Möbeldesign – früher pompös, heute minimalistisch

Wohnzimmer im Barockstil

Das Möbeldesign hat sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich gewandelt. Standen früher stattliche, ausladende Möbelstücke aus massivem und dunklem Holz im Mittelpunkt eines Hauses, fügen sich heute Möbelstücke gekonnt und harmonisch ins Gesamtbild. Überladene Räume sind mittlerweile passé – moderne Einrichtung ist durchdacht und platzsparend konzipiert. Multifunktionsmöbel und Systemmöbel eignen sich somit auch in kleinsten Wohnungen.

Stile vergangener Zeiten

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Möbel im barocken Design oder Jugendstil in Mode. Wuchtige, pompöse Schränke waren mit zahlreichen Verzierungen und Drechselarbeiten versehen. Tischbeine konnten geschwungen oder ebenso gedrechselt sein. Meist hatten die Möbel Zierleisten und aufwendig geschliffene Holzkanten. Geschnitzte Ornamente zogen die Blicke auf sich. Die schweren Möbel wurden oft aus dunklen Holzarten gefertigt oder dunkel gebeizt. Zierelemente wurden gerne mit Gold versehen oder auch mit anderen Farben abgesetzt. In Häusern in ländlichen Regionen waren zudem Bauernmöbel zu finden, die liebevoll bemalt wurden. Die Polstermöbel waren ebenso pompös. Aufwendig gearbeitete, geschwungene Stuhlbeine verbreiterten auch optisch die ausladenden Stühle. Diese waren oft mit Samtbezügen ausgestattet. Bezogene Armlehnen sorgten für angenehmen Sitzkomfort. Die Betten waren generell auffallend groß und hoch. Oftmals erzeugte ein Betthimmel eine gemütliche und geborgene Atmosphäre. Schwere Brokatstoffe ergänzten das herrschaftliche Design der damaligen Zeit.

Aktuelle Möbeltrends

Die heutige Inneneinrichtung ist mit der vergangenen Zeit nicht mehr zu vergleichen. Zwar sind nach wie vor antike Möbelstücke beliebt, diese dienen dann aber in einem modern eingerichteten Wohnraum als besonderes Highlight und werden passend in Szene gesetzt. Moderne Möbel sind heutzutage oft in einem minimalistischen Design gehalten. Formen gehen ineinander über und Ecken und Kanten werden gezielt reduziert. Gerade bei Polstermöbeln fällt dies auf: Die Sitzflächen gehen nahtlos in geschwungene Armlehnen über. Die Füße wirken wie aus einem Guss oder sind versteckt angebracht. Auch bei Regalen und Schränken integrieren sich Fächer und Schublade oft besonders elegant: Versteckte Griffleisten ermöglichen eine ebene Front. Die Farben und Materialien der Möbelstücke sind heute nicht nur auf dunkles Holz beschränkt. Sehr dunkle Töne sind nach wie vor modern, werden aber gerne mit Weiß kombiniert. Elemente aus Teakholz, Walnuss und Palisander geben einem weißen Möbelstück eine besondere Eleganz. Auch hochwertige Badezimmermöbel werden gerne in diesen Holzarten gefertigt. Neben Holz ergänzen auch Materialien wie Glas und Metall eine zeitgemäße Inneneinrichtung. Glastische stehen gerne auf raffinierten Beinen aus Metall – geschwungen oder in Form einer Skulptur geben sie dem Wohnzimmer einen ganz besonderen Charakter, ohne dabei den Raum optisch zu überladen.

Farb- und Materialwahl

Die Zeit der schweren, pompösen Möbel ist Vergangenheit. In die Wohnräume sind Leichtigkeit und Licht eingekehrt. Dunkle Möbel erfahren eine Auflockerung durch helle Elemente. Beim puren Einrichtungslook ist Weiß nach wie vor eine gern gewählte Farbe. Farbakzente werden mit Stoffen, Dekorationsartikeln oder einzelnen Möbelstücken gezielt gesetzt. Nutzelemente wie Fächer und Schubladen integrieren sich nahtlos und bilden ein harmonisches Gesamtbild. Durch funktionale Möbel wird viel Platz geschaffen. So können einzelne Möbelstücke als Blickfänger im Raum positioniert werden, ohne dass der Betrachter abgelenkt wird. Doch alte Möbel sind nicht aus der Mode gekommen: Antike Einzelstücke geben einem Raum eine besonders individuelle Note.

Fotourheber: gow27 – Fotolia.com

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