„Morgen Land“ im DRIVE. Volkswagen Group Forum

Anlässlich „Shift – Die Nachhaltigkeitssaustellung der Volkswagen Group“ gastiert noch bis zum 10.02.2018 die Fotoausstellung „Morgen Land“ der Friedrichshainer aff Galerie im DRIVE. Volkswagen Group Forum. Was genau steckt hinter den Werken der Berliner Künstler?

Die aff Galerie Berlin bringt in der Ausstellung „Morgen Land“ mehrere künstlerisch-dokumentarische Fotoreihen sowohl sehr junger als auch etablierter Künstler zusammen. Sie befassen sich mit Bedacht auf die beachtlichen Herausforderungen unserer Zeit mit generellen Wertevorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit und beleuchten diese facettenreich. Fragen nach Nachhaltigkeit ergeben sich hier auf sozialer genauso wie auf ökologischer Blickrichtung. So schildert die 1974 in Wiesbaden geborene Andrea Diefenbach in ihrer vielfach preisgekrönten Arbeit „Land ohne Eltern“ die Lebenssituation von Arbeitsmigranten aus Moldawien, einer der ärmsten Nationen Europas. Ihre Bilder veranschaulichen berührend die Distanz zwischen zwei weit voneinander entfernten Welten: die der in der Heimat zurückgelassenen Kinder und jene ihrer in der Ferne schuftenden Eltern.

Abgetaucht und aufgegessen

Nina Poppe, geboren 1979 in Münster, erstellt ein eindringliches Portrait japanischer Taucherinnen, auch „Ama“ genannt, die ohne jegliche moderne Tauchausrüstung hochgeschätzte Gaumenfreuden – vornehmlich die Muschelart – vom Meeresboden auflesen. Dem im Land der aufgehenden Sonne sehr angesehenen, 2000 Jahre alten Gewerbe droht die Verdrängung durch Überfischung und Industrialisierung. In ihrer Arbeit verbindet und zeigt Poppe gleichwohl die spezielle Art der weiblichen Emanzipation Japans sowie das nachhaltigen Wesen dieser Form der Fischerei.

Berührte Natur in Morgen Land

Die Landschaftsaufnahmen der jungen Lichtbildnerin Ann Katrin Warter – geboren 1990 in Lindau am Bodensee – stoßen auf zweifache Weise an. Ihr Werk „das Massiv“ wirkt zunächst wie eine traditionelle Naturdarstellung. Beim Blick auf Berge und Täler treten jedoch bei genauem Hinsehen Unterschiede klar ins Auge. Natürlich Gewachsenes und zivilisatorisch Überformtes treffen aufeinander und setzen der klassisch-idyllischen Landschaftsvorstellung ein Ende. Durch die Berge gezogene Straßen, befestigte Hänge, angelegte Seen – all das bildet eine neue Einheit mit der unberührten Natur. Ein aktualisierter Begriff von Landschaft kommt zustande, der das Künstliche, technisch Ergänzte und Veränderte bereits enthält.

Brandschutz und gesundheitliche Gefahr

Mit einem zurückhaltenden, unbeeinflusstem Blick wiederum führt uns das Mitglied des Morgen Land Kuratoren-Teams Matthias Walendy gleich mehrere Fragestellungen zur Nachhaltigkeit vor Augen. Die durch die VG Bildkunst unterstützte Arbeit „Asbestos“ des 1981 in Wipperfürth Geborenen portraitiert den gleichnamigen Ort im kanadischen Staat Quebec. Das hier jahrzehntelang geförderte Asbest stellte und stellt Lebensmittelpunkt der Einwohner dar und leistete maßgeblichen Beitrag zum Wohlstand der Gegend als auch zu deren Verfall. Bedrohlich werden hier Kernthemen einer nachhaltigen Entwicklung angesprochen: Bergbau, Gifte, die Mensch und Umwelt schädigen und der wirtschaftliche Abstieg einer Industrie sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner.

Nachhaltigkeit im Fokus

Mit der Ausstellung „Morgen Land“ will die aff Galerie Berlin in Zusammenarbeit mit dem DRIVE. Volkswagen Group Forum zu einem gesteigerten Verständnis der Veränderungen auf unserer Erde helfen und das Bewusstsein der Notwendigkeit präventiv Handelns stärken. Die vorgestellten Fotoserien führen das Ausmaß der Bedrohung vor Augen und beabsichtigen den Besucher wachrütteln, die Herausforderung anzunehmen und Änderungen zu einer nachhaltigen Welt voranzutreiben. Zu allen Fotoserien stehen umfassende Publikationen zur Verfügung, die über die Präsentation im DRIVE hinaus weitere Einblicke in die Projekte ermöglichen. Anzusehen ist „Morgen Land“ von Montag bis Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Bilder: ©Arild Eichbaum

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