Problems? What Problems?!

Ein Beispiel für eine nicht unbedingt erforderliche Diskussion liefert die ZEIT. Dürfen sich Schulen für Werbung öffnen, soweit diese nicht in den Unterricht greift? Ist es nicht sinnvoller, eine in baulich einwandfreiem Zustand befindliche Schule mit guter Ausstattung mittels Werbeeinnahmen zu haben, als die Kinder in einem Schutthaufen und den Materialien der späten Sechziger zu internieren? Nein! Rufen diejenigen, die keine Werbeeinnahmen benötigen, um sich ein Leben auf dem gewünschten Niveau zu ermöglichen! Aber, wie gesagt. Diese Diskussion ist nicht unbedingt notwendig, wird aber dennoch geführt. Meinetwegen könnten alle Schulen mit der Industrie…

Ein Beispiel für eine nicht geführte Diskussion will ich gern auch noch liefern. Es handelt sich zugleich um ein Beispiel für den alltäglichen Wahnsinn an deutschen Schulen, der zudem noch den meisten Eltern verborgen bleibt. Hier ist die Story:

Tobias hat am Donnerstag sieben Stunden, also bis 14 Uhr. Die fünfte und sechste Stunde wird Sport gegeben, in der siebten dann Politik. Sport findet in einer externen Lokation statt. Die Schüler benötigen zu Fuß 20 Minuten für den Weg hin und 20 Minuten für den Weg zurück. Der Hinweg beginnt zu Anfang der Pause nach der vierten Stunde. So haben die Kids zwar keine wirkliche Pause, sind aber lediglich fünf Minuten nach Beginn des Unterrichts bereits an der Sporthalle. Dann gibt der Lehrer seinen planmäßigen Unterricht. Die Kinder sind um 13.05 Uhr auf dem Rückweg zur Schule. Da sie nach dem Sportunterricht nicht mehr so frisch sind, zieht sich der Rückweg etwas in die Länge. Dem Vernehmen nach beginnt die siebte Stunde in der Regel so gegen 20 Minuten vor 14 Uhr. Damit bleiben von 45 Minuten nurmehr 20 Minuten übrig. Das bringt zwar nichts, aber die Stunde gilt rein formal als gegeben. Gelernt wird natürlich nichts mehr. Das weiß auch die Lehrerin. Nur die Eltern, die wissen das nicht.

Wo ich gerade dabei bin. Ein weiteres schönes Beispiel für Diskussionsbedarf ohne Umsetzung sind die zuhauf stattfindenden Vertretungsstunden. Mindestens ein bis zwei derartiger Stunden gibt es in jeder Woche, die die Schule bringt. Vertretungslehrer sind dabei zwar im Prinzip Lehrer, fühlen sich jedoch in keiner Weise verpflichtet, in den Vertretungsstunden auch tatsächlich zu vertreten. Stattdessen wird gefragt: "Habt Ihr keine Nintendos dabei?" oder gerufen: " Macht, was Ihr wollt!"

Komisch, oder? Aber diskutiert das jemand? Ja, die Häufigkeit der Vertretungsfälle schon, aber den Inhalt des Vertretungsunterrichtes? Äh, schrieb ich gerade Vertretungsunterricht? Entschuldigung…

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