Sprachweise: Wie heißt es denn nun richtig? „Abgekartet“ oder „abgekatert“?

Genauso wenig wie ein Spiel mit rechten Dingen zugehen kann, genauso schwierig ist die Frage, wie es denn nun korrekt heißt: „Abgekartet“ oder „abgekatert“? Wir decken die Karten auf und lassen die Katze aus dem Sack.

Welchen Sinn hat die Redewendung?

Man verwendet das Partizip innerhalb der Redewendung, um ein Spiel genauer zu beschreiben. So leuchtet es auch ein, warum die einzig richtige Schreibweise „abgekartet“ sein kann. Jemand, der abkartet, gibt die Karten heimlich falsch aus und benachteiligt andere Spieler. Genauso ist auch die übertragene Bedeutung eines „abgekarteten Spiels“. Es sagt aus, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Ein paar Beispiele:

  • Die Beschlüsse wirkenabgekartet.
  • Die Wahlen sind nicht frei, dafürabgekartet.
  • Die Kritiker hielten die Sache für abgekartet.

Führt man sich die Bedeutung und den Zusammenhang deutlich vor Augen, erscheint es völlig sinnlos, dass sich „abgekartet“ als falsche Variante in den Sprachgebrauch eingeschlichen hat. Abgekatert!? Was soll das überhaupt sein? Vielleicht ist jemand auf die Idee gekommen, nachdem er am vorausgegangenen Abend zu tief ins Glas geblickt hatte.

Sprache möglichst einfach gestalten

Dass so viele Menschen „abgekatert“ sagen statt „abgekartet“ ist abgekartet? Vielleicht! Die meisten solcher Alltagsfehler lassen sich jedoch ganz einfach mit der Sprachökonomie erklären. Dahinter steckt die Neigung der Sprecher und Hörer, sich untereinander mit möglichst geringem Aufwand zu verständigen. Und da die Buchstabenfolge „arte“ für manche etwas schwieriger auszusprechen ist als die Folge „ater“,  benutzen sie die falsche Form.

Bildquelle: Thinkstock, iStock, 178896525, milla1974

 

 

 

 

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