NPD: Spenden gegen den Spendensumpf

Nach dem erst in der letzten Woche der Abgeordnete Andrejewski das Nordmagazin mit dem Volksempfänger Goebbels und der Aktuellen Kamera des DDR-Fernsehen verglich, diese Woche eine Holocaust-Leugner-Konferenz im Iran unter Beteiligung eines Kölner NPD-Abgeordneten stattfindet und gestern die Staatsanwaltschaft Schwerin den Eingang einer Anzeige gegen den NPD-Landtagsabgeordneten Birger Lüssow wegen Volksverhetzung bestätigte, stellt sich die Frage ob hinter diesen Schlagzeilen wirklich nur Dummheit steckt oder schlicht Kalkül. Vielleicht weniger politisches, aber wirtschaftliches Kalkül. Wie komme ich zu dieser Annahme?

Anfang November musste die NPD zugeben, dass sie sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Der Grund waren Rückforderungen des Bundes in Höhe von fast 900.000 Euro. "Kein Problem", sagte die NPD seinerzeit, "wir haben ja Immobilien". Aber nun ist das doch ein ein Problem, denn die Belastung von Grundstücken war schon früher zur Problemlösung bei finanziellen Engpässen herangezogen worden. Und da auch die NPD wie ein Unternehmen geführt wird, entließ man zunächst Angestellte – betriebsbedingt. "Aus zwölf mach zwo" lautet nun das Motto in der Parteizentrale. Aber auch diese Einsparungen reichen noch nicht aus, um die immensen Rückforderungen des Bundes zu begleichen. Was tun?

Spenden! Die NPD-Funktionäre können nämlich nicht einfach nur super agitieren, sie können auch einwandfrei rechnen. Die NPD hat in Deutschland 6500 Mitglieder (zuviel). Da hat der Schatzmeister ausgerechnet, dass wenn jedes Mitglied, mindestens 100 Euro spendet, das Finanzproblem gelöst wäre. Bidde. 100 Euro? Ohne jetzt belastbare soziologische Studien zum durchschnittlichen NPD-Mitglied bei der Hand zu haben, wage ich zu behaupten, dass die wenigsten von ihnen eine solche Summe aufbringen können. Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung: Ratenzahlung. Als Lohn für die finanziellen Entbehrungen der NPD-Mitglieder soll es nach Abwendung des Zwangsabstiegs finanziellen Ruins eine Art "Retter"-T-Shirt geben. St.Pauli lässt grüßen. Übrigens die Rückforderungen kamen zu stande, weil der damalige Landeschef Thüringens, Frank Golkowski, jahrelang im großen Stil falsche Spendenquittungen ausgestellt hat.

Aber was hat das nun mit den peinlichen Auftritten der NPD-Parlamentarier zu tun? Ganz einfach: Publizität gleich PR gleich Spendengelder. Das eigene Klientel bekommt ja relativ selten nie mit, dass ihre Abgeordneten Produktives leisten, um zu zeigen, dass sie aber trotzdem noch da sind, ihre Meinung sich noch nicht geeändert hat und sie auch weiterhin bereit sind Stumpfsinn zu verbreiten, kann man sich ja mal zu der ein oder anderen (un)bedachten Äußerung hinreißen lassen. Und gerade zur Weihnachtszeit soll der Spendenwille ja besonders groß sein.

Na dann, frohe Weihnachten.

Eine Meinung

  1. Ich muß mal -mit leider allzu langer Leitung- Alarm schlagen. Den betreffenden Blog-Artikel finde ich leider nicht mehr …Jedenfalls ging es dort um das pro & contra des Naziseins. Da ruderte jemand verdächtig zurück und meinte: „Ich bin gar kein Nazi“. Er behauptete aber auch, es gäbe eine Studie, die besage Neonazis seien zufriedener, als andere Bürger.Das war doch ein übler Propagandatrick! Und diese Studie war extra frei erfunden.—————————————————FAZIT: Wir müssen alle besser aufpassen und vielleicht noch mißtrauischer werden! Ich war freilich mißtrauisch, aber die Alarmglocke läutet doch etwas verzögert.—————————————————NOCH WAS: Jemand anders meinte, wer für die abendländische Kultur eintrete, würde gleich als Rechtsaußen verschrien. Kann ich nicht bestätigen. Ich bin selbst die notorischste Abendländerin, die ich kenne. Ich fahre unheimlich auf das alte hl.Römische Reich ab und bin auch der Meinung, daß man sich mehr für die eigene Kultur interessieren sollte (ohne das andere auszublenden!). Weltmusik interessiert mich persönlich aber wenig. Jetzt zu Weihnachten stehe ich absolut auf die alten Kammellen in den Kirchenbüchern!! Und ich lese alte Bücher, in Fraktur – aus allen möglichen Jahrhunderten.ABER: Noch nie hat mir jemand unterstellt, ich sei „rechtsaußen“ – nicht mal ansatzweise! – Ich bin übrigens für die Demokratie und ich versäume keine Wahl.—————————————————Frohe Weihnachten – und bitte singt schön abendländisch, oder holt eure Blockflöten raus!!

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