Sommerferien: Warum nicht alle gleichzeitig große Ferien haben

„School’s out for Summer“: Die ersten Schüler können jubeln und den berühmten Song von Altrocker Alice Cooper trällern, sie haben endlich schulfrei. Bald ziehen die nächsten Bundesländer nach. Die Kinder und Jugendlichen freuen sich auf die Sommerferien und damit auf sechs freie Wochen – doch warum haben sie eigentlich nicht alle gleichzeitig keine Schule?



Jetzt geht’s los: Am 29. Juni starten im einwohnerreichsten Bundesland Nordrhein-Westfallen die großen Ferien. Schüler in den anderen Bundesländern müssen sich noch etwas gedulden. Am 13. Juli beginnen die Sommerferien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, drei Tage später ist in Berlin, Brandenburg und Hamburg schulfrei. Am längsten gedulden müssen sich die Pennäler in Baden-Württemberg, ihre Ferien gehen erst am 30. Juli los – dafür müssen sie aber auch erst am 12. September wieder in die Schule.

Verkehrschaos begrenzen, Tourismus fördern

Warum die Sommerferien an unterschiedlichen Terminen starten und nicht in allen Bundesländern gleichzeitig schulfrei ist, hat mehrere Gründe. So soll vor allem verhindert werden, dass das totale Verkehrschaos ausbricht, weil sich die ganze Republik zur selben Zeit mit dem Auto in den Urlaub begibt und die Straßen verstopft. Gleichzeitig fördern die unterschiedlichen Termine die Touristikbranche. Die Hochsaison dauert länger, das zahlt sich in barer Münze aus. Hotels, Ferienhäuser, Pensionen, Gastronomiebetriebe & Co. sind länger ausgelastet und dabei weniger überlastet.

Bundesländer stimmen sich bei den Sommerferien ab

Die Grundlage für die Festlegung der Ferien in den verschiedenen Bundesländern ist das Hamburger Abkommen. Diese Vereinbarung mit dem offiziellen Titel „Neufassung des Abkommens zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens“ wurde am 28. Oktober 1964 von den Regierungschefs der Länder unterzeichnet und ist bis heute Basis der Grundstruktur des föderalen Bildungswesens in Deutschland. Ein Teil des Abkommen ist die Regelung der Sommerferien, deren genaue terminliche Lage von der Ständigen Konferenz der Kultusminister festgelegt wird.

Zur Organisation der Ferien wurden die Bundesländer in Gruppen mit jeweils ähnlich großer Bevölkerungszahl eingeteilt. Es gibt insgesamt fünf Gruppen, Nordrhein-Westfahlen bildet dabei aufgrund seiner hohen Bevölkerungszahl – das Bundesland hat knapp 18 Millionen Einwohner – eine eigene Gruppe. Die Länder einer Gruppe haben jeweils nahezu gleichzeitig Sommerferien.
Die Bundesländer stimmen sich übrigens nur bei den großen Ferien ab, die anderen Ferientermine etwa zu Weihnachten und Ostern legen sie eigenständig fest. Insgesamt umfassen die Schulferien in Deutschland 75 Werktage pro Jahr – davon können die allermeisten Arbeitnehmer nur träumen.

Bildquelle: Thinkstock, 475706399, iStock, monkeybusinessimages

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