So gelangt der Korken in die Weinflasche – von der Korkeiche zum Kork

Weinflaschenkorken

Falls Sie sich beim Öffnen einer Weinflasche oder bei der Verwendung eines der vielfältigen Produkte aus Kork auch schon einmal gefragt haben, woher dieses Material eigentlich stammt, dann lesen Sie hier weiter, denn hier lernen Sie die Korkeiche näher kennen. Dieser Baum gilt als einer der ungewöhnlichsten unserer Erde – er ist vollständig von einer fetten, grauen und von Rissen durchzogenen Rinde – dem Kork – umgeben ist oder ob er im frisch geschälten Zustand intensiv rot leuchtet.

Die Korkeiche und ihre Verbreitung

Die Korkeiche wächst als immergrüner Baum mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von 10 bis 20 Metern. Der Stammdurchmesser beträgt zwischen 50 und 90 Zentimetern. Vor allem in der westlichen Mittelmeerregion zählt die Korkeiche zu den ortstypischen Baumarten. Ihr Ausbreitungsgebiet erstreckt sich über Portugal und Spanien nach Marokko, Nordalgerien und Tunesien. Sie kommt ebenfalls in einigen Gebieten Südfrankreichs und der Westküste Italiens, sowie auf Sizilien, Korsika und Sardinien vor. Erwähnenswert ist ihr Vorkommen vor allem in Portugal, wo die natürlichen und angepflanzten Bestände ein Gebiet von ca. 750.000 Hektar bedecken. Dies macht Portugal zum führenden Kork-Hersteller in der ganzen Welt. Und obwohl man bis zur ersten Ernte ein Vierteljahrhundert warten muss, die abgestorbene Rinde auch frühestens erst nach weiteren neun Jahren erneut abschälen darf und die Ausbeute pro Baum nur etwa 4000 Korken in einem Jahrzehnt beträgt, verdienen damit mehr als 100.000 Menschen mit der Korkeiche ihren Lebensunterhalt.

Portugal weltweit größte Korken-Herstellung

Als größter Kork-Produzent der Welt stammen von den weltweit jährlich erzeugten zehn Milliarden Korken rund 75 Prozent aus Portugal. In dem Land auf der iberischen Halbinsel geht die Korkproduktion bereits auf das 18. Jahrhundert zurück und die ersten Verarbeitungsstätten wurden vermutlich um 1770 in der Umgebung von Porto errichtet. Zu dieser Zeit entstand der bekannte Vintage Port, ein Portwein, der statt in Fässern in Flaschen reift. Da die Flaschen für den Transport verschlossen werden mussten, stieg die Nachfrage nach Korken enorm. Bis in die heutige Zeit sind in Portugal viele Großfamilien seit Generationen in irgendeiner Form mit dem Kork verbunden und alleine in Portugal sind es ungefähr 20.000 Arbeitskräfte, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten. 30 Prozent der weltweiten Gesamtanbaufläche befinden sich in Portugal und jährlich werden hier etwa 150.000 Tonnen Kork produziert.

Korkverwendung und alternative Flaschenverschlüsse

Der Kork wird hauptsächlich zur Herstellung von Stopfen und Korken verwendet. Daneben wird er aber auch zur Wärme- und Schalldämmung und bei weiteren technischen Anwendungen, wie beispielsweise Verbundwerkstoffe, Schuhsohlen, Bodenbeläge eingesetzt. Noch macht die Flaschenkorkproduktion circa 70% der Wertschöpfung beim Korkanbau aus. Allerdings werden die Naturkorken zunehmend durch Plastik- oder Blechverschlüsse ersetzt. Somit könnte es künftig zu einem Rückgang der Korkeichenbestände in Südwesteuropa kommen, was vor allem die Artenvielfalt in diesen Gebieten gefährden würde.

Bild: Thinkstockphotos, iStock, draghicich

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