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    Start » Rundumschau KW20: The Gossip, Parlovr und Fun.
    Musik

    Rundumschau KW20: The Gossip, Parlovr und Fun.

    21. Mai 20123 Minuten Lesezeit
    Trinklieder gehören schon seit Jahrhunderten zu geselligem Aufeinandertreffen: Vom Toten-Hosen-Klassiker "eisgekühlter Bommerlunder" bis zu wahrhaften Klassikern wie "So troll'n wir uns" finden sich hier einige, die man durchaus in sein Repertoire übernehmen kann.

    Gossip – A Joyful Noise

    Ein wenig irritiert es schon, wie schnell Gossip von einer sperrigen Punkgruppe zu einer Disco Sensation heran gewachsen sind. Der Erfolg darf in diesem Beispiel sicher als Erklärung herhalten, denn hier rühren sicher mehr Leute am Breisound als nur die Bandmitglieder.

    „A Joyful Noise“ ist dabei keineswegs ein Reinfall, aber rüttelt niemanden mehr auf, denn außer sauberer Produktion und Beth Dittos immer noch schlagkräftiger Stimme ist hier alles schon sehr Radiofreundlich und erinnert mehr an Lady Gaga als die früher so kantigen Electropunker. Hat man sich hier dem Label ergeben und alles ungemütliche wegpoliert? Nun, solange Ditto noch überall nackt auf Magazincovern posen kann, sind sie wohl noch verrucht genug, um irgendwo in der Kategorie „Indie“ unterzukommen.

    Parlovr – Kook Soul

    Natürlich gab es diese Woche eine große Auswahl an Alben, die ich kurz hätte besprechen können, Garbage, Willy Nelson, Best Coast und Cornershop waren nur einige davon. Aber wenn einem dann ein so charmantes Stück exzentrischen Indiepops entgegen läuft, sollte man sich nicht verwehren.
    Endlich kommt eine kauzige Band auch wieder mal aus Kanada, Montreal, um genau zu sein.
    Dort haben Jeremy, Alex und Louis am aktuellen Album „Kooky Soul“ gearbeitet und eine sehr obskure Mischung aus Art-, Brit- und Classic Pop zusammen gestellt, die mit Damon Alban-esquer Stimmung an die äußerst experimentellen Blur Momente erinnert (derer es ja nun nicht wenige gab).
    Im Gegensatz zu den dieswöchigen Kollegen in diesem Beitrag schaffen es Parlovr wie ein Duracell Häschen energetisch und frisch zu klingen und lassen immer wieder haltlose Rockmomente mit den eigentlich zauberhaften Popmelodien durchgehen. Das sorgt für ein paar Schwindelgefühle, wirkt jedoch auch sehr kathartisch, wer also mal allen Ballast von seiner Seele tanzen will, sollte sich diese jungen Herren zu Gute tun.

    Fun. – Some Nights

    Fun. wollen die nächsten Queen werden, zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man ihr „Bohemian Rapsody“-ähnliches „Some Nights“ hört. Laut, schrill, euphorisch und referentiell überall mal unterwegs. Vorwiegend 80er Classic Rock sammelt sich in den feierlich-bunten Songs, hätte es Mika und die Scissor Sisters nicht schon gegeben, wäre das sogar ein frischer Wind im Popgeschehen.
    Glück hatten Fun. durch viel Rückenwind vom Label, denn durch einen Song in der Teen Sensations-Serie „Glee“ durften sie sich am Tag darauf auf gigantische iTunes Verkäufe freuen.
    Mit ihrem nunmehr zweiten Album „Some Nights“ sollen sich die Jungs Interviews nach stark von modernem – nennen wir es mal – „Hip Hop“ a la Kanye West inspirieren lassen, was man an dem ein oder anderen Autotune Missbrauch und schillernder Produktion hören kann.
    Im Großen und Ganzen ist „Some Nights“ spaßig und unterhaltsam, die vielen Ideen sind zumindest im Radiopop tatsächlich etwas ungewöhnlich und daher willkommen, überschlagen muss man sich jedoch nicht, denn irgendwo zwischen den clever geschriebenen Songs fehlt dann doch die nackte Energie eines Freddy Mercury, rutscht man auf den spiegelglatten Discohits aus und vermisst irgendwo dazwischen etwas zum Anecken.

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