Studie zeigt: Die Bildung in Deutschland ist nicht ungerecht

Studie zeigt: Die Bildung in Deutschland ist nicht ungerecht

In Deutschland gibt es keine Chancengleichheit bei der Bildung? Der Bachelorabschluss ist keine gute Sache? Das Bildungswesen in Deutschland steht häufig in der Kritik. Eine neue Studie zeigt nun auf, wie es wirklich um Schule, Uni und unseren Bildungsnachwuchs steht.



Entwicklung im Bildungswesen seit 2000

Die im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft erstellte Studie hat die Entwicklung seit dem Jahr 2000 beleuchtet: Das Jahr, in dem die erste Pisa-Studie erschien. Kern der Untersuchung war die Frage, inwieweit die Bildungsgerechtigkeit in deutschen Landen zu- oder abgenommen hat. Die Analyse kommt dabei unter anderem zu dem Schluss, dass es im Gegensatz zum Bildungsbericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hierzulande mittlerweile mehr Bildungsaufsteiger als -absteiger gibt: Die Nachkommen sind statistisch also besser gebildet als die Generation ihrer Eltern. Auch die sogenannte „Bildungsungerechtigkeit“ ist in Deutschland auf dem Rückzug: Wies Deutschland hier im Jahr 2000 noch einen der schlechteren Werte auf, so hatte es sich im Jahr 2012 bereits wieder auf einen Mittelwert eingependelt.

Weniger funktionale Analphabeten

Die Studie zeigt auch, dass die Gruppe der Jugendlichen, die mit 15 Jahren noch nicht richtig lesen können, seit dem Jahr 2000 von 23 auf 15 Prozent gesunken ist. Ebenso sank auch die Leistungsdifferenz zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund – dazu passt auch die Erkenntnis, dass Einwandererkinder und Kinder aus sozial benachteiligten Familien mehr als je zuvor die Kindergärten besuchen. Auch der Anteil der Ungelernten unter den 20- bis 29-Jährigen sank innerhalb der letzten 16 Jahre von 17 auf 14 Prozent. Außerdem ist laut der Studie der Adenauer-Stiftung das deutsche Bildungswesen für junge Menschen aus weniger privilegierten Schichten insgesamt offener geworden. Kinder aus Nichtakademikerfamilien, die eine akademische Laufbahn einschlugen, stieg von 19 auf 23 Prozent an: Die Chancen auf einen Aufstieg durch Bildung scheinen also besser zu sein, als viele vielleicht angenommen haben.


Bildquelle: Fotolia, 35674472, Robert Kneschke

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