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    Start » Plattenkritik: Wheat „That is exactly what I wanted…exactly that“
    Musik

    Plattenkritik: Wheat „That is exactly what I wanted…exactly that“

    7. Februar 20073 Minuten Lesezeit

    Indie: Derzeit ein Modewort, das in aller Munde ist. Doch die meisten Bands unter diesem Label haben nur noch wenig mit der einstigen Ideologie der Szene zu tun. Sind die White Stripes ein Gegenpol zur kommerziellen Musikszene? Mit einem Majorlabel im Hintergrund – wohl kaum. Hey, wie wäre es mit The Kooks? Mensch, sowas nannte man früher Gitarrenpop nicht Indie Rock. Und Death Cab For Cutie? Die machen zwar tolle Musik, aber spätestens seit dem permanent Namedropping in The Oc, sind sie aus dem Paradies vertrieben.

    Doch was bleibt? Die kleinen Bands, die immer wieder feine Alben rausbringen und trotzdem immer noch nicht im CD Regal deiner Freundin stehen. Wheat sind so eine Gruppe. Ihr Lo-Fi Debüt "Medeiros" wurde anno 1997 von den Kritikern abgefeiert und sicherte ihnen prominente Fans wie Bush´s Gavin Rossdale. Auch die beiden etwas poppigeren Nachfolger "Hopes and Adams" und "Per second, per second, per second, every second" waren tolle Platten. Cameron Crowe holte "Don´t I hold you" auf den Elizabethtown Soundtrack und keiner nahm Notiz davon. Und auch die EP "That is…", welche auf dem winzigen Empyrean Records Label erscheint wird zwar bei Fans und Kritikern Europhie auslösen, aber niemanden im Mainstream zu Ohren kommen..

    An der sehr hörenswerten Musik liegt es definitiv nicht. Die Chicagoer Jungs sind noch ruhiger geworden, etwas melancholischer und haben ihre Liebe zum Piano entdeckt. Die ersten Synthieflächen des Openers "What everyone keeps telling me" erinnern an Radiohead…Bis der Gesang einsetzt und uns in eine Welt voll kitschfeier, urbaner Romantik entführt. Spröde, energetisch mit verspielter Akustikgitarre hören wir allzu gern, was die Truppe uns zu sagen hat: Hör nicht auf das was die anderen dir sagen, sondern sag was du zu sagen hast. Stimmt irgendwie.

     "Little white dove" ist ein reduzierter Song, der gerade durch seinen Minimalismus etwas hymnenhaftes gewinnt und Lust aufs kommende Album macht.

    Mit "Until it takes" folgt die Klimax. Verträumtes Klavier, verhaltene Drums und das wunderbar glaubwürdig klingende Organ des Frontmannes erzählen uns von dem modernen Liebesmythos eines Twenty Somethings…"Big love?" Das wollen wir alle, zumindest dieser Song gewährt dem Hörer den Wunsch.

    Der Titeltrack ist ein nettes Zwischenstück, das abermals Erinnerngen an "Fitter, happier" von Radiohead weckt.

    Mit dem traurigen "Washing Machine Blues" endet diese CD. Geräusche einer Waschmaschine und sanftes Piano mit kleinen Spielfehlern zeigen wie ähnlich der Klang von Schleudergang 3 zeitweise einem sommerlichen Regenschauer sein kann. Geschickt gemacht Jungs, da möchte bestimmt nicht nur ich mal wieder im Regen spazieren gehen und dazu genau diesem Lied lauschen.

    Wheat sind auch nach 10 Jahren immer noch eine grandiose, authentische Indie Band die überraschen kann. Und welche andere Gruppe liefert zur CD gleich ein eigens handbedrucktes T-Shirt und Poster mit? Schöne Sache! Und wieder werden meine Freunde mit einem Fragezeichen im Gesicht dastehen, wenn ich ihnen diese CD zeige. Und ein zufriedenes Lächeln präsentieren, wenn ich sie ihnen dann vorspiele. Sind Wheat also die Grundessenz von "Indie"? Vielleicht…Auf jeden Fall machen sie wunderschöne Musik.

    Homepage: http://www.wheatmusic.com/ 

    Die EP ist zu beziehen über: http://www.empyreanrecords.com/

    Gratis und legal die ersten beiden Alben, Demos und Liveaufnahmen runterladen: http://www.thiswheat.com/

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