Pilotenstreik: Hintergründe, Hilfe und Tipps für Reisende

Beispielhaft für einen Konflikt ist der Pilotenstreik bei der Lufthansa. Nicht nur das Timing des Pilotenstreiks, auch die Hintergründe desselben scheinen die Führungsspitze der Airline ordentlich in Rage zu bringen. Derzeit, so der Vorstand der Lufthansa, steckt die Luftfahrtbranche in ihrer schwersten Krise überhaupt. Der nun schärfste Streik seit Unternehmensgründung stellt, glaubt man den Ausführungen der Konzernspitze, einen Einbeinigen ins Wanken.

Gründe für den Pilotenstreik

Die Hintergründe des Pilotenstreiks werden dabei von der Lufthansa-Führung ebenso moniert, wie dessen radikale Länge: Vier Tage wollen die Piloten ihre Arbeit nun niederlegen. Dies betrifft nicht nur die Lufthansa an sich, sondern auch die Billig-Tochter Germanwings.

Tausende Fluggäste werden in den kommenden Tagen unendlich viel Zeit in Wartehallen von Flughäfen verbringen müssen. Die Gründe für den Pilotenstreik sind nicht nur in Forderungen nach mehr Geld zu suchen. Die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Cockpit sind bereits Ende 2009 gescheitert, dass die Lage nun eskaliert, hat auch mit der immer weiter voranschreitenden Auslagerung von Mitarbeitern in die Billiggesellschaften der Lufthansa zu tun.

Gerade diesen Aspekt versuchen die Piloten nun mit ihrem Streik zu stoppen. Es geht nicht nur um mehr Geld, sondern auch um mehr Macht. Die Lufthansa zeigt Nerven und droht mit einer Klage: Die Forderungen der Angestellten seien ein Versuch, die unternehmerischen Freiheiten zu beschneiden, ob  der Pilotenstreik demnächst vor Gericht ausgetragen wird, steht noch offen.

Zunächst einmal müssen aber wieder die Reisenden darben. Was können sie also tun, wenn Sie direkt vom Pilotenstreik betroffen sind?

Hilfe für Reisende: Ihre Rechte in der Streikzeit

Wir bieten Ihnen Hilfe und Informationen für die unterschiedlichen Szenarios. Was können sie tun, wenn Sie einen Flug in der Streikzeit gebucht haben.

  • Fahren Sie trotzdem zunächst zum Flughafen. Die Lufthansa plante ein, nicht streikende Piloten einzusetzen. Dass dadurch nicht alle Flüge ersetzt werden können ist klar, jedoch steigen Ihre Chancen darauf durch Anwesenheit natürlich enorm.
  • Bevor Sie sich auf den Weg machen, können Sie im Internet den aktuellen Stand Ihres Fluges abfragen. Dies geschieht über die jeweilige Homepage Ihres Flughafens. Darüber hinaus gibt es eine kostenlose Hotline der Lufthansa. Unter 0800/850 60 70 erfahren Sie telefonisch, ob Ihr Flug gecancelt wird und welche Alternativen es womöglich gibt.
  • Innerhalb Deutschlands wird die Lufthansa auf die Deutsche Bahn ausweichen, Sie haben jedoch in diesem Falle auch Anspruch auf Erstattung, wenn die Reise mit der Bahn die Flugkosten über bzw. unterschreitet. Um Ihr elektronisches Flugticket in einen Reisegutschein umzuwandeln, sollten Sie sich an den Flughafen wenden. In der Regel wird Ihnen hier direkt am Check-In geholfen. Ein Papierticket berechtig Sie direkt zur Reise mit der DB.
  • Anders ist die Lage bei internationalen Flügen. Hier muss der Konzern anders Ersatz leisten. Dies kann durch Umbuchungen geschehen, die auch auf andere Airlines erfolgen können. Reisenden sollten hier mit einer längeren Reisedauer rechnen, da es möglich ist, dass sie umgeleitet werden.
  • Wenn Sie Ihre Reisepläne noch ändern können, gibt es die Möglichkeit, kostenlos einen anderen Flug auf derselben Strecke zu buchen. Jedoch muss das neue Datum des Fluges vor dem 31. März 2010 liegen.
  • Kostenlose Stornierungen sind jedoch erst möglich, wenn der Pilotenstreik bereits begonnen hat.
  • Wenn Sie mehr als zwei Stunden im Terminal warten müssen und nicht weiter als 1500 Kilometer fliegen, stehen Ihnen folgende Leistungen zu, die die Lufthansa zu tragen hat: Essen und Getränke, Telefonate, E-Mails und Hotelbuchungen, sowie den Transport zum Hotel. Ab einer Flugstrecke von über 1500 km beträgt die Wartezeitenfrist 3 Stunden. Warten Sie länger als 5 Stunden, können Sie den Preise Ihres Tickets zurückverlangen.

Schadenersatz steht Ihnen in Anbetracht der bisherigen Lage wahrscheinlich nicht zu, da weder die Lufthansa selbst direkt in die Pflicht genommen werden kann, noch die Piloten, die ein Recht auf Streik haben.

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