Prioritätenliste – Heftige Kritik gegen Bundesärztekammerpräsident Hoppe

Mittlerweile mehren sich die Proteste nicht nur in der Bevölkerung, auch Politiker und sogar einige Ärzte selbst fahren zurück. So meldete sich jüngst Gesundheitsministerin Schmidt zum Thema und befand die Prioritätenliste zum menschenrechtsverachtenden Punkt. Darüber hinaus brüskieren sich nun auch die Kassen und die Bundesärztekammer über den Vorschlag.

Zweiklassenmedizin und medizinische Prioritäten

Hoppe hatte mit seinem Vorschlag auf den andauernden und bereits sehr lang anhaltenden Geldmangel in den Kassen deutscher Ärzte und Krankenkassen reagiert. Aber ein Problem lösen, indem man es auf die Bürger abwälzt ist wohl auch nicht im Sinne der nun laut werdenden Experten, von denen einige auch der Meinung sind, dass zwar genug Geld da sei, es aber an der Verteilung hapere.

Skiunfälle selbst bezahlen

Die Prioritätenliste nach Hoppes Vorstellungen würde selbstverschuldete oder durch Leichtsinn entstandene Verletzungen und Beschwerden einer kompletten Übernahme durch die Kassen entziehen. Doch wie weit gehen solche Pläne theoretisch? Wer entscheidet darüber, was noch Leichtsinn und was genetisch bedingt ist? Was tun, wenn man sich beim Skaten das Bein bricht und kein Geld für die Behandlung hat? Das klingt ein wenig nach amerikanischen Verhältnissen und hat mit einem modernen europäischen Staat nun absolut gar nichts gemein.

Doch alle Schelte nützt nichts, denn die Ärzte streiken weiter und der Bürger ist wieder einmal der, der es ausbaden muss. Außerdem sind derzeit, im Zuge des Wahlkampfs sowieso keine schnellen Entscheidungen zu erwarten, denn in dieser Zeit versucht jeder Politiker, sich möglichst langsam auf dem rutschigen Parkett zu bewegen.

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