New Music Award: Captain Capa for the Win!

So voll, wie man sich das erträumt hätte, war der Admiralspalast leider nicht, da es keinen Ticketverkauf gegeben hatte, sondern nur gut platzierte Verlosungen für aufmerksame Radiohörer, bestand das Publikum vorwiegend aus Presse, Gästen und einigen wenigen Ticketgewinnern, die jedoch dafür sorgten, dass die Bands nicht ganz ohne Jubel aufspielten, sich aber vor der Bühne merklich ausdünnten.

New Music Award 2011

Die Jury hielt sich vorwiegend versteckt auf der Loge auf, neben Joy Denalane waren jeweils Vertreter der teilnehmenden Radios (darunter N-Joy, 1Live und Sputnik), sowie die Managerin von Juli dabei, eine Mischung, die in der Theorie nicht so aussah, als würde ein Electro-Emoduo das Rennen machen können.

Aber die Capas machten ihrem Ruf als schweinisch gute Liveband alle Ehre, mit den 15 Minuten, die jede Band für ihren Auftritt hatte, trieben sie allerlei Unfug, Sänger Hannes Naumann hatte bereits nach dem ersten Song eine knallrote Birne, verglich man seine energetisch vorgetragene Performance mit denen der anderen Sänger des Abends, musste man neidlos eingestehen, dass er den passioniertesten Auftritt hinlegte, in Schweiß als auch in mitwippenden Köpfen im Publikum gemessen. Kollege Maik an der Gitarre und eingerahmt von einem der diversen angeschlagenen technischen Geräten ließ sich ebenfalls nicht lumpen und haute in die Seiten, Tasten und Regler. Leerer Club oder volle Arena? Die Capas blieben dem Audiolith Motto treu: krachen lassen.

Captain Capa: Mit Gaffa und Trompeten durch drei Songs stampfen

Nach „Faraday“, ihrer ersten Single des aktuellen Albums „Saved my Life“, gab es dann auch noch einen Überraschungsauftritt von Herrenmagazins Dennis Jaspersen, der die Jungs bei ihrer aktuellen Single „Rivals“ begleitete – Surprise, surprise, das gefiel den Fans und anscheinend auch der Jury.

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Und als hätten sie es vorher metikulös geplant, rissen dann noch Keytar-Gurte und brachen diverse Teile des Equipments auf der Bühne zusammen – allerdings ohne die Capas aus dem Konzept zu bringen, denn die Band mit dem „Müllequipment“, wofür sie allerorts bekannt sind, ist es schon gewohnt, sich mit Panzertape und guter Miene zu behelfen.

Maik: Also in letzter Zeit ist nicht nur das Equipment Müll, sondern wir verlieren auch den restlichen Müll langsam, ich hab mir letztens erst vier Gitarrenständer gekauft, die sind alle weg, unsere Keyboardständer sind völlig im -beep- , (zu Hannes) was ist noch alles kaputt?
Hannes: Ich weiß nur, dass die Tontechniker (vom New Music Award) sich bald kaputt gelacht haben, weil wir echt alles fest tapen mussten auf der Bühne, mit Panzertape, das sieht total affig aus, die anderen Bands haben alle so shiny Zeugs auf der Bühne stehen und riesig viel, wahnsinns Drumkits, die glänzen und wir kamen da an mit so ner Puppenkiste und haben da Panzertape rumgegaffat. Und wenn wir das Ding gewinnen, dann kaufen wir uns erstmal für 10000€ Gaffa-Tape!

So viel MacGyver muss belohnt werden, denn wenn Captain Capa mit Laptop aus Panzertape und Gitarre aus Büroklammer und Knetgummi schon so eine Show hinlegen können, sind die 10000€ für neues Equipment, bzw. lebenslange Gaffa-Vorräte wohl dazu da, aus ihnen die nächsten Kanye West und Jay-Z zu machen – mindestens!

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Dass sie nicht nur Songs im Repertoire haben, die poppig schön auf's Ohr gehen, zeigten sie am Ende mit dem letzten Song „Aishita Nights“, einem großartigen Song, der Daft Punk ähnliche Tunes der 90er auf dermaßen dicke Beats aufzieht, dass er aus Xibits Werkstatt kommen könnte und damit diese Art Dance-Hymne bietet, die man besonders um 4 Uhr Morgens zu schätzen weiß, wenn man eigentlich nach Hause sollte, aber nicht kann und will, weil das Blut zum Beat pumpt.

Die New Music Award Gewinner 2011 sind sprachlos

Als sie in großer Runde aller Bands aufgerufen wurden, konnten es die beiden Thüringer kaum fassen, während Maik als Honigkuchenpferd den überdimensionierten Scheck in den Händen hielt, konnte man Hannes ansehen, dass er nach Rudi Carrell und der „Verstehen Sie Spaß“-Melodie Ausschau hielt. Aber nein, der gigantische Applaus galt ihnen, ebenso das Geld, um aus dem Müllequipment das erste mit Diamanten besetzte Platinequipment außerhalb der Hip Hop Szene zu machen.

Verdient haben sie es sich, wir freuen uns auf mehr und das lässt nicht lange auf sich warten, das Video zu „Rivals“ wird demnächst veröffentlicht und als Live-Monster sind die Capas natürlich auch auf Tour, mal mit, mal ohne Audiolith Kollegen:

17.09.2011: Bielefeld, JZ Kamp (mit Ira Atari)
24.09.2011: Hamburg, Reeperbahn [Reeperbahn Festival] 30.09.2011: Adelsheim, Lucky Rave
01.10.2011: Troisdorf, Haus der offen Tür
12.10.2011: Dresden, Scheune (mit Supershirt)
15.10.2011: Querfurt, Open Air [Heimspiel Festival] 16.10.2011: Hamburg, Knust – Into The Blue Festival WARMUP
22.10.2011: Bayreuth, Rosenau
31.10.2011: Erlangen, E-Werk (mit Supershirt)
11.11.2011: Reutlingen, Franz K (mit Supershirt)
25.11.2011: Darmstadt, 603 qm

Mehr Info und mehr als amüsante Blogeinträge gibt es übrigens auf der eigenen Homepage.

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