Pflegebranche im Wandel – Bedarf nimmt zu

Der Pflegebranche mangelt es an Nachwuchs. Dies zeichnet sich seit langem ab. Qualifiziertes Personal ist im Gesundheitswesen überaus wichtig. Um den Bedarf zu decken, wurde die generalistische Pflegeausbildung ins Leben gerufen. Was sich dahinter verbirgt, wie sich die Pflegebranche im Wandel befindet und wie die Zukunft aussieht, lesen Sie nachfolgend.

Mangel an Fachkräften in der Pflegebranche

Es wird aufgrund des demokratischen Wandels immer mehr ältere und damit auch pflegebedürftige Menschen geben. Die Geburtenraten sind wesentlich gesunken, sodass es gleichzeitig an Angehörigen mangelt, die sich um die Familienmitglieder kümmern können. Damit ist der Bedarf an Pflegekräften gestiegen. Sie haben eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeit: Sie helfen Menschen, die bei den verschiedensten Dingen Hilfe benötigen. Entweder sind sie krank oder können ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen. Ob im Krankenhaus, Altenheim oder bei einem Pflegedienst, die Ausbildung hat einen hohen Stellenwert. Um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken, sind gute Arbeitsbedingungen entscheidend. Dies hat auch die Politik erkannt und Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt, um auf die Entwicklung angemessen zu reagieren.

Generalistische Ausbildung – was hat sich damit verändert?

In den vergangenen Jahren wurde der Mangel an Fachkräften stetig größer. Die Lebenserwartung ist gestiegen. Doch nicht nur die Arbeit im Pflegebereich ist anspruchsvoller geworden, sondern auch bei der Ausbildung hat sich einiges verändert. Neue und innovative Konzepte waren nötig. Die Trennung in unterschiedliche Berufssparten war nicht mehr zukunftsgemäß. Daher führte man 2020 das neue Pflegeberufereformgesetz ein. Damit wurden die drei Bereiche zusammengefasst:

  • Altenpflege
  • Gesundheits- und Krankenpflege
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

Es gab zwischen den Ausbildungen schon immer Überschneidungen. Es ist zunehmend zur Vernetzung zwischen den Versorgungsbereichen gekommen. Mit der generalistischen Ausbildung können Absolventen Menschen einer jeden Alters- und Pflegegruppe versorgen. Der erlernte Beruf heißt nun Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. Die Ausbildung wurde auf diese Weise auch moderner und attraktiver gestaltet, denn auf verschiedenen Ebenen werden umfassende Fähigkeiten mit einbezogen. Generalistik bedeutet, dass mehrere Berufe zum gemeinsamen Profil zusammengeführt werden. Das Wissen wird allgemeingültig vermittelt. Dies eröffnet Pflegekräften ein viel breiteres Einsatzfeld. Auch die Berufschancen verbessern sich damit.

Vorteile generalistische Ausbildung

Der theoretische Teil (2.100 Stunden) findet wie gewohnt in Pflegeschulen statt und die Praxis (2.500 Stunden) erfolgt in den Einrichtungen in allen verschiedenen Bereichen. Während der 3-jährigen Ausbildung lernen Auszubildende somit das gesamte Spektrum des Pflegeberufs kennen:

  • Sie erwerben Fähigkeiten im Umgang mit Kindern.
  • Auszubildende begegnen kranken und pflegebedürftigen Menschen.

Die ausgebildeten Fachkräfte verfügen mit der neuen Ausbildung bzw. nach dem Ablegen einer staatlichen Prüfung über interdisziplinäre Fähigkeiten und Kenntnisse, sodass sie in jedem Versorgungsbereich arbeiten können. Dies sorgt für mehr Flexibilität und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen. Während der generalistischen Pflegeausbildung ist es auch möglich, sich entsprechend einer Vertiefung zu spezialisieren.

Zu beachten ist:

Mit einer Spezialisierung, beispielsweise auf den Bereich Altenpflege, können Sie im Anschluss auch nur in der Altenpflege arbeiten. Als Pflegefachmann oder -frau hingegen stehen Ihnen alle Berufszweige offen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Pflegestudium. Hierbei besteht die Möglichkeit, in drei Jahren den Abschluss als Pflegefachmann oder -frau mit dem akademischen Grad zu erwerben: Bachelor of Science. Sowohl die Ausbildung als auch das Studium werden in ganz Europa anerkannt, sodass man ebenfalls in einem anderen Land arbeiten kann. Pflegekräfte haben unterschiedliche Einsatzorte:

  • Krankenhaus
  • Arztpraxis
  • Altenheim
  • Gesundheitszentrum
  • Pflegeeinrichtung
  • Ambulante Pflege

Weitere Faktoren, um einen Mangel an Fachkräften zu vermeiden:

Der Job des Pflegefachmanns und der Pflegefachfrau hat eine sehr wichtige Bedeutung. Für die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Motivation der Menschen, sich für eine Ausbildung zum Pflegefachmann zu entscheiden und sich für den Job zu begeistern, sind noch weitere Aspekte ausschlaggebend:

  • Faire Bezahlung
  • Zuverlässige Dienstplanung
  • Weiterbildung
  • Aufstiegschancen

Fazit

Die Lebenserwartung steigt immer mehr. Dies wird auch demografischer Wandel genannt. Es werden nicht nur zukünftig vermehrt Pflegekräfte benötigt, schon jetzt werden sie gesucht. Am großen Bedarf wird sich auch nichts ändern. Das Berufsbild hat im Laufe der Zeit verschiedene Wandlungsprozesse durchlaufen. 2020 ist die generalistische Ausbildung gestartet. Die drei bestehenden Bereiche wurden vereint: Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. Mit der neuen Pflegeausbildung sind Sie fachlich sehr gut aufgestellt und können Ihren Arbeitsplatz flexibel wählen. Im dritten Jahr der Pflegeausbildung haben Sie die Möglichkeit, sich zu spezialisieren.

Bild: pixabay.com, truthseeker08, 1750928

Eine Meinung

  1. Lieben Dank für den wichtigen Beitrag über die Bedeutsamkeit der Pflege, insbesondere in Hinblick auf die Zukunft! Meine Schwester hat sich tatsächlich aus dem Grund für die Ausbildung als Pflegefachfrau entschieden, dass sie hinterher unter mehreren Berufszweigen einen auswählen kann. Sie kann sich vorstellen, sowohl mit Kindern, als auch mit Senioren zusammenzuarbeiten. Den Beruf der Kinderkrankenschwester findet sie ebenso großartig wie den der Altenpfleger. Ich bin gespannt, später zu erfahren, wofür sie sich entschieden haben wird.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*