Streikendes Personal bei Ryanair

Streikendes Personal bei Ryanair

Am Freitag kam es zu einem 24h-Streik der bei der Fluggesellschaft Ryanair beschäftigten Piloten. Ryanair hat damit den größten Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens zu verbuchen. In insgesamt fünf europäischen Ländern wurde die Arbeit für einen Tag niedergelegt – scheinbar mit Erfolg, denn die Fluggesellschaft hat nun bekannt gegeben am Mittwoch Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu beginnen.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Der Pilotenstreik ist das Resultat jahrelangen Lohndumpings seitens Ryanair. Das Unternehmen soll Fachpersonal weit unter dem Standard anderer Fluggesellschaften bezahlt haben, oft wurden aufgrund „saisonaler Schwankungen“ monatlich nur rund 1000 Euro brutto an manche Vollzeitbeschäftigte ausgezahlt – laut Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ein völlig inakzeptables Vorgehen. Auch hält sich das Unternehmen nicht an deutsches Sozialrecht und leistet keine Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall, wie sie hierzulande üblich sind.

Fachkräfte werden rar

Bisher hatte Ryanair vor allem junge Piloten angeworben, welche ansonsten keinen Job fanden. Mittlerweile wechseln aber immer mehr Fachkräfte zu anderen Fluggesellschaften sobald sich die Gelegenheit bietet –  und setzen das Unternehmen somit immer mehr unter Druck. Neue Piloten, Techniker und sonstige Fachkräfte sind nicht mehr so einfach zu bekommen, die Marktmacht die bisher immer bei Ryanair lag, verlagert sich langsam auf die Arbeitnehmer.

Tarifverhandlungen in Aussicht

Die Vereinigung Cockpit (VC) wollte Ryanair mit dem Streik, welcher rund 55.000 Passagiere innerhalb Europas betraf, dazu bringen, sich endlich auf ernsthafte Tarifverhandlungen einzulassen und damit humanere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Und tatsächlich sollen noch diesen Mittwoch die ersten Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufgenommen werden. In einem ersten Schritt geht es explizit um die Belange der rund 1000 in Deutschland stationierten Flugbegleiter. Ver.di hat zusätzlich vor auch gegen Befristungen, kurzfristige Versetzungen und Leiharbeit vorzugehen.


Bilquelle: Pixabay, 2042513, JanClaus

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