Spore – Weltensimulation zwischen Mega-Hit und Größenwahn

Spore beginnt in 2D: Im Stil von Pac Man frisst man sich als Mikrobe durch die versammelte Konkurrenz, um zu wachsen und zu gedeihen. Schließlich erreicht man, ein Überleben im Artendschungel vorausgesetzt, die nächste Phase und siedelt aufs Land über. Hier setzt sich der Überlebenskampf fort, nunmehr dreidimensional. Es gilt, die evolvierte Kreatur zu beschützen und ihr Überleben zu sichern. Nach einer Weile wird die Kreatur zu einem Stamm, der zu einer Zivilisation und die schließlich zu Raumfahrern, welche ganze Planeten terraformen oder zerstören können.

Jede Phase des Spiels soll ein anderes Spiel-Feeling bieten. Auch wenn das Ziel in jeder Phase gleich bleibt – Überleben nach Darwin – sind die Mittel immer andere. Pac Man in Phase Eins, 3D-Action als Kreatur auf dem Land, soziales Miteinander als Jungtier und strategisches RTS in der Zivilisations-Phase: Spore verspricht, auf jeder Stufe ein neues Spiel zu liefern. Die unterschiedlichen Phasen werden vor allem durch den Editor verbunden. So kann man, sobald die Kreatur vom Wasser aufs Land gewechselt ist, das Aussehen seines Viechs beliebig verändern. Dieses Aussehen wird später beibehalten und man hat beispielsweise einen ganzen Stamm achtbeiniger Spinnen mit sechs Augen auf dem Rücken, die um ein Lagerfeuer tanzen und den Sonnengott anbeten.

Ein weiteres Feature ist der Spore-Server. Das Spiel sendet gespeicherte Kreaturen, Stämme, Zivilisationen oder ganze Planeten auf einen zentralen Server und lädt sich bei Bedarf neuen Inhalt von diesem herunter. So spielt man meistens gegen Inhalte, die andere Spieler erstellt und hochgeladen haben. Dabei sollen nicht nur das Aussehen, sondern bei Zivilisationen auch die Verhaltensweise gespeichert werden können. Eine pazifistisch gespielte Zivilisation wird sich also auch auf dem Rechner eines anderen Spore-Spielers friedlich verhalten.

Release des Spiels sollte eigentlich 2007 sein, der Erscheinungstermin wurde jedoch kurzerhand auf den 7. September 2008 gerückt. Anscheinend ist zwischen den einzelnen Abschnitten des Spiels noch einiges an Feintuning nötig. Besser so, als bei Release ein verbuggtes Machwerk abzuliefern. Für mich gibt diese Verschiebung eher Grund zur Hoffnung als zum Nörgeln.

Spore wird – eine gelungene Verwirklichung des größenwahnsinnigen Konzeptes vorausgesetzt – für mich DAS Spiel 2008. Leider ist bei potentiellen Genie-Streichen auch immer die Möglichkeit grandiosen Scheiterns mit drin, hoffen wir also das Beste!

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  1. Schöner Artikel. Bei uns helfen kalte Wadenwickel ebenfalls. Allerdings nur bei mittlerem Fieber!

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