Razer Blade: Das erste echte Gamer-Notebook

Wer die Technikwelt verändern möchte, der muss revolutionäre Dinge präsentieren oder zumindest verstehen, wie man ein normales Produkt so verpackt, dass der Käufer das Gefühl bekommt, etwas innovatives zu kaufen. Nur wenige Hersteller haben dies verstanden und Razer möchte dazu gehören. Neben Roccat wird der Markt für Gaming-Artikel des US-Herstellers immer kleiner. Was mit der Maus begann, ist ausgeweitet auf Tastaturen, Mousepads, Joysticks und entsprechendes Zubehör für Spieler. An das Hauptelement des Spielers, seinen PC, hat sich Roccat bisher eher allein gewagt und Razer schaute hinterher. Im Ergebnis waren dies Barebone-Notebooks von Schenker mit aufgedrucktem Label. Was Razer allerdings vorstellte, kommt so der zu Anfang angesprochenen Revolution sehr nahe.

Razer Blade als das erste echte Gaming-Notebook

Es gibt viele Notebooks die den Zusatz Gaming oder Gamer für sich beanspruchen. Dahinter verstecken sich klobige Schwergewichte mit neuester Grafikkarte und Prozessor. Das Razer Blade möchte das Gehäuse in seiner Bauhöhe massiv schrumpfen und verbaut neben einer Tastatur ein ganzes Gaming-Interface, welches aus dem Razer Switchblade Konzept hervorgeht. Das Razer Blade ist ein 17 Zoll großes Notebook, optisch ist eine Verwandtschaft mit dem Apple MacBook Pro auszumachen. Schlanker Body, flache Bauform und eine verdächtig ähnliche Tastatur umgemünzt auf das Windows Tastaturlayout. Selbst die Einkerbung unterhalb der Position, wo normalerweise das Touchpad sitzt, könnte direkt aus der Designabteilung aus Cupertino stammen.

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Das schwarze Razer Blade punktet mit dem Touchscreen auf der rechten Seite neben der Tastatur. Dieses kann Befehle für spezielle Spiele direkt umsetzen oder als erweitertes Touchpad dienen. Anders als bei den normalen Notebooks sitzt dies auf der rechten Seite. Begründet wird dies mit der Designentscheidung, dass der Spieler es einfach gewohnt ist, die Mausinteraktion mit der rechten Hand auszuführen und da sollte das Touchpad auch gleich auf der richtigen Seite sein. Schlecht für Linkshänder!

Beinahe nur das Beste

Es scheint alles an dem Gerät technisch zu stimmen. Intel Core i7-2640M Dual-Core Prozessor mit 2,8 GHz, 8 GB RAM Arbeitsspeicher, 17,3 Zoll Display mit Full-HD Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und doch trübt der Ersteindruck gewaltig. Bei der Grafikkarte handelt es sich gerade mal um die Nvidia GeForce GT555M, die mittelprächtige Grafikleistung bietet und bei den gezeigten Spielen größtenteils gut läuft, aber beim vorgestellten Starcraft 2 kommt die GPU dann schnell zum Erliegen, wenn ganze Horden über den Bildschirm rennen. Zweiter Punkt ist die Festplatte, die 320 GB Speicherkapazität bietet. Denkt man sich die üblichen 20 GB für das Betriebssystem weg, verbleiben 300 GB für Spiele, die im Schnitt inzwischen bis zu 15 GB Platz erfordern. Für Medien oder andere Sachen bleibt da nicht viel Platz übrig.

Noch zum Weihnachtsgeschäft plant Razer sein Notebook auf den Markt zu bringen, dies wird dann allerdings nicht billig werden. Knapp 2800 US-Dollar verlangt der Hersteller für sein Gamer-Notebook, das schlanker und mit rund 3 Kilogramm auch etwas leichter als die Desktop-Replacement Notebooks ausfällt, aber bei Punkten wie der Grafikkarte Fehler begangen hat, die echte Gamer vom Kauf abhalten wird.

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