Lost Girl – Im Schatten der Anderen: Ein Jugendroman, der sich auch für Erwachsene eignet

Ein 'Meister'-Werk

Eva ist ein Echo – ein Wesen, geschaffen von den 'Meistern', um im Todesfall ein 'echtes' Mädchen zu ersetzen. Wie ein Spiegelbild lernt und erfährt Eva die gleichen Dinge, die auch Amarra weit weg in Indien bewegen. Eva hasst Amarra und sie hasst es, deren Leben 'inhalieren' zu müssen. Ist sie selbst doch ganz anders. Doch selbst, wenn sie von den anderen Kindern als Monster beschimpft wird und so etwas wie eine Schule für sie tabu ist, so ist sie doch glücklich mit ihrem Leben. Und glücklich durch die Menschen, die ihre Vormundschaft übernommen haben und sich so liebevoll um sie kümmern – ganz so als wäre Eva ihr eigenes Kind. Oder so als wäre sie ein ganz normales Mädchen.

Einen Menschen zu ersetzen ist schwieriger als man denkt

Erst als Amarra sich in Ray verliebt und Eva in Sean bricht die ganze, massive Kraft der wundersamen Konstellation durch die Schale des Sich-Fügens. Vor allem Eva, für die Sean aufgrund der meisterlichen Gesetze tabu sein muss, spürt immer deutlicher Amarras Hass und Verachtung.

Doch plötzlich stirbt Amarra bei einem durch Ray verursachten Unfall und Eva tritt ihre vorherbestimmte Reise in ein fremdes Land und ein vertrautes Leben an, um das Mädchen möglichst schleichend und unauffällig zu ersetzen. Doch dem Lost Girl gelingt es nur mäßig, seine Aufgabe zu erfüllen. Was nicht zuletzt an den mangelnden Gefühlen für Ray und den nicht stillbaren für Sean liegt. Und daran, dass ihr nicht nur die Meister auf den Fersen sind…
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Dystopien sind nicht jedermanns Sache

„Lost Girl“ ist ein Jugendroman, der unter die Haut geht. Die Vorstellung, dass irgendwo am Ende der Welt das eigene „Echo“ sich darauf vorbereitet, einen im Fall des Falles zu ersetzen, ist mindestens so entsetzlich wie die Idee, die Chris Beckett in seinem aktuellen Roman Messias-Maschine entwickelt hat.

Hier allerdings mischen sich allzu menschliche Roboter so geschickt unter die Menschheit, dass so manch einer den Bezug zur Realität verliert. So wie George und Lucy, er Mensch, sie Roboter mit erwachendem Bewusstsein.

Fachleute sprechen bei Geschichten wie diesen von Dystopien, bei denen von zukünftigen Gesellschaften die Rede ist, die sich alles andere als positiv entwickeln. Beide Bücher sind beklemmend und auch, wenn das eine als Jugendroman und das andere für Erwachsene gedacht ist – geeignet sind beide für Leser ab 14 Jahren.

Sangu Mandanna: Lost Girl, erschienen in gebundene Form beim Ravensburger Buchverlag im Juli 2012. 16,99 Euro sind für mehr als 400 Seiten ein angemessener Preis.

Chris Beckett: Messias-Maschine, erschienen bei Knaur TB ebenfalls im Juli 2012. Preis: 9,99 Euro.

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