Schon wieder ein Jakobus!

Die Jakobsmuschel ist das Erkennungszeichen der Pilger, die auf dem Weg zu Jakobus sind. Der liegt der Legende nach in Santiago de Compostella begraben, wo seine Gebeine seit dem 9. Jahrhundert verehrt werden. Interessanterweise gibt es aber auch in Jerusalem eine Grabeskirche dieses Apostels. Das stört die Pilgerscharen nicht, die alljährlich nach Spanien strömen, hat Jakobus doch angeblich auch in Spanien gewirkt, bevor er 44 n.Chr. in Jerusalem unter dem Herodessohn Agrippa das Martyrium erlitt.
 
Jakobus, wie sein Bruder Johannes, dem die Tradition das Johannesevangelium zuschreibt, gehörte zusammen mit Petrus zum inneren Kreis der Jesusjünger. Im Neuen Testament verliert sich seine Spur sehr schnell. Gleichwohl gehörte Jakobus zu den beliebten Heiligen. Davon kündet eine Vielzahl von Kirchen und Kapellen, die seinen Namen tragen.
 
Santiago de Compostella stieg zu einem der bedeutendsten unter den Pilgerzielen auf, weil die heiligen Orte im Osten, insbesondere in Palästina, als Folge der Kreuzzüge und der Eroberung durch den Islam nicht mehr zugänglich waren. Also wich man nach Westen aus, wenn man auf seinem Weg spirituell weiterkommen wollte.
 
Im Neuen Testament ist Jakobus kein Held, auch wenn er Jesu sehr nahe gewesen ist. Im Markusevangelium wird er als Schlafmütze dargestellt: In der Nacht, in der Jesus verhaftet wurde, war er nicht in der Lage, mit seinem Meister zu wachen und mit ihm zu beten. Genau wie Petrus und Johannes ist er eingeschlafen, als es drauf ankam. Der Geist war willig aber das Fleisch war schwach (Mk 14, 38) – wie tröstlich, dass auch eine Schlafmütze zum Heiligen aufsteigen kann. Später ist er für seinen Glauben zum Märtyrer geworden. Heute ist sein Gedenktag.

2 Meinungen

  1. Sehr gute Beschreibung des Spiels.Macht mal richtig Spaß zu lesen!

  2. Laut der Legende soll die Mutter (Salome) des Jakobus und Johannes eine Tante der Mutter Jesu (Maria) gewesen sein. Maria war also die Nichte von Salome. Dann war also Maria auch eine Cousine von Jakobus und Johannes und ihr Sohn Jesus müsste dementsprechend eine Art Großcousin der beiden Männer gewesen sein. Na ja, da wird es schon verständlicher, dass Johannes als Verwandter von Jesus der Lieblingsjünger gewesen ist, der seinem Herzen nahe war, und auch am Kreuz hat Jesus ja angeblich seiner Mutter deren eigenen Cousin als Sohn angeboten. Hä? Das wäre dann genauso, wie wenn meine Nichte einen meiner beiden Söhne zum Sohn bekäme. Das ist schon erstaunlich.Noch erstaunlicher ist es, dass man mit nur 8 mühselig bekehrten Jüngern in Saragossa später ein hochverehrter Heiliger in Spanien wird und einen großen Tourismusrummel auslösen kann. Ach so, ich vergaß ja ganz, dass Cousine Maria dem Jakobus dort auf einer Säule sitzend erschienen ist und ihn zum Bau einer Kirche aufgefordert hat. Für ganze 8 Kirchgänger, von denen einer der ernannte Nachfolger von Jakobus war. Ist ja beinahe wie heute, wo nur noch 7 bis 8 % regelmäßige Kirchgänger sind. Jetzt weiß ich auch, dass Maria am Bau all der Kirchen und Kapellchen Schuld ist, denn Jesus selbst wollte ja keine Bauten für seinen Vater im Himmel haben. Immer diese Verwandten. Nie erfüllen sie die Testamente, die man festgelegt hat, und nie wollen sie, was man selbst will, und überall erscheinen sie einfach ungefragt tztztz.

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