Nachts um drei

Während Hillary darauf rumreitet, dass Barack nicht genug Erfahrung hat, um Amerika im Falle einer Krise (sprich: Terroranschlag) vernünftig zu verteidigen, fallen Baracks Berater ihrem Boss in den Rücken. Er würde nur der Wahl zuliebe versprechen, die Truppen aus dem Irak innerhalb weniger Monate abzuziehen, in der Realität sieht es aber so aus, dass diese es wohl noch 16 Monate aushalten müssten. Die Eine erzählt von Erfahrungen, die gar nicht sie selbst sondern ihr Mann, Präsident Clinton,  gemacht hat, der Andere lügt in der Öffentlichkeit. Vorsicht, dass sich die Leute da nicht genervt abwenden und dem Kandidaten der Republikaner ihre Aufmerksamkeit (und eventuell Wählerstimme) schenken.

Aber nun zu den Fakten: für den zweiten Super-Dienstag wurde der Untergang von Frau Clinton  vorausgesagt. Angesichts der überwältigenden Ergebnisse für Mr. Obama im Vorfeld, sah es so aus, als müsse sie nach den Wahlen in Texas und Ohio abtreten. Doch in genau diesem Moment zaubert die Frau Siege aus dem Ärmel. Nochmal zur Erinnerung: die demokratische Partei hat sich noch nicht für einen Kandidaten entschieden. Hillary und Barack „sammeln" Wählerstimmen der sogenannten ‚pledged delegates‘, also Abgeordnete, die versprechen, H. oder B. zu wählen. Die Zahl dieser Abgeordneten ist abhängig von der Größe des Staates. 2025 Stimmen sind nötig, um Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei zu werden. Nach der Wahl letzten Dienstag hat Hilary 1462 und Barack 1567 (New York Times, 5.3.08). Interessant an diesen Ergebnissen ist wieder die Verteilung.  Hillary bekam die Stimmen von älteren Frauen und Latinos (Texas) und sogar die Mehrheit der weißen männlichen Stimmen in Ohio. Barack erhielt wie erwartet die Stimmen der höheren Einkommensklassen sowie diejenigen junger Amerikaner (Stichwort Wahlslogan Hope!) und  Afroamerikaner.

Obwohl es momentan gut aussieht für Barack, reicht der gerade gewonnene Vorsprung nicht aus. Letztendlich kommt es auf die sogenannten Super delegates[1] an, 800!, die durch ihre Stimme entscheiden, wer für die demokratische Partei gegen den republikanischen Kandidaten McCain antritt.

Zurück zum Telefonanruf im Weißen Haus nachts um drei: in einer Politik- Show haben sie tatsächlich mal die Probe ausf Exempel gemacht und nachts angerufen. Es ging natürlich eine Telefonistin ran …

erster Super-Dienstag


[1] Senatoren, Leute, die aktiv für die Partei arbeiten, Kongressabgeordnete – ernannt von der Demokratischen Partei. Auf deren Stimme kommt es nur an, weil die Ergebnisse so nah beieinander liegen.

4 Meinungen

  1. Natürlich. Wenn man nämlich der Bibel Gotteserkenntnis abspricht, die sich letztlich darin – so der christliche Glaube – in besonderer Weise zeigt, dass Gott in Jesus selbst eine Aussage über sein Wesen und den Zugang zu diesem Wesen trifft, dann steckt man in der ratio fest und letztlich wieder in dem Versuch, durch Gottesbeweise sich an die transzendente Seinsweise Gottes anzunähern. Man ist dann in der Gefahr, eigene Wünsche in ein aufgeblähtes Gottesbild hineinzuprojezieren. Denn mit der ratio allein tut man sich schwer, Gott zu erkennen. Ob alles jedoch von einer einzigen Bibelstelle abhängig gemacht werden kann, ist zu hinterfragen. Vielmehr scheint es um die Gesamtheit der Aussagen zu gehen.

  2. Es geht in diesem Fall um das Gottesverständnis der römisch-katholischen Kirche – und die reflektiert ausdrücklich auf die zentrale Bedeutung der ratio.Papst Johannes Paul II. hat in seiner Enzyklika FIDES et RATIO ausdrücklich den Fideismus kritisiert – also die Beschränkung auf den Glauben. Was die Gottesbeweise anbelangt, auch in diesem Fall hat die römisch-katholische Kirche eine dezidierte Position: Sie vertritt die Auffassung, dass die Existenz Gottes durch das natürliche Licht der Vernunft erkannt und bewiesen werden kann. Auch in diesem Punkt sind die Texte, wie z.B. der katholische Katechismus oder das Buch von Papst Johannes Paul II – Die Schwelle überschreiten – ebenda: Existiert Gott? – eindeutig.Und ich spreche an dieser Stelle ausdrücklich von Position der römisch-katholischen Kirche. Christen anderer Konfessionen mögen in dem angesprochenen Punkt eine andere Auffassung haben. Ich verstehe meine Kommentare nicht so sehr als Urteile für oder wider gewisse theologische Positionen, sondern lediglich als das Offenlegen und das Transparentmachen dieser Positionen.

  3. Ähm, ich hätte gern mal die Telefonnummer vom Weißen Haus. Solange wie mein Freund Bush noch da ist, will ich mich mal mit ihm über seine beschissene Politik und die 1000ende von Dollar unterhalten, die er so fein säuberlich in die Rüstung pumpt.Was die Wahl angeht, dürfte Grundsätzlich spannend bleiben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt….

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