Rund 100 Jahre auf dem Markt: der Büstenhalter

Frau mit Sport-BH

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Patente für die Vorläufer des heutigen BHs angemeldet wurden, trugen sie noch so hübsche Namen wie Brustheber, Leibchen oder Brustverbesserer. Gefertigt wurden sie aus Taschen- oder Leinentüchern und mit Gürteln oder Männerhosenträgern vernäht. Aber: Der Büstenhalter ist und bleibt eine geniale Erfindung.

Ein BH kann nicht nur hübsch und sexy sein und die Brüste sensationell in Form bringen, er hat auch eine wichtige Funktion für die Gesundheit, weil die Brust nämlich nicht aus Muskeln besteht, sondern nur aus weichem, elastischen Bindegewebe (Drüsen und Fett), das es zu schonen gilt. Nur Sehnen und Bänder geben den Brüsten Halt, und jeder Schritt fordert sie heraus, denn nach jeder Dehnung müssen sie sich wieder zusammenziehen. Kleine, aber irreparable Risse können auf diese Weise entstehen, und die Festigkeit und Form ist eines Tages dahin. Klar, das ist ohnehin der Lauf der Dinge, des Alterns, dennoch können Frauen durch das Tragen eines BHs diesen Prozess ein wenig in die Länge ziehen. Ganz besonders wichtig ist ein stabiler Halt für den Busen natürlich beim Sport. Joggen Sie ohne Sport-BH, entfernen sich Ihre Brüste mit jedem Schritt bis zu acht Zentimeter von der eigentlichen Position. Das hört sich nicht nur ungesund und schmerzhaft an, das ist es auch…

Wie kaufe ich den richtigen Sport-BH?

Dass ein Büstenhalter nicht zu eng sein darf, weder unter der Brust noch an den Trägern, versteht sich von selbst. Auf diese Dinge können Sie auch noch achten, wenn Sie einen Sport-BH suchen:

  • Die Nähte des BHs sollten entweder ganz flach und weich sein oder nicht direkt über der Brust liegen. Am besten sind nahtlose Modelle. Achten Sie auch darauf, dass Etiketten und Schilder nicht jucken oder zu Scheuerstellen führen. Einige Hersteller drucken deshalb löblicherweise die wichtigen Angaben direkt auf den Stoff und verzichten auf Einnäher.
  • Die Träger können, müssen aber nicht verstellbar sein. Auch ein Rückenverschluss ist kein Muss. Passt der BH perfekt, dürfen Sie auch ein Modell wählen, in das Sie hineinschlüpfen wie in ein Shirt.
  • Das Brustband, der breite Stoffstreifen unter dem Busen, soll straff sitzen, aber nicht einschnüren. Die Träger müssen breit sein, um keine Striemen oder Druckstellen auf den Schultern zu verursachen.
  • Modische Accessoires wie Schleifchen, Spitze und Rüschen gehören nicht an einen funktionstüchtigen Sport-BH. Sie bilden unnötige Reibungsflächen, die zu Wunden führen können.
  • Hüpfen und laufen Sie auf und ab, wenn Sie den BH zur Probe tragen. Wie stabil hält der Stoffe Ihre Brüste? Sitzt er angenehm, ist er zu weit oder engt er Sie ein?
  • Wählen Sie am besten einen BH aus Funktionsmaterial für Sportbekleidung, d.h. aus Fasern wie Polyamid, Polyester, Elastan. Diese Stoffe trocknen u.a. sehr schnell. Das ist zum einen wichtig, damit Ihre schwitzende Haut nicht im nassen BH auskühlt, zum anderen aber wird das Bilden von Wundstellen verhindert. Normalerweise sind die gängigen Sport-BHs in der Waschmaschine bei 30 bis 40 Grad waschbar. Sie dürfen meist jedoch nicht in den Trockner.
  • Bis zu vier „Stärkegrade“ sind bei Sport-BHs im Angebot. Je dicker und fester das Material, umso besser der Halt darin. Empfohlen werden Modelle, die mit „Low“/Leicht gekennzeichnet sind, für Sportarten wie Yoga und Pilates. „Medium“/Mittlere Stabilität sollte ein BH bieten für Nordic Walking u.ä.. „High“/Stark brauchen Ballsportlerinnen und Tennisspielerinnen. Wer joggt, sollte einen BH mit der Kennzeichnung „Extreme“/Extrastark tragen, der auch bei höchsten Belastungen der Brust guten Halt bietet. Diese Modelle haben häufig ein doppelt gearbeitetes Brustteil.
  • Nicht wundern: Sport-BHs sind aufgrund ihres höherwertigen Materials meist teurer als übliche Büstenhalter. Aber sie sind pflegeleicht und halten auch sehr viel länger. Die Preise liegen bei etwa 20 bis 60 Euro.
  • Auch wenn Sie gerne im Internet einkaufen, bei der BH-Suche bietet sich ein Geschäft im Einzelhandel an, denn dort können Fachverkäuferinnen beurteilen, welche genaue Größe Sie brauchen, beim Messen des Körpers helfen und Ihnen verschiedene Modelle anreichen.
  • Auch junge Mädchen sollten zeitgleich mit dem ersten BH auch einen Sport-BH bekommen, denn schon Schul- und Vereinssport belasten die wachsende Brust sonst unnötig.

Bildurheber: Thinkstock, Wavebreak Media, Wavebreakmedia Ltd

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