Mobilfunk: Das 3G-Netz wird ab Sommer 2021 eingestellt

In sechs Monaten ist es soweit: Nach 20 Jahren wird das 3G-Funknetz von der Telekom und Vodafone abgeschaltet. Das auch unter dem Kürzel UMTS bekannte Netz wird nur noch von wenigen Verbrauchern genutzt – und mit 5G steht bereits die mobile Zukunft in der Tür.

Voraussetzung für den kommerziellen Erfolg der Smartphones

3G gilt als das Netz, das die heute selbstverständliche Nutzung der mobilen Datenkommunikation überhaupt erst möglich gemacht hat. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen bereits zu Beginn: Im Jahr 2000 wurden im Rahmen einer staatlichen Auktion Lizenzen für das 3G-Netz angeboten. Sechs Mobilfunkanbieter erhielten damals den Zuschlag, erzielt wurde eine Rekordsumme von fast hundert Milliarden D-Mark. Zum Vergleich: Für den neuen Mobilfunkstandard 5G brachten vier Anbieter gerade mal 6,5 Milliarden Euro auf.

Zuerst liefen die Geschäfte mit Handy und Internet allerdings enttäuschend. Zwei Unternehmen mussten aufgeben, übrig blieben Telekom Deutschland, Vodafone, Viag Interkom und E-Plus (heute 02). Sie sind mittlerweile die maßgeblichen Player im Mobilfunk-Markt.

Nur noch wenige nutzen 3G

Wie Vodafone unlängst mitteilte, finden im Netz des Betreibers nur noch 2,5 Prozent des mobilen Datenverkehrs über 3G statt. Im Mai 2020 lag dieser Anteil noch bei fünf Prozent. Die Kunden, die das Netz ohne Zugang zum heutigen Standard 4G nutzen, sank seit Mai von drei auf zwei Prozent.

Bei der Telekom sieht es ähnlich aus: Laut einem Sprecher des Konzerns wird der alte 3G-Standard nur noch von einem sehr kleinen Anteil der Kunden genutzt. Das hat nun Folgen: Sowohl Vodafone als auch die Telekom Deutschland wollen das alte Netz am 30. Juni 2021 abschalten, Telefónica folgt zum Ende des Jahres. Die danach frei werdenden Frequenzen werden dann für den Ausbau der 4G- beziehungsweise 5G-Netze genutzt.

Die Folgen für 3G-Nutzer

Wer zum Zeitpunkt der 3G-Betriebseinstellung immer noch ein Handy oder Smartphone mit einer 3G-SIM-Karte benutzt, ist von einen Tag zum anderen weitestgehend offline und muss dann ohne Facebook, Instagram und Co. auskommen. Die Geräte werden ab diesem Zeitpunkt automatisch ins leistungsschwächere 2G-Netz überführt. Die Folge: Es können nur noch SMS verschickt oder reine Textnachrichten über Whatsapp versendet werden, an- und abgehende Anrufe funktionieren aber weiterhin.

Wer als 3G-Nutzer aber auch zukünftig unterwegs das Internet in vollem Umfang nutzen will, muss sich ab Ende Juni beziehungsweise Ende 2021 entweder eine 4G-SIM-Karte oder sogar ein neues Smartphone anschaffen. Der Grund: Alte Handys, die vor 2011 verkauft wurden, sind nicht für den 4G-Standard ausgelegt.

Das Problem mangelnder Kompatibilität betrifft auch ältere Modems und Router in Unternehmen, die lediglich 3G unterstützen. Auch Notebooks mit einem alten UMTS-Modem und einige Telematik-Dienste in Pkws sind betroffen.

Es ist also sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen ratsam, die 4G-Tauglichkeit ihrer Smartphones und Kommunikationssysteme rechtzeitig zu überprüfen. Sonst ist ihr mobiler Datenverkehr plötzlich stillgelegt.

Bildnachweis: Pixabay, 5001205, Saurabhkumar Singh

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