Masernfälle: 400% Steigerung in Europa

Masernfälle: 400% Steigerung in Europa

Dass die Verbreitung hochansteckender Viruserkrankungen wie den Masern seit den 70er Jahren rückläufig ist, bleibt leider auch in der heutigen Zeit nur ein Wunschgedanke. Die Weltgesundheitsorganisation WHO macht die steigende Zahl Impfverweigerer für den derzeitigen Anstieg an Maserninfektionen verantwortlich. Selbst in Deutschland häufen sich die Fälle.

Masern – Eine tödliche Krankheit?

Entgegen der allgemeinen Annahme, Masern ließen sich mit der heutigen Medizin bestimmt gut in den Griff bekommen, kann die Viruserkrankung bei nicht geimpften Menschen durchaus einen tödlichen Verlauf nehmen. Allein im letzten Jahr starben in Europa 35 Menschen an der Krankheit – mit 21.000 stieg die Zahl der Infizierten um das Vierfache im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Ausbruch erfuhr dabei Rumänien, 5500 Menschen Infizierten sich 2017 mit dem Masernvirus, 19 Menschen starben. Auch in Deutschland wurden in jedem Bundesland Masernfälle verzeichnet, hierzulande erkrankten insgesamt 927 Menschen, was einer Steigerung von 300 Prozent entspricht.

Symptome und Krankheitsverlauf

Masern können grundsätzlich in allen Altersgruppen auftreten, am gefährdetsten sind allerdings Babys, welche noch zu jung sind, um geimpft zu werden. Infizierte erleben zumeist einen zweiphasigen Krankheitsverlauf, bei dem zuerst Entzündungen im oberen Atemtrakt auftreten, später großflächige Ausschläge den gesamten Körper überdecken. Typisch für eine Masernerkrankung ist dabei auch ein zweigipfliger Fieberverlauf über den Zeitraum der zwei Krankheitsphasen. Bei Erwachsenen kann die Ansteckung zu einer Lungenentzündung, bei Kleinkindern häufiger zu einer Mittelohrentzündung führen. Letztere ist besonders gefährlich, weil sie zu einer Entzündung des gesamten Gehirns führen kann – in der Regel mit tödlichen Folgen.

Sinkende Impfzahlen

Laut WHO können sich Masern derzeit besonders gut verbreiten, weil die Zahl der Impfgegner von Jahr zu Jahr steigt. Dabei gefährdet dieser Teil der Bevölkerung nicht nur sich selbst und seine Schützlinge, sondern sorgt auch für eine unzureichende Herdenimmunität – nicht geimpfte Kinder sind somit zusätzlich anfällig für eine Infektion.


Artikelbild: Thinkstock, 153565602, iStock, s-dmit

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