Rezept für Bolo Rei: Der Königskuchen gehört zum portugiesischen Weihnachten

Ein portugiesischer Königskuchen gehört in Portugal zu Weihnachten dazu, wie bei uns Christstollen oder Zimtsterne. Dieser stattlich dekorierte Kuchenkranz soll die Kronen der Könige Kaspar, Melchior und Balthasar symbolisieren. Jedoch nicht nur die Kronen, der Kuchen soll auch die Gaben der Heiligen Drei Könige zu Jesus Geburt darstellen – die glänzende Oberfläche versinnbildlicht Gold, kandierte Früchte und Nüsse symbolisieren Myrrhe und der würzige Duft steht für Weihrauch.
Ein echter portugiesischer Königskuchen hat zudem eine Saubohne und manchmal noch eine Münze eingebacken. Wer die Münze findet, darf sich etwas wünschen, wer die Bohne erwischt, ist „König“ für einen Tag und muss im nächsten Jahr den Bolo Rei selbst backen oder kaufen.

Bolo Rei: portugiesischer Königskuchen mit Tradition

Die Bohne geht auf die Legende zurück, dass sich die Könige nicht einigen konnten, wer zuerst sein Geschenk überreichen darf. So wurde ein Bäcker beauftragt einen Kuchen zu backen in dem eine Bohne eingebacken ist. Der König, der sie fand, durfte auch sein Geschenk zuerst überreichen.

Ein gekaufter Bolo Rei ist in der Regel sehr süß, trocken und etwas hart. Unser etwas moderneres Rezept ist dahingehend ein wenig abgewandelt worden. Er ist nicht so furchtbar süß, saftiger und auch nicht so hart. Auch wurde auf die Münze und die Bohne verzichtet. Was jedoch nicht heißt, dass man diese nicht noch hinzufügen kann (weshalb beides zwar aufgeführt, aber nicht zwingend notwendig ist). Man sollte aber beides (also Bohne und Münze) dann in etwas Pergamentpapier einschlagen, geformt wie ein Bonbon, damit es nicht aus Versehen mitgegessen wird. Ebenso verzichten wir auf die dicken Trockenfrüchte, die traditionell auf den Kuchen gelegt werden. Wer mag, kann sie aber noch hinzufügen.

portugiesischer Königskuchen : Die Zutatenliste

Zutaten für Bolo Rei

  • 100 g kleingeschnittene Sukkade
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Pinienkerne
  • 26 g frische Hefe (ersatzweise 2 1/2 TL Hefegranulat)
  • 100 ml Portwein
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 500 g Mehl (Type 550)
  • abgeriebene Schale von 1 Orange und 1 Zitrone
  • 3 verquirlte Eier
 

  • 1 TL Salz
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • eventuell 1 getrocknete Bohne und 1 saubere Münze
  • Glasur aus 1 Eigelb vermischt mit 1 EL Wasser
  • je 20 g Zitronat und Orangeat
  • 10 – 12 kandierte Kirschen
  • etwas Hagelzucker
  • 2 – 3 EL Aprikosenmarmelade

 

portugiesischer Königskuchen : Die Zubereitung

1

Vorarbeiten

Sukkade, Rosinen und Pinienkerne mit dem Portwein übergießen und am besten über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Backen frühzeitig herausnehmen, um Zimmertemperatur zu erreichen. Die frische Hefe in das lauwarme Wasser hineingeben und ca. 5 Minuten quellen lassen; danach umrühren und die Hefe vollständig auflösen. Mehl und Salz in eine große Schüssel mit rundem Boden sieben, eine Vertiefung in die Mitte hineindrücken und die aufgelöste Hefe hineingeben. Ein wenig Mehl vom Rand in die Hefemischung rühren, bis ein geschmeidiger Teigvoransatz entsteht. Die Schüssel bedecken und 20 Minuten stehen lassen, bis der Hefeansatz blasig aufgegangen ist.

2

Teig zubereiten

Die weiche Butter, Zucker und die abgeriebenen Schalen schaumig rühren, dann nach und nach die Eier einrühren. Die Mischung in den Hefeansatz einrühren und das Mehl unterarbeiten, bis ein weicher Teig entsteht. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und gut 10 Minuten kräftig per Hand kneten, bis ein glatter, seidiger und elastischer Teig entsteht. Es geht auch in der Küchenmaschine mit Knethaken. Trotzdem bitte per Hand danach nochmal kräftig durchwalken und dabei die in Portwein eingelegten Zutaten einarbeiten. Jedoch nicht zu viel, die Sukkade sollte ihre Konsistenz bewahren und die Rosinen nicht „schmieren“. Ist der Teig zu fest, kann man ruhig ein wenig Portwein mit hinzugeben. Den Teig in eine Schüssel legen, abdecken und gut 2 Stunden gehen lassen. Danach den Teig nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen und 10 Minuten ruhen lassen.

3

Brot formen und backen

Die Teigkugel etwas platt drücken und dann mit zwei Fingern in kreisenden Bewegungen aus der Mitte heraus einen Kranz formen. Wer möchte, kann jetzt die Bohne und die Münze von unten in den Teig drücken.
Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen (oder das Blech buttern und leicht mit Mehl bestäuben), mit dem Küchentuch abdecken und gut 1 Stunde gehen lassen. Für die Garnierung den aufgegangenen Teig mit der Glasur bestreichen und dann mit den Kirschen und dem Zitronat und Orangeat belegen. Leicht andrücken. Mit etwas Hagelzucker bestreuen.
Bei ca. 180 °C Ober- und Unterhitze (Ofen vorheizen, Heißluft nicht empfohlen) ca. 45 Minuten backen, bis er goldbraun ist. Eventuell mit Alufolie die letzten 10 Minuten abdecken.
Noch heiß mit der erwärmten Aprikosenmarmelade besteichen und auf einem Drahtgitter abkühlen lassen.

Tipps und Hinweise

  • Zu empfehlen sind immer Schüsseln mit rundem Boden.
  • Man kann beim Backen eine umgedrehte Tasse in die Mitte des Kranzes stellen, dann bleibt die Mitte schön rund.
  • Den Teig zum gehen lassen immer an einem warmen Ort stellen, aber nie in die Sonne oder auf die Heizung.
  • Generell sollte beim Backen auf Heißluft verzichtet werden.
  • Der Bolo Rei schmeckt sehr lecker, wenn die Scheiben mit guter Butter bestrichen werden.
  • Sollte man Mehl Typ 405 benutzen, muss man weniger Wasser nehmen. Empfohlen wird Typ 550!
  • Den Bolo Rei kann man auch in länglicher Form backen, man muss keinen Kranz formen.
Schwierigkeitsgrad:  

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