Lichtnahrung: Wenn Fasten lebensgefährlich wird

Auch beim Fasten jedoch gibt es strenge und weniger strenge Richtungen. Eine der extremsten Lehren stellt die Lichtnahrung nach Jasmuheen dar. Die Australierin behauptete jahrelang, sich ausschließlich von Licht und Luft zu ernähren. Ähnlich wie eine Pflanze, die mit Hilfe der Photosynthese Licht in Adenosintriphosphat – die biologisch verwertbare Form von Energie – umwandelt, könne auch der Mensch sich von Licht ernähren.

Nachdem jedoch Ende des 20. Jahrhunderts mehrere von Jasmuheens Anhängern an Unterernährung starben, schwenkte die Esoterikerin um und behauptet seither, es sei eigentlich völlig bedeutungslos, ob sie tatsächlich keine Nahrung außer Luft und Licht zu sich nehmen würde. Auch den Beweis dafür, dass ihre eigene DNA aus zwölf Strängen bestünde, während die anderer Menschen bekanntlich aus zwei Strängen besteht, blieb sie bis heute schuldig – und das obwohl unabhängige Forschungsinstitute ihr bis zu einer Million Dollar für einen einfachen Bluttest anboten. 

Wer sich also nicht von diesem Konzept blenden lässt und stattdessen auf Vernünftige Art und Weise fasten möchte, der wende sich zunächst an seinen Hausarzt. Auch spezielle Fastenkliniken, in denen neben ärztlicher Begleitung auch Entspannungsangebote wie Massagen, Autogenes Training und Tai Chi angeboten werden, sind für den vorübergehenden Ausstieg aus der täglichen Völlerei empfehlenswert. Wie immer gilt es aber insbesondere beim Fasten auf eins zu hören: Das gesunde Bauchgefühl. 

richtig Fasten: So wirds gemacht!

1

Sich informieren

Recherchieren Sie in einer Bibliothek oder im Internet, welche unterschiedlichen Fastenmethoden es gibt und wie riskant diese sind. Je nachdem, welche körperliche Konstitution und welche Vorlieben Sie haben, werden Sie eine passende „Schule“ für sich finden. 

2

Konsultieren Sie einen Arzt

Nicht jeder Schulmediziner ist davon überzeugt, dass Fasten der Gesundheit förderlich ist. Das können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen – denn gerade ein skeptischer Arzt wird besonders gut auf Sie Acht geben, wenn Sie ihn bitten, Sie während des Fastens zu begleiten. 

3

Setzen Sie sich realistische Ziele

Versuchen Sie nicht gleich bei Ihrer ersten Fastenkur, alle Rekorde zu brechen. Darum geht es nicht. Es soll ein erster Schritt sein, bei dem Sie für sich herausfinden können, ob das Fasten Sie so befreit, wie Sie sich das vorgestellt haben. 

4

Verwechseln Sie nicht Fasten und Diät

Beim Fasten geht es um den (beinahe) völligen Verzicht auf Nahrung für begrenzte Zeit. Fastenbegeisterte schwärmen vor allem von der inneren Ruhe und gesteigerten Konzentrationsfähigkeit, die darauf basiert, dass der Körper die Verdauungsfunktionen, die sonst einen großen Teil seiner Kräfte binden, vorübergehend einstellt. Wenn es Ihnen um das Abnehmen geht, sollten Sie Ihre Kalorienzufuhr drosseln, bzw. Ihren Kalorienverbrauch erhöhen – und das langfristig. Insofern sind Fasten und Diät völlig entgegengesetzte Prozesse, die zwar beide mit der Nahrungsaufnahme zu tun haben, aber ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. 

5

Modifizierte Lichtnahrung: Pranareiche Ernährung

Zu einem Teil mag die irrige Idee der Lichtnahrung auf dem mitunter falsch übersetzten Begriff des „Prana“, wie er im Ayurveda vorkommt, resultieren. Heute würde man diesen eher mit „Lebensenergie“ als mit „Licht“ übersetzen. Sie können also eine modifizierte Version der Lichtnahrung anwenden, indem Sie darauf achten, dass Ihre Nahrungsmittel gemäß den ayurvedischen Lehren möglichst viel Prana enthalten. Dafür sollten die Produkte so frisch, naturbelassen und reif wie möglich sein. Direkt vom Baum gepflückt enthalten Obst und Gemüse am meisten Prana, am wenigsten davon ist in industriell verarbeiteter Nahrung enthalten. Auch die liebevolle Zubereitung, sowie eine stressfreie und harmonische Essenssituation sind im Ayurveda von Bedeutung. Diese Form der modifizierten Lichtnahrung ist also alles andere als esoterisch oder gar gesundheitlich bedenklich – sie entspricht letztendlich dem gesunden Menschenverstand und erhöht den allgemeinen Genussfaktor beim Essen. 

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