So ermitteln Sie den Nodalpunkt für gelungene Panorama Aufnahmen

Will man wirklich schöne Panorama-Aufnahmen machen, sollte man zuvor den Nodalpunkt ermitteln. Dieser ist wichtig, damit die 360° Einzelaufnahmen später als Panorama-Bild im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Sache werden.

Nodalpunkt ermitteln: So wird's gemacht!

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Nodalpunkt: Was ist das?

Zum besseren Verständnis hier zunächst eine kurze Erläuterung zum Begriff: Da das englische Wort „nodal“ auf Deutsch Knoten bedeutet, müsste der Nodalpunkt eigentlich Knotenpunkt heißen. Gemeint ist das optische Zentrum eines Panorama-Bildes. Exakt um dieses Zentrum herum muss die Kamera/Objektiv-Konstruktion gedreht werden. Nur so gelingt es mit Sicherheit, Panorama-Aufnahmen ohne Parallaxenfehler zu erhalten.

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Wie entstehen Parallaxenfehler?

Dieses Phänomen kennen leider viele Hobbyfotografen: Wenn bei der Panorama-Fotographie die Kamera herumgedreht wird, dann kommt es zwischen den entstehenden Teilbildern häufig zu Verschiebungen von Vordergrund- und Hintergrundinformationen. Die verschiedenen Infos passen letztlich nicht mehr übereinander.
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Nordalpunkt ermitteln: So gelingt nahtlose Panorama-Fotografie

Um Pannen wie die obige zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass Fotografen den Nodalpunkt ermitteln. An diesem Punkt im Linsensystem werden die Lichtstrahlen gebrochen und durch die Optik steht plötzlich das Bild auf dem Kopf. Wichtig: Nur wenn wir den Nodalpunkt – sozusagen als idealen Drehpunkt – ermitteln, können saubere Einzelaufnahmen entstehen, die sich an späterer Stelle nahtlos und ohne Schwierigkeiten in der Bildbearbeitung zusammenfügen lassen.

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Zum Verständnis: Selbsttest

Zum besseren Verständnis des Phänomens versuchen Sie doch einmal, sich in die Perspektive Ihrer Kamera zu versetzen. Strecken Sie dafür einen Arm aus, und recken Sie einen Daumen nach oben – gerade so, als wollten Sie trampen. Fixieren Sie nun mit einem Auge (anderes bitte geschlossen halten!) eine entferntere Gerade (z.B. Baum, Turm, Hauswandlinie) deckungsgleich mit dem ausgestreckten Daumen. Wenn Sie jetzt den Kopf ein Stück zur Seite drehen, wird Ihr Daumen sich unversehens von der Linie wegbewegen. Strecken Sie nun den Kopf ein Stück noch vorne und wiederholen Sie die vorangegangene Drehbewegung, wird die Verschiebung des Daumens noch viel größer ausfallen. Nehmen Sie den Kopf hingegen ein Stück zurück, und wiederholen Sie die Drehbewegung des Kopfes, werden Sie feststellen, dass sich Daumen und fixierte Gerade nur noch unmerklich auseinanderbewegen. All das ist gut so: Denn so funktioniert beim Menschen das räumliche Sehen.
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Was bedeutet dies jetzt für die Panorama-Fotografie? Hier wird die Kamera um 360° gedreht, um ein komplettes Panorama-Bild zu erhalten. Nun will man natürlich absolut vermeiden, dass Vordergrund und Hintergrund chaotisch vor- und zurückspringen. Weniger häufig geschieht dies lediglich in der Outdoor-Fotografie bei Landschaftsaufnahmen aus größerer Distanz. Problematisch wird es, sobald sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund wichtige Bildinformationen liegen. Daher wird es unverzichtbar, dass Fotografen für die Kamera/Objekt-Kombination den Nodalpunkt ermitteln (und natürlich beibehalten).

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Nordalpunktadapter für bessere Panorama-Bilder

Nun könnte man ja meinen, dass in der Panorama-Fotografie das Achsgewinde des Stativs dem Nodalpunkt entspräche. Dies ist jedoch meistens nicht der Fall. Stattdessen liegt der für Panorama-Bilder relevante Drehpunkt häufig exakt im Zentrum der Eintrittspupille eines Objektivs. Letztere entspricht aber nur im Ausnahmefall den Nodalpunkten, nämlich bei Verwendung von lediglich einer einzelnen (dünnen) Linse ohne weitere Blenden.Für alle anderen Fälle empfiehlt sich jedoch unbedingt die Verwendung eines so genannten Nordalpunktadapters. Dieser kann treffsicher den diesen Punkt ermitteln. Viele Hersteller bieten solche Adapter in ihrem Sortiment an; es besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Adapter im Eigenbau herzustellen. Eine hilfreiche Anleitung zum Selberbauen des Nordalpunktadapters gibt's hier.

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