Das Debütalbum der Killers war und ist Weltklasse. Im Prinzip besitzt jeder Song von „Hot Fuss" Singlepotential. Dagegen wirken die neuen Lieder tiefgründiger, sind allerdings auch nicht mehr so schnell und einfach zugänglich. Weniger Varieté mehr Rock ist die Devise. Zum neuen Image der Band gehören frisch gewachsene Bärte. Ich frage mich ernsthaft wer ihnen dazu geraten hat, mich überzeugt das Outfit jedenfalls nicht. Das Konzert am letzten Freitag dagegen schon.
Eine gesunde Mischung von neuem und altem Album lässt vergessen, dass beiden Alben eigentlich recht unterschiedlich sind und fügt alles in ein Gesamtkonzept. Als ob es von Anfang an so geplant gewesen wäre. Das Publikum tobt, Sänger Brandon Flowers ist offensichtlich zufrieden. Wir im Publikum sind es auch und machen uns mit ausgelassenem Hopsen und Pogen Luft. Erstaunt hat mich nur, dass einige aus dem Publikum ausgerechnet bei den langsamsten Liedern anfingen Stage-Diving zu betreiben. Wobei Stage-Diving nicht ganz richtig ist, denn eigentlich schmissen sie sich einfach gegenseitig hoch, ohne Benutzung der Bühne, um sich anschließend vom Publikum tragen zu lassen.
Aber, wie einer aus den hinteren Reihen Brandon Flowers zurief: „Hamburg ist nicht Las Vegas!" So könnte man, finde ich, für einen Eintrittspreis von 28 Euro ein wenig mehr Konzert erwarten. Denn die Vorband aus Großbritannien „Howling Bells" war zwar gut, aber bevor man wirklich zuhören konnte, verließen sie schon wieder die Bühne. Mehr als 20 Minuten durften oder wollten sie nicht spielen. Leider dachten sich wohl auch The Killers, dass in der Kürze die Würze liegt und spielten ebenfalls nur 50 Minuten und darin waren die zwei Zugaben schon enthalten. Schade! Aber vielleicht lag es auch an der fehlenden Kommunikation zwischen den Bandmitgliedern, denn je länger ich zuschaute, desto mehr kamen mir die einzelnen Bandmitglieder wie Einzelkämpfer vor. Das soll nicht heißen, dass jeder gespielt hätte was er wollte, denn die Musik war astrein, perfekt, mitreißend und alle positiven Attribute die man noch finden kann, aber keiner von ihnen interessierte sich für die anderen Bandmitglieder. Auch eine Vorstellung der Band fand nicht statt und erst nach der Hälfte des Konzertes fiel mir auf, dass, fast völlig hinter der Deko versteckt, noch ein fünfter Musiker auf der Bühne saß. Ein weiterer Keyboarder, der scheinbar extra für die Tour als Unterstützung mitgekommen war. Die stiefmütterliche Behandlung hat er sicher nicht verdient.
Trotz meines Genörgels war das Konzert aber super und wer noch Karten für die weiteren Konzerte der Killers hat, kann sich auf einen schönen Abend freuen! 🙂