Neues Trojaner-Virus verschlüsselt Daten: Entschlüsselung nur gegen Bares

Ein neuer Virus gefährdet Daten auf Windows-Rechnern: Der „TeslaCrypt“-Trojaner. Seine Programmierung ist relativ einfach – er versteckt sich als ZIP-Datei getarnt in E-Mail-Anhängen und verschlüsselt zahllose Dateien, wenn er einmal entfesselt ist. Dabei kann TeslaCrypt sich auch über ganze Netzwerke verbreiten. Durch die leichte Programmierung sind bereits zahlreiche verschiedene Versionen des Virus unterwegs.

Bitcoins als Lösegeld

Wer seine Dateien zurückhaben will, muss zahlen: Die Cyberdiebe akzeptieren Bitcoins. Die mit der Extension .vvv endenden Dateien werden in den meisten Fällen von den Erpressern tatsächlich wieder entschlüsselt – wie es dem Opfer versprochen wurde. Andere Maßnahmen zur Wiederherstellung der Daten scheint es nicht zu geben: Selbst ein Mitarbeiter des FBI rät zur Zahlung des Daten-Lösegelds.

Selbst deutsche Behörden sind betroffen

Auch staatliche Netzwerke scheinen dem Virus fast schutzlos gegenüberzustehen. So hat die Malware jüngst im nordrhein-westfälischen Innenministerium stundenlang das Netzwerk sabotiert. Im Landschaftsverband des Rheinlands waren es sogar 12.000 Computer, die ganze zwei Tage lang nicht nutzbar waren. Die dortigen IT-Fachkräfte waren nicht in der Lage, die von TeslaCrypt verschlüsselten Dateien wieder lesbar zu machen.

Wie kann man sich schützen?

Um derlei Einbrüchen von Erpressungs-Software ins eigene System erfolgreich vorzubeugen, empfiehlt es sich, einen Backup von wichtigen Dateien und dem gesamten System auf einem externen Laufwerk zu machen. Dieses Laufwerk sollte danach stets vom Internet entkoppelt sein. So können sowohl das System als auch die betroffenen Dateien im Falle einer Malware-Attacke jederzeit wieder hergestellt werden. Zusätzlich ist es – auch generell – extrem wichtig, dass die Software des Rechners immer auf dem neuesten Stand und ein aktueller Virenscanner installiert ist. Zwei Maßnahmen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, aber vielerorts immer noch vernachlässigt werden.


Fotonachweis: Fotolia, 63639, Johnny Lye

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