn Sera Bhima mit deren Enkelin hilft. Sera erkennt deren Intelligenz und bezahlt ihre Collegeausbildung. Damit könnte in naher Zukunft die Distanz zwischen den Familien weiter vermindert werden, denn Bhima hofft, ihre Enkelin könnte mal eine ‚richtige' Arbeit bekommen und sich eine Wohnung leisten. Damit kämen sie aus den Slums heraus.

Umrigar beschreibt das Leben einer Minderheit in Bombay, Indien. Die Familie Dubash sind Parsi, die vor über 900 Jahren aus Persien als politische Flüchtlinge nach Indien kamen.

Auch sprachlich ist der Roman eine Entdeckung. Umrigar schreibt sehr direkt: „When you got right down to it, sex was ultimately a selfish act, the expectations of one body intrinsically woven into the needs of the other." (S. 108) Ende diesen Monats kommt ein neues Buch von ihr in die Buchläden. Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, wie sie zum ersten Mal nicht über Indien schreibt, sondern über eine indische Familie in den USA.

Andere Romane von Umrigar: Bombay Time (2002)

Memoir: First Darling of the Morning

Foto von Website: http://www.umrigar.com/, auf der man auch Interviews mit der Autorin finden kann.

6 Meinungen

  1. Ich hatte jüngst einen intressanten Vortrag, bei dem darauf hingewiesen wurde, dass der Bär als Symbol der Eingeweihten für die Börse genannant wurde. Bär=fallende Aktien, Bär ist tot =weg=steigende Aktien. Ich habe diese Überlegung als richtig erkennen müssen: perfekte Idee, um ungeiert Insiderwissen per totaler Öffentlichkeit allgemein bekannt zu machen.Die ganze Bärenstory war nur ein Märchen für Eingeweihte.Allgemeinarztmannmfg

  2. BrunosBotschaft?:-)Ich sag nur – Bruno war wohl Cleverer als wir dachten 🙂

  3. Mail-Aktion: Vorsorgen. Nie wieder ein Bruno (-Desaster)!(ab27.06.2006)Wenn Behörden in Bayern es nicht schaffen, einen zugewandertenund vom Umweltminister ‘willkommen geheißenen’ Bären und dieBevölkerung in der betroffenen Region angemessen zu managen, wiesollten dann Regenwaldländer es jemals schaffen, ihre Wälder zu rettenund langfristig zu erhalten? Wir erwarten mehr von den bayerischenBehörden.Wir bitten alle LeserInnen, die Protestmail abzuschicken.Diese findet man direkt hier: http://www.wald.org/baer

  4. An Acoustic Tribute to Bear Bruno | Various Artists | Gruenrekorder Audio-Project 06 Konzept:Als eine Art des Protests gegen die Ermordung des Bären Bruno, bittet Gruenrekorder um die Einsendung von Tracks mit einer Spiellänge von 0:30-3:00 Min. zum Gedenken an den Bären. Gruenrekorder stellt die Stücke unter Creative Commons Lizenzen online. Dort sind sie dann frei erhältlich. Gruenrekorder hofft, durch dieses Projekt ein akustisches Denkmal zu setzen, damit Brunos sinnloser Tod nicht in Vergessenheit gerät. Für zugesendete Beiträge sind wir dankbar!Mit akustischen Grüßen, das Gruenrekorder Team.

  5. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Illustrationen in diesem Buch gar nicht gefallen. Irgendwie sind sie lieblos und zu kontrastlos. Vielleicht liegt es auch am Druck…
    Es gibt viel schönere und besser geschriebene Kinderbücher!!

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