Studie: Macht beruflicher Erfolg unsozial?

Buisness-Mann schaut aus dem Fenster

Kollegenschweine aufgepasst: Sind Sie beruflich besonders erfolgreich? Halten Sie sich für etwas Besseres? Ganz normal, wenn Sie dann auch noch unsozial sind! Das wollen zumindest Londoner Forscher herausgefunden haben.

Je mehr Erfolg, desto weniger Mitgefühl

Ein Team des University College London unter der Leitung der Experimentalpsychologin Ana Guinote untersuchte in vier Experimenten den Zusammenhang zwischen Erfolg und sozialem Verhalten. Ergebnis: Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialem Status und sozialen Überzeugungen und Handlungen. Für Erfolgreiche steht allein das eigene Vorwärtskommen im Mittelpunkt. Hilfsbereitschaft oder Empathie haben da keinen Platz. Auf der anderen Seite verhalten sich weniger erfolgreiche Personen besonders sozial. Sie sind eher bereit zu helfen, und haben zudem auch einen stärkeren Gemeinschaftssinn sowie Verantwortungsgefühl. Laut der Studie beginnt unsoziales Verhalten sogar schon im Kindesalter mit vier bis fünf Jahren. Hier schauen sich Kinder in erster Linie das Verhalten der Eltern ab. Dieses imitieren sie und können auf diese Weise schon ein stark ausgerpägtes (a)soziales Verhalten an den Tag legen.

Evolutionsgeschichtliche Erklärung

Bei einem der Experimente wurden beispielsweise Gruppen mit Studenten verschiedener Studienrichtungen gebildet. Man sagte ihnen, ihr jeweiliges Fach sei besonders wichtig oder besonders unbedeutend. Studenten eines angeblich unwichtigen Faches waren deutlich hilfsbereiter – etwa, wenn es darum ging, einer Person einen scheinbar zufällig heruntergefallenen Stift aufzuheben. Bei einem anderen Versuch wurde 50 Kunststudenten mittels scheinbarer Wertungen eingeredet, ihre Universität sei besonders gut oder besonders schlecht. Anschließend füllten sie einen Fragebogen über ihre Lebensziele aus: Studierende einer angeblich schlechteren Uni erklärten, das Wohl der Gemeinschaft für wichtiger zu halten als rein egoistische Lebensziele. Außerdem war bei diesen Personen der Kinderwunsch ausgeprägter als bei Studenten der angeblichen Elite-Universitäten.

Um diesen Zusammenhang zu erklären, gehen Guinote und ihre Kollegen in die Evolutionsgeschichte zurück: „Mildtätigkeit und partnerschaftliches Verhalten könnte eine Anpassungsstrategie für diejenigen in niedriger Position gewesen sein. Unter vorgeschichtlichen Bedingungen hat ein kooperatives Verhalten den Menschen bessere Aussichten verschafft bei der Nahrungsbeschaffung, Partnerfindung und Verteidigung gegen Bedrohungen.“

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Foto: Thinkstockphotos, iStock, 452367899, coldsnowstorm

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