Men of War: Erstmals den Vietnamkrieg von beiden Seiten verstehen

Dass bei Kriegsspielen öfters Militärberater zugezogen werden, ist nichts besonderes. Bei Men of War: Vietnam hätte man allerdings erwartet, dass dies zu einer einseitigen Erzählweise mit heroischem Siegesausgang des nordvietnamesischen Vietcongs ausgeht. Denn hinter dem Projekt steckt die Beratung durch einen russischen Millitärberater.

Men of War versucht das Geschehen urteilsfrei zu analysieren

Es geht um den Vietnamkrieg, die größte Niederlage der Vereinigten Staaten und der Beginn der medialen Kriegsberichterstattung, wie wir sie heute kennen. Wäre 1C Company ein amerikanisches Unternehmen mit amerikanischem Militärberater, dann sähe das Ergebnis wahrscheinlich so aus, wie einst Battlefield: Vietnam und seine patriotische Schlacht mit Siegesausgang. Allerdings mag man von russischer Seite wohl an der Stelle erwarten, dass die Nationale Befreiungsfront (Vietcong) ebenso heroisch dargestellt wird. Zum Glück ist dies nicht der Fall.

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Men of War spiegelt Kriegsschauplätze so wieder, wie sie damals vorzufinden waren. Dabei kann der Spieler von beiden Seiten aus probieren, den Sieg für sich zu erringen. Es kommt allein auf die Strategie an.

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Kämpfe auf offenem Feld gehören zum Alltag, Kleinere Dörfer oder Waldgefechte sind zur Abwechslung da, schaffen es aber nicht, die etwas zu braun geratene Farbwahl auszugleichen. Bei all der schönen Grafik fehlt es an Abwechslung. Nun mag Vietnam kein kunterbuntes Land zu der Zeit gewesen sein, wenn man dann aber dennoch das Gefühl bekommt, dass einem selbst im Wald alles farblich gleich erscheint, läuft was schief.

Werde Teil der russischen Armee oder der Amerikaner

Zu Anfang lässt sich entscheiden auf welcher Seite der Spieler stehen möchte. Als russischer Verbündeter verhilft er dem Vietcong, das Eindringen der Amerikaner aufzuhalten. Als Amerikaner ist er oft genötigt, den ersten Schritt zu machen. Taktisch können jedem Soldaten individuelle Maneuver zugewiesen werden.

Das Strategiespiel erscheint hierzulande am 30.09.2011 zu einem Preis von knapp 40 Euro. Eine Empfehlung abzugeben, ist bei solchen Spielen immer schwer zu sagen, denn es spricht weniger den Mainstream, als mehr die Nische an. Wer auf eine realistische Nachbildung des Vietnamkrieges steht und für den die Grafik zweitrangig ist, dem sei das Spiel empfohlen. Casuals und Spieler, die eher auf Battlefield oder Call of Duty stehen, die sollten die Finger vom Spiel lassen, denn dies ist kein Shooter mit patriotisch unrealistischer Geschichte.

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