Studieren ohne Abitur: Was muss man beachten, welche Fachrichtungen sind möglich?

Sie haben kein Abitur, würden aber gerne studieren? Kein Problem, denn in Deutschland gibt es mittlerweile die Möglichkeit, auch ohne eine Hochschulreife ein Studium zu beginnen. Der Weg ist zwar noch nicht für alle Fachbereiche geöffnet, aber eine bundesweite Auswahl erhöht die Chance, etwas Passendes zu finden.

Studieren ohne Abitur: Voraussetzungen und Bewerbungskriterien

In ganz Deutschland kann man zwischenzeitlich Studiengänge an bestimmten Hochschulen oder Fachhochschulen belegen und ohne Abitur studieren. Voraussetzungen dafür sind in erster Linie:

  • erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
  • Berufserfahrung oder Weiterbildung (Meister, Fachkraft etc.)
  • gewisses Mindestalter (oftmals von 24 Jahren )

Auch Englischkenntnisse sind gefragt und daher von Vorteil. Zudem kann die (Fach-) Hochschule eine Zugangsprüfung verlangen ebenso wie eine Auswahl durch ein direktes Beratungs– oder Eignungsgespräch treffen. Andere Universitäten setzen von vorne herein eine Probezeit fest, die bis zu vier Semestern andauern kann.

Fachrichtungen für Studenten ohne Abitur

Prinzipiell gibt es keine Einschränkungen bei der Wahl der Studienfachrichtung, allerdings tanzen manche Bundesländer, beispielsweise Bayern, aus der Reihe, so dass man sich vorab gründlich informieren sollte.

Wichtig ist auch, dass die Entscheidung der Fachrichtung verpflichtend ist. Anders als bei (Fach-) Abiturienten können Studierende ohne Hochschulreife ihr Fach nicht wechseln. Zudem ist es auch nicht möglich, parallel zum Vollzeitstudium einer Tätigkeit auf Festangestelltenbasis nachzugehen. Nur bei einem Teilzeit– oder Fernstudium ist dies erlaubt.

Da viele Fachrichtungen überlaufen sind, muss damit gerechnet werden, dass man nur über eine Warteliste für den Studiengang zugelassen wird. Es ist unnötig zu erwähnen, dass dabei natürlich die Abiturienten Vortritt haben.

Studieren ohne Abitur: Alternative Ausland

Im Ausland ist der Weg der Bürokratie lange nicht so weit und beschwerlich wie in Deutschland. Natürlich hat eine strukturierte Ordnung auch ihre Vorteile, aber warum kompliziert, wenn es auch einfacher geht? Allerdings muss man auch hier abwägen: Selbst wenn die Anforderungen der Universitäten geringer sind, muss man für ein Studium im Ausland vorab viele organisatorische Schritte gehen.

Studieren ohne Abitur ist im Ausland an und für sich kein Problem, zumal die Ansprüche und Voraussetzungen nicht so hoch sind. Manche Länder werten beispielsweise eine deutsche Berufsausbildung zu einem Bachelor oder Master auf, ohne dass man je studiert hat. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Ausland nicht immer eine strenge Trennung zwischen der beruflicher Bildung und dem akademischen Studium herrscht.

Trotz allem benötigt man eine beglaubigte Übersetzung der Schulzeugnisse sowie der Zertifikate der Berufsqualifikationen. Sprachkenntnisse – meist in Form eines Sprachnachweises – und Altersbegrenzungen spielen auch an ausländischen Universitäten eine Rolle.

Eigentlich gibt es nur drei anerkannte Sprachnachweise, die weltweit akzeptiert werden:

  • amerikanischer TOEFL-Test,
  • britische Tests IELTS oder
  • Cambridge Proficiency Exam (CPE)

Hinweis: Ohne Abitur hat man oftmals keinen Anspruch auf ein Auslands-BAföG, so dass man auf andere Finanzierungsoptionen zurückgreifen muss.

Informationen zum Studium ohne Abitur bekommen Sie auf den Seiten der Kultusministerien der 16 verschiedenen Bundesländern, auf den jeweiligen Homepages der Hochschulen oder auf dieser Webseite.

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