Niedersachsen-Wahl: Rot-Grün triumphiert, die FDP scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde

Die Wähler in Niedersachsen haben entschieden: Der bisherige Ministerpräsident Weil (SPD) bleibt im Amt, die SPD selbst liegt einige Prozentpunkte vor der Wahlverliererin CDU. Die FDP fliegt aus dem Landtag, und die AFD sichert sich ein zweistelliges Wahlergebnis.

Über 33 Prozent wählten die Sozialdemokraten

Trotz wachsender Kritik an der Ampel-Koalition der Bundesregierung ist die Partei von Bundeskanzler Olaf Scholz klarer Sieger der Niedersachsen-Wahl: Unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Stephan Weil sicherte sich die SPD laut dem vorläufigen Endergebnis 33,4 Prozent der Stimmen. Die CDU musste starke Verluste hinnehmen und liegt nun bei 28,1 Prozent.

Die Partei der Grünen konnten ihr Ergebnis gegenüber der letzten NI-Wahl um 5,8 Prozent verbessern und kommen nun auf 14,5 Prozent. Zweiter großer Gewinner der Wahl ist die AFD: Sie konnte sich auf ein zweistelliges Ergebnis in Höhe von 10,9 Prozent steigern.

Größter Verlierer hingegen ist die FDP: Sie ist mit nur 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und deshalb nicht mehr im Landtag vertreten. Auch die Partei Die Linke wird dort mit einem Wahlergebnis von nur 2,7 Prozent nicht mehr vertreten sein.

Eine rot-grüne Koalition ist wahrscheinlich

Mit dem vorliegenden Endergebnis wird ein erneutes Rot-Grün-Bündnis in Niedersachsen möglich. Da die FDP aus dem Landtag geflogen ist, dürfte eine Mehrheit im Landtag für Rot-Grün sicher sein. Ministerpräsident Weil hatte bereits im Wahlkampf für diese Option geworben und bereits in den Jahren 2013 bis 2017 zusammen mit den Grünen regiert.

Sorgenvoller Blick auf die FDP

Die Wahlschlappe der Liberalen gibt Anlass zu Spekulationen: Bereits vor dem Wahltag wurde gemutmaßt, dass sich die Partei bei einem schlechten Abschneiden in Niedersachsen auf Kosten der Ampel-Koalitionäre im Bund profilieren könnte.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sagte bereits am Wahlabend, dass das negative Wahlergebnis auch auf die Beteiligung der Partei an der Bundesregierung zurückzuführen sei. Einen möglichen Rückzug aus der Ampel-Koalition vereinte Lindner aber. Für so einen Schritt sei die Lage angesichts des Ukraine-Kriegs und einer sich am Horizont abzeichnenden Rezession zu ernst.

CDU mit Absturz-Ergebnis

Die Christsozialen haben in ihrem Niedersachsen-Wahlkampf die Krisenpolitik der Bundesregierung zum Thema gemacht. Im Nachhinein war die Kritik an der Ampel in Berlin ein Fehler: Die CDU hat mit einem Stimmenverlust von 5,5 Prozent nur noch etwa 28 Prozent der Wählerinnen und Wähler überzeugen können und damit ihr schlechtestes Wahlergebnis in Niedersachsen seit 1955 eingefahren.

Die Reaktion des Landesvorsitzenden, dem bisherigen Landwirtschaftsminister Bernd Althusmann, ließ dann auch nicht lange auf sich warten: Er übernahm noch am Wahlabend die persönliche Verantwortung für den CDU-Absturz und kündigte an, seinen Landesvorsitz abzugeben.

 

Bildnachweis: Pixabay, 712581, falco

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