„Projezieren“ sieht nicht nur besser für das Auge aus, es geht auch leichter von der Hand und läßt sich zudem auch noch hervorragend von „Projektion“ und „Projektor“ ableiten. Trotzdem ist diese Schreibweise falsch. Die richtige Variante „projizieren“ leitet sich nämlich direkt von einem anderen, wenn auch verwandtem lateinischen Wort ab.
Projezieren ist falsch abgeleitet
„Proicere“ heißt auf Latein „hinwerfen“ und stellt als Wort die Herkunft für das deutsche „projizieren“ dar. Die „Projektion“ hingegen kommt von dem ähnlichen „proiacere“, was „vorwerfen“ bedeutet. Wir verbinden natürlich mit beiden Worten erst einmal ein Abbild einer Sache, die auf eine Fläche geworfen wird. Der Diaprojektor, bei dem das Bild durch Licht erscheint, kommt uns ebenso in den Sinn, wie auch die Redewendung, wenn man „etwas auf jemanden projiziert“, also eine Wunschvorstellung in jemand anderes Wesen erkennen will. Für beide Beispiele kann man das Wort „Projektion“ verwenden, was das Dilemma mit dem „e“ anstelle des „i“ in „projezieren“ nicht einfacher macht.
„Projezieren“ sieht für den Leser vielleicht auch deshalb so richtig aus, da in anderen Sprachen, Englisch und Italienisch beispielsweise, tatsächlich das „e“ an der Stelle erscheint, an der es im Deutschen falsch ist. „to project“ beziehungsweise „proietare“ haben die gleiche Wortherkunft, leiten das lateinische Wort dennoch anders ab.
Projizieren ist richtig, sieht aber komisch aus
„Projezieren“ anstelle von „projizieren“ ist ein dermaßen beliebter Fehler, der so sehr nachvollziehbar ist, dass es fast schon ein wenig verwundert, warum er nicht bei der Rechtschreibreform gleich mit in den Duden aufgenommen wurde. Und die richtige Schreibweise „projizieren“ sieht einfach selbst für geübte Augen fehlerhafter aus, als der eigentliche Fehler „projezieren“.