Relaunch des Rentenversicherungsportals: Neuer Look für Silver Surfer

Verjüngungskur für eine alte Bekannte: Die Website der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist überarbeitet worden. Der neue Online-Auftritt ist ein erstes Zeichen für eine Veränderung, die der Rentenversicherer dringend braucht. Denn auf der einen Seite stehen veraltete Technik und in die Jahre kommende Mitarbeiter, auf der anderen der drohende Ansturm der Babyboomer, die in Zeiten der Digitalisierung ihre Rentenanträge online stellen werden. Darüber hinaus darf die zielgruppengerechte Ansprache und Betreuung der Einzahler von morgen und übermorgen nicht vergessen werden.

Überarbeitete Website mit veränderter Struktur

Seit Juli dieses Jahres ist der aufpolierte Internetauftritt der gesetzlichen Rentenversicherung online. Neben einer neuen Gestaltung wurde bei den Punkten Reha und Rente die Struktur benutzerfreundlicher aufgesetzt. Angehende Ruheständler können ihre Anträge jetzt direkt auf der Seite stellen sowie ihre künftigen Bezüge mit einem neuen Rentenrechner vorab ermitteln. Ziel des Relaunchs war es, die komplexen Themen rund um die Rente noch benutzerfreundlicher aufzubereiten – auch für jüngere Einzahler.

Andere Institutionen im Bereich Finanzen und Versicherungen versuchen ebenfalls, mit neuen Online-Angeboten in den Dialog mit der Generation Smartphone zu treten. Gutes Beispiel ist die mobile Bank N26 mit ihrem App-basierten Angebot oder das mobile Wertpapierdepot der MLP Finanzberatung. Und Finanzdienstleister wie tecis stellen sich gleich ganz auf private Vorsorger von heute und morgen ein: Das Unternehmen hat bereits vor geraumer Zeit sein Internetportal konsequent für diese Zielgruppe umgebaut, und selbst die Berater von tecis gehören der jüngeren Generation an. tecis duzt seine Vorsorge-Klientel dabei ganz bewusst.

Alles in allem ist das ein Trend, dem auch die gesetzliche Rentenversicherung gerecht werden will – wie die Seite Rentenblicker.de beweist, eine Initiative der DRV, die sich speziell an junge Menschen wendet.

Alte Probleme hinter neuer Fassade

Trotz der neuen Website gibt es bei der Rentenversicherung immer noch viel betagte Technik: Die IT der Rentenverwalter ist zum Teil fast so alt wie die Babyboomer selbst. Das ergab eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Laut Antwort der Bundesregierung stammen Teile der Anwendungen noch aus den Siebziger- und Achtzigerjahren.

Außerdem hat die Rentenversicherung keine zusammenhängende Infrastruktur: Die IT ist auf 16 regionale Träger verteilt. Immerhin: Das interne System der Rentenverwalter wurde in den letzten Jahren vereinheitlicht, sodass jetzt alle Sachbearbeiter darauf zugreifen können.

Gealterte Mitarbeiter bearbeiten die Generation Babyboomer

Neben der IT-Problematik muss sich die DRV auch um den demografischen Wandel in den eigenen Reihen kümmern: Der Altersdurchschnitt der Sachbearbeiter beträgt 48,2 Jahre. Die Folge: In den nächsten Jahren werden viele der Fachkräfte wohl selbst Antragsteller – bei ihrem eigenen Arbeitgeber. Insgesamt sah es im Jahr 2018 so aus, dass 70.000 Mitarbeiter rund 50 Millionen Versicherte betreuten und dabei 1,64 Millionen Rentenanträge bearbeiteten.

Bildnachweis: Pixabay, 3136967, MichaelGaida

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